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Nr. 49. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
welt wenden, um gemeinsam die erforderlichen Schritte zur Veranstaltung eines Congresses zu thun. Statt dessen hatte er eine einseitige Einladung von sich aus ergehen lassen. Der Endzweck war ein guter, nur das Vorgehen war falsch. Bei der Lage der Photographie und bei der Eigenthäümlichkeit, die wir Alle kennen und leider nicht wegleugnen können, dass in der deutschen Photographenwelt sebr viele Gegensätze bestehen, muss bei einer solchen Sache, die der Allgemeinheit Nutzen schaffen soll, jedes auch nur scheinbare Führen- wollen vermieden werden. Ich dachte damals dabei in erster Linie an die Berliner Vereine; ich sagte mir, wenn die Herren sich erst mit den Berliner Vereinen verbunden hätten, dass man dann sehe, es mit mehreren grösseren Vereinen zu thun zu haben, und dass dadurch der Ausschluss irgendwelcher Interessenvertretung von vorne hberein gewährleistet sei. Ich stellte damals den Antrag, au den Frankfurter Verein das Ansuchen zu richten, er solle sich erst mit den anderen Vereinen in Verbindung setzen, und dann mit diesen Vereinen zusammen einen Aufruf erlassen; das wäre richtig gewesen. Was nun das Endresultat betrifft, so kommen wir jetzt zu Dem, was nunmehr zu thun ist, und ich bin der Ansicht, dass ohne Weiteres von Verhandlungen keine Rede sein kann. Von dem Augenblick an, wo solche Worte gewechselt werden, hört jeder Verkehr auf. Allerdings ist nun von Werth, dass hier in dieser Versammlung ausgedrückt wird, wie bedauerlich es ist, dass wir es nicht fertig bringen können, uns zusammen zu schliessen; ferner, dass wir nur von einem Zusammengehen aller deutschen Photographen-Vereine Erspriessliches für die Photographie erwarten dürfen. Wir haben ja schon einen Präcedenzfall, der uns speciell angeht. Auch in Berlin ist von vielen Seiten das Vorgehen des D. Phot.-V. in Sachen der Sonntagsruhe lobend anerkannt worden, und viel- fach fand ich die Meinung vertreten, dass wir Herrn Schwier für sein energi- sches Vorgehen zu grossem Danke verpflichtet seien.“
Herr Professor Dr. Bruno Meyer:„Meine Herren! lch bin etwas kriegerischer Natur und komme deshalb auf den Gedanken von vorher zurück. Wir baben unter allen Umständen, wenn wir unseren Standpunkt da einnehmen wollen, wo ihn der Vorstand schliesslich gefunden, die Verpflichtung, uns nicht ohne Weiteres abführen zu lassen, sondern unsere Sache so lange mit Nach- druck zu halten, bis wir den Gegner endgiltig und unzweideutig ins Unrecht gesetzt haben. Ich verstehe natürlich nur anständige Mittel und lasse mich durch andere auch von der Gegenseite nicht beirren. Es ist meines Erachtens ganz gleich, ob der Vorstand— unzweifelhaft im Rahmen seiner Befugniss— seinerseits jedes Engagement für einen Congress ganz in unserem Sinne ab-— gelehnt hat oder nicht. Keinesfalls hatten die Veranstalter des Congresses das Recht, bevor diese Versammlung zu sprechen Gelegenheit gehabt, die Verhand- lungen abzubrechen und unsere Beauftragten zurück zu weisen. Wir haben darauf noch zurück zu kommen.— In der Sache selbst scheint die Angelegenheit so zu liegen: der D. Phot.-V. würde sich meines Erachtens ein Armuths- zeugniss ausstellen, wenn er sich überflüssig gemacht und seine Existenz be- droht glaubte, sobald diese Dinge, um die es sich bei dem Congresse haudelt uand die auch er schon bisber zum Theil mit Nachdruck und Erfolg in den Kreis seiner Thätigkeit gezogen hat, ihm mehr oder weniger abgenommen würden. Er hat diese Dinge als Interessen der Allgemeinheit in die Hand genommen, und er hat in Folge der grossen Verbreitung. und der technisch vorzüglichen Leitung, deren er sich erfreut, viel geschafft, was wir ja Alle mit Genugtbuung anerkennen, und was bei der überaus liberalen Handhabung aller unserer Organisationen ja auch jetzt schon Jedem, der mit der Photo- graphie in Beziehung steht, zu Gute kommt. Aber der D. Phot.-V., so sehr er sich darauf etwas zu Gute thun darf, hat doch noch andere Zwecke zu ver- folgen, so dass er sich nicht einfach für mediatisirt zu erachten braucht, wenn dieselben Angelegenbeiten von nun an in anderen— weiteren— Kreisen, deren eigenste Sache sie ja sind, und zu denen er doch auch selbst gehört, in Be- arbeitung genommen würden. Ich möchte mir die Freibeit nehmen, das schein- bar sehr drastische Beweismittel für eine entgegengesetzte Auffassung, das in dem von dem Herrn Vorsitzenden ausgesponnenen Gleichnisse liegt, um einer möglichst nüchternen Beurtheilung der Sache nach Kräften Vorschub zu leisten,
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