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Nr. 48. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 475
Bedienung sehr viel Raum, den der einzelne Photograph in seinem
nicht entbehren kann. Sollten daher maschinelle lintsn, vnne welche mieier Billigkeit und Bequemlichkeit der käuflichen Papiere ein Wettbewerb ganz undurchführbar ist, dem einzelnen Atelier zugänglich gemacht werden, so musste etwas von der Art geboten werden, wie wir es hier vor uns sehen; eine Maschine von geradezu verblüffender Einfachheit und Handlichkeit, deren
Benutzung in keinem grösseren oder auch nur mittleren Betriebe auf Schwierig- keiten stossen kann.(Fortsetzung folgt.)
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Der neue Projections-Schnellseher von Ottomar Anschütz.
Vor einem auserwählten geladenen Kreise hat Ottomar Anschütz so- eben in dem grossen Hörsaale des Postgebäudes in der Artillerie-Strasse zum ersten Male seinen neuen elektrischen lebensgrosse Bewegungsbilder zeigenden Projections-Schnellseher vorgeführt, und ich beeile mich, darüber vor- erst das Nöthigste zu berichten. Es versteht sich bei Anschütz von selber, dass es sich diesmal nicht um eine kindisch schwindelhafte Mystifikation à la Muybridge bandeln konnte: und in der That zeigten sich die Darstellungen wirklich lebensgross, ja weit darüber hinaus, und es wurden zur Demonstration vollendet ausgeführte Anschützsche Reihen-Aufnahmen der hinlänglich bekannten Art benutzt. Auch von der lächerlichen Hetzjagd hinter einander her hastender Gestalten in sechsfacher Wiederholung war keine Rede. Es wurde geboten, was man von Anschütz erwarten durfte: eine ernsthafte Leistung eines ernst- haften Mannes.
Indessen ohne eine gewisse Enttäuschung ist es doch wohl auch diesmal nieht abgegangen; allerdings vielleicht weniger bei Denen, die etwa als Kenner bezeichnet werden köunnten, nicht unwabrscheiplich aber bei all den Vielen, die von der Schwierigkeit des Problems keine Idee haben und durch die be- kannten Anschützschen Leistungen, namentlich noch seinen jetzt überall auf- gestellten elektrischen Schnellseher-Automaten, verwöhnt sind.
Die Détails seiner neuen Construction bebhält sich Anschütz für spätere Mittheilungen vor; ich kann daher hier nur überliefern, was durch das ausge-— gebene Programm kundgetban wird, und was sich der Beobachtung unmittelbar darbietet. Es wird ein Doppel-Apparat mit Siemensschen Contact- Lampen von 4000 Kerzen Stärke und Objectiven von Görz benutzt. Derselbe ist mit einem einfachen Kamm-Dissolver versehen. Die Bilder sind sehr genau centrirt, so dass sie von beiden Lampen her äusserst genau auf dieselbe Stelle der Bild- wand geworfen werden; und nun erscheint immer abwechselnd links und rechts ein Reibenbild in dem Lichtkegel, der gleichzeitig durch den Dissolver gegen die Bildwand hin frei gelassen wird, Dieses Spiel, das sich natürlich ausserordentlich rasch abwickeln muss, da ja bekanntlich bis zu 2 Dutzend Bilder(und gelegentlich selbst noch mehr) in der Secunde aufgenommen werden und mithin auch gezeigt werden müssen, wird durch ein mechanisches Trieb- werk„activirt“(wie man in Oesterreich zu sagen pflegt). Das geht bei der
Sebhnelligkeit der Bewegung und der Nothwendigkeit ruckartiger Unterbrechungen
und Neu-Antriebe natürlich nicht ohne ein gewaltiges Geräusch ab, dergestalt, dass die Worte des Vortragenden währenddessep nicht verstanden, ja kaum als Nebengeräusch wahrgenommen werden konnten. ludessen dies würde kein wesentlicher Fehler sein, wenn nur die gewaltigen bewegten Körper, wie man es im einfachen Schnellseher gewohnt ist, eine naturwahre, stetige Bewegung aufwiesen. Das ist aber leider nicht der Fall. Das leidige Zittern und Zap-— peln, das unter gewissen Umständen(ich darf wohl bitten, sich der ein- schlägigen Einzelbeiten aus meinem längeren Aufsatze über Augenblicks- und Reihen-Aufnahmen, D. Ph.-Ztg. 1891, Nr. 29 fg., zu erinnern!) schon beim einfachen Schnellseher den Genuss und die IlIlusion zerstörend auftritt, macht sich hier in so ungebeuerlichem Grade geltend, dass ein wahres Gefühl der Beängstigung entsteht, von einem erfreulichen und natürlichen Eindrucke aber Alles bis auf die letzte Spur der Möglichkeit zerstört wird.
leh habe versucht, mir über die Gründe dieser Erscheinung Rechenschaft zu geben, und ich bin auf Dasselbe gekommen, was sich mir als vorläufig,
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