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b Nr. 47.
der k. k.
Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 463 kommt beinahe einer Offenbarung gleich. Diese Unterschi ka
bei gleich. ede können anders liegen als ausserhalb der Photographie, das heisst also: in den hraan, technik. In der That ist es fͤr Denjenigen, der mit der Technik und ihren Hilfsmitteln hier und in Amerika etwas vertraut ist, nicht schwer, die ent-— scheidenden Punkte nachzuweisen. Sie sind theils maschineller Natur, theils
liegen sie in den Materialien; durchgängig handelt es sich um einen breiteren
Zuschnitt der Aufwendungen.
Darauf kann die Autotypie nicht verzichten wenn etwas aus—
ihr werden soll. Sie ist eine sehr delicate Technik, die
Ausserst sorgfältig gepflegt werden muss, Vernachlässigungen und Knauserei
aber schlechterdings nicht verträgt. Man hat diese Verhältnisse wie gewöhn- lich bei uns nicht wahr haben wollen und die Wahrbeit zu vertuschen gesucht aus jener übel berufenen, aber trotzdem noch immer im Flor und selbst im Ansehen stebenden Sorte von„Patriotismus“, die uns moralische und materielle Nackenschläge genug eingetragen hat. Jetzt endlich scheint für die Autotypie die Zeit seines eingestandenen Bankbruches gekommen zu sein. Bisher häâben
die Anstalten für Autotypie die Kosten dieses landesüblichen Beschönigungs-
verfahrens zu tragen gehabt, indem sie demselben durch die bereits erwähnte Anbequemung Rechnung zu tragen sich befleissigten. Unsere Autotypie-Anstalten haben sich wohl oder übel gezwungen gesehen, eine Art der Bearbeitung aus- tindig zu machen, die es wenigstens menschenmöglich machte, mit den be- willigten unzulänglichen Hilfsmitteln unseres Druckes Abbildungen herzustellen, von denen nicht jeder Laie gleich sagt: Das ist ja einfach scheusslich! Macht man photographisch gute Autotypieen, in denen jeder Punkt des Netzes von den höchsten Lichtern bis in die tiefsten Schatten sauber und klar da steht, dann bripgt unsere Drucktechnik nur„ein scheusslich Grau“ von einem Ende bis zum anderen hervor, eine Flaubeit und Unansehnlichkeit, wie man sie sich gar nicht trauriger vorstellen kann. Um diesem Erfolge guter Arbeit zu ent- gehen, baben unsere Autotypie-Anstalten sich die Retouche angewöhnt. Sie kratzen einfach aus den Lichtern alle Punkte heraus; dann bekommen sie natürlich im Abdruck das reine Papier. So ist für„brillante“ Lichter gesorgt. Dergleichen werden Sie niemals in amerikanischen Autotypien finden. Wenn da das Licht z. B. voll von vorn auf ein weisses gestärktes Hemd fällt, dessen Fläche nun blendend aus dem Bilde herausleuchtet, so können Sie gleichwohl. mit der Loupe untersuchen, und Sie finden das ganze Netz Punkt für Punkt unversehrt vor. Da haben Sie dann aber auch immer noch die zarteste Modellirung selbst in den höchsten Lichtern, während bei uns das Ganze eine todte nackte Papierfläche ist. Auf die Weise ist es freilich sehr billig, hohe Lichter herauszubekommen! Aber das ist auch eben wieder„billig und schlecht“. Um nun auch den Gegensatz„gleichwerthig“ zu bekommen, lässt man im Schatten nicht die einzelnen Punkte stehen, sondern es wird stramm hinein „gearbeitet“, d. h. verschmiert; und die tiefen Schatten erscheinen dann als compacte schwarze Masse. Das ist eben so werthvoll wie die vorher charakte- risirten Lichter. Ich brauche Ihnen aber nicht zu sagen, welchen Eindruck das macht, brauche nicht auszuführen, dass dabei mit den Feinheiten in Schatten und Lichtern auch die in den Mitteltönen zum Teufel gehen, weil sie sich nicht in consequenter Abstufung an die äussersten Lichtwerthe anschliessen. Für alle höheren Illustrationszwecke ist diese Sorte von Reproduction platterdings unbrauchbar.(Fortsetzung folgt.)
Briefe aus Wien. Von H. Hinterberger.
(Die Photographie auf der Ausstellung des Naturforschertages, Mittheilungen aus dem Camera-Club.)
Der vom 24. bis 30. September in Wien tagende Congress deutscher Naturforscher und Aerzte war mit einer sehr reichlich beschickten Ausstellung verbunden, welche auch in photographischer Beziehung viel Interessantes bot. In erster Linie entfaltete die in Abtheilung VIII, Wissenschaftliche Photographie, vertretene Ausstellung Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproductionsver-


