Jahrgang 
1894
Seite
500
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500 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 50.

Herr Kindermann:Ich möchte doch darauf aufmerksam machen, was zu erwarten steht, wenn wirklich ein Beschluss gefasst ist, der dem Vorstande entgegen ist. Es dürften dann die wenigsten der Herren noch hier sein. Wenn dann ein Beschluss gefasst wird, und er soll der Versammlung noch vorgelegt werden, und es sind vielleicht nur noch 10 Tbeilnehmer vorhanden, so wüsste ich nicht, wie das dann gemacht werden soll. 1

Herr Schultz-Hencke:Die Versammlung ist Autorität bis zum Schlusse der Wanderversammlung; wenn Herren vorher weggehen, ist das ihre Sache. Die Sache ist so wichtig, dass wir Zeit dazu finden; sie ist so weitgehend, dass wir Zeit dazu finden müssen und werden. 1.

Herr Prof. Bruno Meyer:lch bin der Ansicht: Zeit haben wir. Wir werden jedenfalls, wie die Versammlung verläuft, heute noch bei guter Zeit nach dem Fest- essen frei von anderen Verpflichtungen sein und dann zu einer Sitzung zusammen- treten können, die nicht allzu früb aufgehoben zu werden braucht. Auch morgen, Freitag, liegt nach dem Ausfluge, von dem die Theilnehmer spätestens um 8 Uhr abends zurück zu erwarten sind, nichts weiter vor, als eine gemüthliche Kneipe. Ich bin derselben Ansicht, dass wir erforderlichen Falles bis in die Nacht arbeiten müssen. Als wir im vorigen Jahre hier in Frankfurt ver- sammelt waren, um die umfassendsten Satzungsänderungen auf dem Gesell- schaftstage der Deutschen Gesellschaft für Ethische Cultur zu berathen, haben wir in der Commission Tag für Tag bis 12 u. 1 Uhr gesessen. Diejenigen, die das Vertrauen der Gesammtheit haben und in die Commission berufen werden, müssen das Opfer eben bringen. Am Sonntag könnte nicht mehr abgestimmt werden. Bis zum vorgesehenen Schlusse der Wanderversammlung am Sonn- abend aber wird doch wohl eine grössere Anzahl von Mitgliedern hier bleiben, da die Preisvertheilung ja erst am Sonnabend erfolgt. Auch ist ja gerade diese mit ihrer Entscheidung bis dabin vertagte Sache so wichtig, dass schon um dessentwillen die Betheiligung wohl nicht so ganz dürftig sein dürfte.

Bei der nunmehr stattfindenden Wahl werden in die Commission gewählt die Herren: A. Marx, E. von NMertens, Prof. Bruno Meyer, Director Schulz-Hencke, Carl Seib, H. Stolze.

Vors.:Dieser Punkt der Tagesordnung ist damit für heute erledigt.

14) Unterstützungscasse.

Vors.:In einer der letzten Nummern der Zeitung habe ich einen Entwurf zu einer Unterstützungscasse veröffentlicht. Es ist nicht meine Absicht, hier diesen Entwurf zur Annahme vorzuschlagen, sondern ich möchte bei Ihnen nur das Interesse wachrufen, da mir diese Sache von grosser Bedeutung zu sein scheint. Der Entwurf macht keine Ansprüche auf Vollkommenheit; es würde sogar falsch sein, ihn so, wie er vorliegt, in der Praxis einzuführen. Sie haben den Entwurf Alle in der Zeitung in Händen, und ich empfehle Ihnen denselben zur aufmerksamen Durchsicht, und ebenso bitte ich Sie, daran knüpfend ent- sprechende Vorschläge zu machen.

15) Daguerre-Denkmal.

Der Vorsitzende theilt mit, dass in Bry-sur-Marne in Frankreich, dem Geburtsort von Daguerre, diesem ein Denkmal gesetzt werden soll. Auf Ver-

anlassung des Localcomités hat der D. Ph.-V. aus der Vereinscasse hierzu

50 Mk. gezeichnet, während von anderen Mitgliedern des Vereins noch 63 Mk. dazu gespendet wurden. Der Gesammtbetrag von 113 Mk. wird demnächst an das Localcomité abgeführt werden.

»Wünscht Jemand hierüber zu sprechen? Wenn nicht, gehe ieh über zu den Mittheilungen über einige andere Sachen.

16) Behandlung lichtempfindlicher Gegenstünde auf den Zollämtern.

Vors.:Es war neulich von Herrn Klepp in Berlin ein Circular an sämmt- liche photographische Zeitungen ergangen, worin er für den Congress Vorschläge macht, die sich mit der Verzollung der Trockenplatten beschäftigen. Trocken- platten werden ja häufig vom Auslande eingeführt und sind dann einer Zoll- revision zu unterziehen; bei dieser Revision kommt es nun sehr leicht vor, dass Platten verdorben werden. Herr Klepp hat in den bis jetzt veröffentlichten

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