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Nr. 50. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 499
„«*„..... besser Gelegenheit in einem kleinen Kreise, in einer Commission. Dieselbe
braucht nicht übermässig gross zu sein; also 6 Mitglieder dürften durchaus passend erscheinen. Auch wegen der Zeit sind wir nicht in zu schwerer Ver- ſegenheit, da unsere Tagesordnung sich diesmal so wie so bis Sonnabend aus- dehnt; und die Sonnabend-Sitzung ist ausserordentlich wichtig, schon wegen der Preisvertheilung. Wir werden bis dahin die Angelegenheit zum Abschluss bringen und dann mit genügender Vorbereitung abstimmen können.“
Vors.:„llat Niemand in Bezug auf diesen Antrag etwas zu sprechen? Dann möchte ich denselben zur Abstimmung bringen und dabei gleich im Namen des Vorstandes an Sie die Bitte aussprechen, zu genehmigen, dass unsere Antwort in dem vorliegenden Falle correct gewesen ist.“
Herr Prof. Bruno Meyer:„Gegen eine solche Abstimmung im gegen- wärtigen Augenblicke möchte ich mich auf das Allerentschiedeuste erklären. Das, was hier ausgedrückt werden soll, das wird sich aus den Arbeiten der Commission hoffentlich ergeben. Soviel ich die Stimmung zu übersehen glaube, wird schwerlich etwas Anderes herauskommen, als dass der Vorstand von seinem Standpunkte berechtigt und einwandsfrei gehandelt bat. Aber wir wollen uns eben jetzt als nicht genügend informirt betrachten. Das ist der Sinn unseres eben gefassten Beschlusses. Für heute ist die Sache eben abgethan. Wozu wäre deun sonst die Commission?“
Vors.:„Die Commission soll gewissermaassen die Gründe von uns in Empfang pehmen, die uns zu unserem Vorgehen veranlassten.“
Herr Prof. Bruno Meyer:„ich halte es für vollständig überflüssig, Gründe zu sammeln nach gethanen Schritten. Wenn wir heute eine solche Entscheidung abgeben, brauchen wir keine Commission mehr; dann haben wir ja die Frage erledigt. Der Sinn davon, dass eine Commission da ist, kann nur der sein, dass die Möglichkeit vorliegen muss, ja und nein zu sagen. Wenn ich heute die Gewissheit hätte, dass Nein ganz unmöglich ist, so hätte ich nicht auf die Einsetzung einer Commission hingewirkt. Uebrigens bitte ich doch auch nicht ausser Acht zu lassen, dass zwischen einem begeisterten Ja und einem ab- sprechenden Nein mancherlei Mögliches mitten inne liegt. Wir wollen uns das also bis zum Sonnabend überlegen, wo jedenfalls ein Antrag mit voll- kommen erschöpfender und befriedigender Begründung vorliegen wird.“
Vors.:„Wir werden die Abstimmung über unsern Antrag bis Sonnabend verschieben. Es sind 6 Vorstandsmitglieder vorhanden, und es sollen ebenfalls 6 Herren dazu gewählt werden. Wollen Sie die Sache 8o haben, dass die Herren einfach sich mit mir, dem Vorsitzenden, berathen? Ich mache auf Eins aufmerksam. Es ist unter Umständen möglich, dass die Sache sich etwas länger hinzieht; es würde sich dann wohl durch andere Arbeiten das Fehlen einzelner Vorstandsmitglieder herausstellen.“
Herr Sehultz-Hencke:„Mein Wunsch wäre der, dass der Vorstand zu- sammen da ist; ich sage mir, es muss dem Vorstande von Werth sein, auch ev. eine andere Meinung zu hören. Ich glaube, es kann der Vorstand noch immer seine Meinung ändern, wenn er andere Ansichten gehört hat. Ich möchte einen nicht zu engen Kreis haben, um eine möglichst erschöpfende Discussion des Themas veranstalten zu können.“
Vors.:„Ich möchte den Vorschlag lieber so formulirt haben: Wählen Sie 6 Personen und den Vorsitzenden; wir verarbeiten die Sache und treten dann mit dem Ganzen an den Vorstand oder die Versammlung.“
Herr Schultz-Hencke:„leh möchte eigentlich nicht diesen Vorschlag. Mit Absicht möchte ich, dass jedes Wort von jedem Vorstandsmitgliede gehört werde. Das ist die einzige Möglichkeit, um zu einer gemeinsamen Basis zu gelangen. Die Sache liegt so schwierig, dass eine genaue PrKiaruns der ganzen Sache erfolgen muss, ünd Mierhes muss jedem Vorstandsmitgliede Ge-
jt geboten sein, sich gleich zu äussern.“ Lesedhene 4„Dann werde ieh über Ihren Antrag abstimmen lassene Erbebt Jemand Widerspruchb, so bitte ich das bemerkbar zu machen.— Es erhe sich kein Widerspruch. Der Antrag ist also angenommen, und wir werden nunmehr die 6 Herren für die Commission zu wählen haben.— Ich bitte also
Vorschläge zu machen.“


