Jahrgang 
1894
Seite
445
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Nr. 46. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 445

bei Herrn Professor Dr. Bruno Meyer der Fall

gewesen ist; sie verunglimpfen ferner der cho)sres NMissen(daun das Protokoll unserer Wanderversammlung 5 langat ver- 4 jc ie j.*«**«*.. öffen eltenden Persönlichkeiten des Vereines, indem sie unterstellen, dassdie

Verhältnisse stärker gewesen seien, als die Menschen, wäh

einstimmigen Antrag der Commission und des Ges Lm mrend düen der AAdasannut zusammen die Angelegenheit beratben hat, gefasst wurdeé. Sie bemängeln die Zutheilung je einer Stimme auf je 25 Mitglieder der Vereine, die ihnenberechtigt erscheint,soweit die betheiligten Gesellschaften gleiche Organisation haben. Dann heisst es harmlos weiter: Dieser Fall lag hier vor bis auf eine Ausnahme; nämlich den Deutschen Photographen: Verein, wie sich leicht versteht. Mit diesem Discreditirungsversuch macht der betreffende Urheber des Berichtes hinterrücks dem Congress Vorwürfe, nachdem er während desselben nicht den Muth gefunden hat, gegen diese Stimmenvertheilung das Wort zu ergreifen, oder auch nur durch die von ihm geführten neun Stimmen die Einstimmigkeit des Beschlusses zu verhindern. Zu verwundern ist nur, dass der Berichterstatter nicht gemerkt hat, dass er hierdurch dem Fraukfurter Verein einen Vorwurf macht, da dieser ja dann einen seiner

Organisation nach ganz fremdartigen Verein bis zum letzten Augenblick heranzuziehen sich hat angelegen sein lassen.

Und diePhotographische Correspondenz?

Sdiie führt den Antrag des Deutschen Photographen-Vereins, der vorzugsweise von seinem nicht einmal dem Vorstande angehörigen Delegirten Herrn Professor Dr. Bruno Meyer ver- fochten wurde, auf die Gelüste einesZeitungsherausgebers, d. h. meiner Wenigkeit, die Rolle desCola Rienzi zu spielen, zurück,da aus dem unscheinbarsten Gehilfen ein prächtiger Abonnent werden kann. Ich finde keinen im Nothfall öffentlich druckbaren Ausdruck für diese Art der Unterstellung, abgesehen von der Ungeschicklichkeit, dass völlig unlogisch der Deutsche Photographen-Verein mit mir als Redacteur durcheinander gewirrt wird.

Ich darf Dem gegenüber wohl fragen, ob Sie auch nach diesen beiden Richtungen einen kalten Wasserstrahl zu richten für gut befunden haben, und indem ich als der Wahrscheiulichkeit entsprechend Ihre verneinende Antwort voraussetze, ob Sie das gethan (oder vielmehr unterlassen) haben, nach dem Wahlspruche:Die kleinen Diebe hängt man, die grossen lässt man laufen, oder geleitet von der Ueberlegung, dass bei den anderen Stellen auf einen Erfolg solcher Ermahnungen doch nicht zu rechnen ist, und es sich daher nur verlohnt, dort vorstellig zu werden, wo allenfalls noch etwas zu machen zu sein scheint.

Wie dem aber auch sei: ganz unbedenklich scheint die neue Praxis Ihres werthen Vereines nicht, mit unbesonneneneinstimmigen Beschlüssen des überrumpelten Vereins- plenums in seiner unberechenbaren lückenhaften Zusammensetzung des Amtes eines Tugend- wärtéels zu walten. Es dürfte dem verehrlichen Verein, bevor er diese Aufgabe auf sich nimmt, wenigstens zu empfehlen sein, dass er sich durch eine erspriessliche und als verdienstlich und vorbildlich anerkannte, Positives schaffende Thätigkeit über seinen eigenen bescheidenen Kreis hinaus, also durch wohlbegründetes Ansehen diejenige Autorität zu verschaffen suche, ohne die ein solches Auftreten leicht einen, dem erwünschten ernsten, ganz entgegengesetzten Eindruck hervorbringt. Es ist dann 1000 gegen 1 zu wetten, dass er sich zu einem Grade von Einsicht und Besonnenheit hindurchgearbeitet haben wird, der ihn andere, geeignetere Wege zu dem an sich ja sehr lobenswerthen, ihm schon jetzt vorschwebenden Ziele suchep lassen und finden lehren wird.

Sachlich, in Bezug auf das im Augenblick Vorliegende, halte ich dieéeinstimmige Ansicht des verehrlichen Vereines, dass Wahrheit und Ehrlichkeit die durch den Congress angestrebten gemeinsamen Arbeiten schwer schädige, für eine kurzsichtige. Dieselbe Kurz- sichtigkeit und der Mangel an Gewöhnung an schnelle Ueber- und Umsicht hat auf dem Congress den verderblichen und völlig unhaltbaren Beschluss zu Stande kommen lassen, einen Theil unserer Verhaudlungen zu unterdrücken. Ich hoffe, dass die im Gange befindlichen Bemühungen, diese schwerste aller denkbaren Schädigungen gedeihlicher gemeinsamer Arbeit nachträglich zu beseitigen, bei Ihren Delegirten beziehungsweise Ihrem Verein rückhaltlose Förderung finden werden, falls es jenen und diesem in Wirk- lichkeit so ernst mit dem ungehemmten Fortgange gemeinnütziger Arbeiten ist, wie es nach dem gut gedachten, aber unglücklich vollbrachten ersten Schritte zur Beseitigung von Hemmnissen jetzt eben mir gegenüber den Anschein hat.

Es bedarf wohl nicht der Versicherung, dass Sie mich auch ohne solche Kraft- anstrengung jederzeit gern bereit finden werden, mich mit Ihnen zu gutem Zwecke zu verbinden und wechselseitig sachliche Vorschläge in geziemender Form entgegenzu- nehmen und zu ertheilen...

Die am Schlusse Ihres Schreibens ausgesprochene Hoffnung ist gegenstandslos. Die Berichte, die in der Folge veröffentlicht werden, sind die officiellen stenographischen. Eine Möglichkeit, zu verhindern, dass durch dieselben einzelne Delegirte in diée Discussion gezogen werden können, ist nicht gegeben. Man müsste denn die öffentliche Discussion selber ausschliessen....

Was die jetzt bereits in die Discussion gezogene Persönlichkeit betrifft, so bestreite ich derselben wie jedem Anderen in gleichem oder ähnlichem Falle ganz entschieden das Recht, bei der Einwirkung auf die Entscheidung einer berathenden Versammlung Mittel

stattfinden zu lassen. Das Jahr 1897 erscheint mir auch, weil in Berlin und in der Schweiz grössere Unternehmungen geplant sind, zu kurz daran zu liegen, sodass 1898 am gelegensten sein dürfte. Ich werde Ihnen seiner Zeit pünktlich von unserm Beschluss Kenntniss geben und zeichne

hochachtend!. K. Schwier.