Jahrgang 
1894
Seite
484
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4 84 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 49.

auf seine Beweiskraft etwas genauer zu prüfen. Meine Herren! Nicht nur jedes Gleichniss hinkt, sondern manches hinkt sogar ganz bedeutend und auf beiden Seiten; und zu diesen scheint das vorliegende zu gehören. Wenn Jemand in der geschilderten Weise aus seinen mühsam geschaffenen Erwerbs- veranstaltungen depossedirt werden sollte, wo es sich also um eigenste, per- sönliche Interessen handelt, da ist ein solches Verfahren der Enteigunung gewiss mit allen Kräften abzuwehren und als ein unbedingt verwerfliches zu kenn- zeichnen. Um Derartiges handelt es sich jetzt und hier aber gar nicht. Wer hat an den Dingen, die wir im Interesse der Allgemeinheit betreiben, und von denen jetzt der Congress einige in seinen Kreis ziehen will, wer hat an der Besorgung dieser Dinge individuelle materielle Ioteressen? Niemand! Das sind Opfer im Dienste der Gesammtheit, und diese Arbeiten in die Hand zu nehmen ist Niemand berechtigter als diese Gesammtheit selber. Ja, sie ist dazu verpflichtet, und es ist ein schwerer Vorwurf, dass von der Allge- meinheit in dieser Richtung bisher noch so gut wie nichts gescheben ist, und dass der Deustche Photographen-Verein so ziemlich allein die ganze Arbeit auf sich hat nehmen müssen, soweit sie überhaupt geleistet ist. Wenn jetzt nun die unzweifelhaft vor Allen dazu berufenen weitesten Kreise der photographischen Welt Deutschlands sich dieser allzu lange vernachlässigten Aufgabe zu erinnern beginnen, wenn sie glauben, jetzt das Versäumte nach- holen zu müssen, und wenn sie hoffen, das mit uns zusammen auf einem Con- gresse in die Wege leiten zu können, so ist solch Unternehmen um eines Ungeschicklichkeitsfehlers der die Vorbereitungen leitenden Personen willen nach meiner schwachen Einsicht nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen, noch auch zu dulden, dass uns auf solche Weise der uns zustehende Antheil an so berechtigten Bestrebungen verkümmert werde; und ich möchte daber gern, dass wir einen Modus fänden, diese Sachlage in gebührender Weise fest zu stellen. Wenn auf das doch nur als bedachtsam zögernd zu bezeichnende Entgegenkommen unseres Vorstandes in solcher Weise zu unseren Vertretern gesprochen wird, wie wir es staunend vernommen haben, dann dürfen wir allerdings jetzt nicht darüber hinweg so thun, als wenn uns furchtbar daran liegen müsste, von den Herren doch noch wieder in Gnaden angenommen zu werden. Ich möchte aber wenn auch weiter nichts dabei herauskäme vor aller Welt festgestellt wissen, ob und wie die Herren diese voreilige Aus- kunft zur That machen wollten.(Fortsetzung folgt.)

Ueberschauender Bericht über die Frankfurter Ausstellung,

nach dem am 25. August 1894 am Schlusse ler Wanderversammlung in Frankfurt am Main gehaltenen Vortrage. Von Bruno Meyer. (Fortsatzung.)

Wenn Jemand auch nur einen Bogen giessen will, und er will es mit einiger Bequemlichkeit und Sicherheit thun, dann braucht er dazu eben so viel Raum, wie diese Maschine beansprucht; und was ihre Hantirung be- trifft, so habe ich sie mir sehr aufmerksam und eingehend von allen Seiten angesehen, ohne dass mir irgend etwas aufgestossen wäre, was einem Be-

denken äbnlich säbe. Es ist selbstverständlich, dass jede maschinelle Vor-

kehrung an die Iutelligenz Desjenigen, der sie benutzt, gewisse Anforderungen stellt. Aber wer vor einer Maschine zurückzuscheuen haätte, die Alles mit so einfachen und unmittelbar einleuentenden Mitteln zu erreichen weiss wie die vorliegende, der dürfte sich in seinem Handwerkszeug nicht über die solide Construction eines Sägebockes hinauswagen. Aber gerade die photo- graphische Technik erfordert ja durchveg einen solchen Grad von Verständniss und Besonnenheit, dass von einem Be lenken solcher Art gar keine Rede sein zu können scheint; und so bin ich überzeugt, dass es nur des Auftretens dieser Maschine bedürfen wird, um ihr ein überall bereites Entgegenkommen zu sichern. Zeugt doch das Auftauchen immer neuer Fabriken für Celloidin Papier und die leicht ersichtliche Ausbreitung seines Gebrauches dafür, dass einstweilen die Begeisterung für dasselbe noch im Wachsen begriffen ist, und

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