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462 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 47.
Weise mit dem ausländischen Fabrikate concurrirt: die Kunstanstalt von Edmund Gaillard in Berlin, die bereits seit langen Jahren Zinkätzungen macht, auch früh schon sich der Autotypie zugewendet und auf die Vervollkommnung beider Manieren anhaltende Mühe— nicht immer mit einleuchtendem Erfolge— gewandt hat. Es ist interessant, ihre Arbeiten, nachdem sie sieb mit erheblichen Opfern darauf eingerichtet hat, Rasterplatten aller Art bis zu den grössten Formaten darzustellen, hier jetzt neben den amerikanischen zu sehen, neben denen sie sich— wie gesagt— vollkommen halten, so weit die blosse Prüfung durch das Auge ein Urtheil gestattet. Ich kann aber eine Bemerkung nicht unter- drücken. Jedermann weiss, dass noch vor ganz Kurzem von den deutschen Consulaten im Auslande die schlechte Aufmachung der deutschen Waaren als ein Hinderungsgrund für ihren besseren Erfolg gerügt werden musste, und man hat sich gefreut, inzwischen zu hören, dass es damit vielfach erheblich besser geworden. Was soll man aber dazu sagen, wenn Gaillards„elegante“ Kasten zur Aufbewahrung der Glasraster, die besonders berechnet werden und z. B. für die ausgestellte Plattengrösse von 18224 cm den— wie mir scheinen will— sehr respectablen Preis von 7,50 Mk. haben, so elende Galanterie- schlösser besitzen, dass das Preisgericht trotz aller Bemühung nur bei zweien zu dem Inhalte zu gelangen vermochte! Und dass das kein„unglücklicher Zufall“ gewesen, beweist der Umstand, dass das Preisgericht in Erfurt dieser Tage sich genau in derselben Lage befand. Dergleichen ziemt sich doch nicht und wird boffentlich gründlichst abgestellt werden!— Ob beiläufig in„Systemen“ der Raster nicht zu viel gemacht wird, will ich dahin gestellt sein lassen. Wer es findet, braucht sich ja nicht darum zu bekümmern, und wem hier—
wie oft— in technischen Bebelfen alles Heil zu liegen scheint, dem„kann geholfen werden“. Also das Handwerkzeug ist— aucb noch von anderen Seiten angeboten
— sebr ausreichend zur Hand. Ich möchte aber dieses Weges nicht gekommen sein, ohne einen grossen Irrthum zu kennzeichnen, in den man hierbei ver-— fallen könnte und vielfach wirklich verfallen ist. So wichtig und unentbehrlich nämlich für die Autotypie eine ganz gleichmässige und nirgend im Tone schwankende Rasterplatte ist, so ist die Schwierigkeit, vollendete Autotypieen zu liefern, doch damit noch lange nicht überwunden. Ja, die Hauptschwierig- keit liegt gänzlich ausserbalb der Photographie! Die bei uns bisher— ehrlich gestanden— doch sehr unbefriedigenden Ergebnisse kommen auf die Rechnupng unserer Drucktechnik! Die Erbärmlichkeit unserer Mittel, die leidige Spar- samkeit bei den Materialien, die immer in erster Linie geforderte Billigkeit der Druckerzeugnisse ist Schuld an dem traurigen Stande unserer Autotypie und daran, dass unsere IIlustration bisher unverbältnissmässig wenig von ihr hat profitiren können. Ich rede da natürlich von der IIlustration im höchsten Sinne, wo sie als eminentes Beförderungsmittel für den Cultur-Fortschritt in Betracht kommt. Dazu gehört aber selbstverständlich Klarheit und Schönheit der Darstellungen; und von Beiden ist bei unseren Autotypieen nur mit Ent- schuldigungen zu reden. Es hat sich da ein eigenthümlicher Anbequemungs- process, eine Art Musterbeispiel für die Darwinsche Theorie von der Anpassung, vollzogen. Der Vergleich mit Amerika, wo die Autotypie in allerglänzendster Blüthe steht, ist hierfür ausserordentlich lehrreich. lch könnte Ihnen in Deutsch- land versuchte Abdrücke amerikanischer Autotypieclichés vorlegen— das hier in Frankfurt erscheinende photographische Fachblatt hat z. B. in seinen ersten Nummern solche gebracht!—, von denen Sie, wenn Ihnen die amerikanischen Originalabdrücke daneben gelegt würden, Mühe haben würden, zu glauben, dass es sich dabei um dieselben Druckplatten handelt; so leuchtend schön sind die amerikanischen, so abschreckend flau die deutschen Drucke. Umgekehrt haben einzelne Autotypieplatten aus deutschen Ateliers, die mit recht mässigem Eindruck, wenn auch von pflichtschuldiger Reverenz der Redactionen begleitet, als Musterstücke in deutschen Fachzeitschriften beigelegt waren, ihren Weg nach Amerika gefunden und sind in dortigen Druckschriften wieder erschienen; z. B. das Portrait Nespers als Wallenstein, das aus den„Photographischen Mittheilungen“ glücklich den Sprung in„The Photographic Times Annual“(1892) vollzogen hbat. Sie würden beim Vergleiche staunen: der amerikanische Druck
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