Nr. 48. Deutsche Photoraphen-Zeitung 1894. 473
die eine Discussion wünschen, bitte ich die Hand zu erheben.(Geschieht.) Die Discussion ist mit grosser Majorität abgelehnt.— Ich bitte weiter über den Antrag des Vorstandes abzustimmen: ob also die Versammlung mit dem Vorgehen des Vorstandes und den weiteren Schritten, die sich daran geknüpft haben, einverstanden ist oder nicht.“ 1
lierr Director Schultz-Hencke:„Meine Herren! Man kann nicht wissen, in weleher Weise ein solcher Beschluss von Gegnern des Deutschen Photo- graphen-Vereins— und ich weiss, dass der Verein solche hat!— ausgebeutet wird. Die Gegner werden nicht die Gründe anerkennen, welche den Vorstaud bei seinem Vorgeben geleitet haben. Sie werden nur sagen, der Deutsche Photo- graphen-Verein sei nicht auf dem Platze gewesen, als es galt, die Allgemein- heit zu fördern; und einen solchen Vorwurf dürfen wir uns, auch wenn er nur einen Schein der Berechtigung hat, nicht machen lassen. Ich stehe nicht im Gegensatze zum Vorstande; aber ich betrachte es in dieser Angelegen- heit als einen Fehler, dass nicht wenigstens einige Herren es versuchten, die Fühlung aufrecht zu erhalten. Eben weil der Vorstand nicht definitiv ent- scheiden konnte, musste dieses geschehen, da die Möglichkeit vorhanden war, 8 auf der Wanderversammlung auch eine gegentheilige Meinung laut werden önne.
Vors.:„Das, was Herr Director Schultz-Hencke bier sagt, ist vollkommen richtig. Aber der Grund, der uns bewogen hat, ein ausführliches Durcharbeiten der Sache bier zu unterlassen, ist nicht der, dass wir etwas dabei zu be- fürchten hätten. Im Gegentheil, ich habe hier ein sehr reichhaltiges so zu sagen entlastendes Material, das ich jedoch nicht ohne Zwang veröffentlichen möchte. Ich möchte vielen Leuten eine mächtige Blamage ersparen und nament- lich Denjenigen, die dem Congress sehr nahe stehen. Ich möchte aber daran erinnern, dass bereits abgelehnt wurde, in die Discussion einzutreten und des- halb bitten, bei der Sache zu bleiben.“
Herr Director Schultz-Hencke:„lch möchte dann einen Modus em- pfehlen, die Abstimmung so zu theilen, dass auch Depjenigen, welche es be- dauern, dass die Angelegenheit einen solchen Verlauf genommen, Gelegenheit geboten wird, diesem Bedauern Ausdruck zu geben. Geschieht dieses nicht, so würden alle diejenigen Herren, welche meiner Ausicht sind, gegen den An- trag des Vorstandes stimmen müssen. Ich bin ja auch der Meinung, dass vor- läufig, nach Empfang des Frankfurter Schreibens, an eine Theilnahme des Deutschen Photographen-Vereins an dem Congresse nicht gedacht werden kann. leh möchte aber gern, dass eine möglichst grosse Majorität sich für den Vor- schlag des Vorstandes erhebt, und um disses zu erreichen eine Klarstellung der Sachlage herbeiführen.“
Vors.:„Wenn ich eine Zustimmung bedauere und dennoch zustimmen muss, So ist das für mich ein unauflöslicher Widerspruch.“ 1
Herr Dr. Kaàmpfer:„Herr Director Schultz-Hencke meint, dass ein Herr, der da zustimmt, dann mit Bedauern zustimmen kann. Er hat gesagt, dass er mit Bedauern sieht, dass gewisse Sachen vorgekommen sind, dass gewisse persönlichkeiten Verhandlungen geführt haben, die nicht klug genug waren, die vielleicht dadurch, dass sie nicht genug gesagt haben oder zu viel gesagt haben, zum Scheitern der Sache beitrugen.“
Herr Director Schultz-Hencke:„Das war auch der Gedankengang, der mich leitete, für eine Discussion einzutreten, weil ich hoffte, dass am Ende derselben, trotz gegentbeiliger Meinungen, Gelegenheit geboten sein werde, in
Eintr: Vorstande vorzugehen.“ voller Eintracht mit dem 5(Fortsetzung folgt)
Ueberschauender Bericht über die Frankfurter Ausstellung,
nach dem am 25. August 1894 am Schlusse der Wanderversammlung in Frankfurt am Main gehaltenen Vortrage.
Von Bruno Meyer. (Fortsetzung.)
Das Bewusstsein von diesen traurigen Zuständen hat sich lüchlisherweide — wie bereits angedeutet worden— endlich an einigen hervorragenderen


