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Nr. 46.
Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
durft, um wenigstens den guten Willen bierzu zu beweisen. Leider scheint aber das Verständniss für die Schwierigkeit der Lage an der maassgebenden Stelle trotz langer Bemühung nicht erreicht zu sein, denn erst am 28. October also ziemlich spät, erbielt ich den folgenden Brief: 1 Herrn K. Schmier, Wefnar Berlin, den 28. October 1894.
Wir bekennen uns zum Empfang Ihres werten Schreibens vom 18. October. Aus dem- selben ersehen wir, dass Sie auf einem Standpunkt stehen, auf welchen wir nie gelangen werden.
Da wir jede Erörterung für fruchtlos halten, stellen wir Ihnen anheim zu thun und zu lassen was Sie wollen.—
Im Uebrigen werden wir Ihr Schreiben in der nächsten Sitzung unseres Vereines verlesen. Hochachtungsvoll der Vorstand des photograph. Vereins zu Berlin
i. A d. I. Schriftführer d. 1. Vorsitzende
gez.: gez.: .. Dr. Adolf Miethe. J. C. Schaarwächter.
Hierauf babe ich nur zu bemerken, dass ich in dieser, wie in allen meinen Angelegenbeiten, soweit wie dieses überhaupt den Menschen möglich ist, stets den Standpunkt der Logik und Wahrbaftigkeit eingenommen habe. Es ist bedauerlich, dass der Vorstand des Photograpbischen Vereins nach reiflicher Ueberlegung sich zu der Erklärung veranlasst sieht, dass er auf diesen Stand- punkt nie gelangen werde! Die Zusicherung, dass mein Sebreiben in der nächsten Sitzung des Photographischen Vereins verlesen werden solle, hat für mich absolut gar kein Interesse, da der Vorstand wohl mit Bedacht zu dieser Verlesung eine sogenannte interne Sitzung gewählt hat. Es ist daher auch nicht zu befürchten, dass irgend etwas aus diesem meinem Briefe in das Protokoll hineinkommt*). Nun bin ich allerdings daran gewöhnt, dass von der Seite der„Photographischen Chronik“ und des„Ateliers des Photographen“ Alles vermieden wird, was in irgend einer Weise auf die Thätigkeit der Deutschen Photographen-Zeitung oder des Deutschen Photographen-Vereins hinweisen könnte. In diesem Falle hätte man sich aber des alten Satzes „Audiatur et altera pars“ wohl erinnern müssen und den Lesern nicht eine einseitig gefärbte Darstellung geben sollen. Ich bedauere lebhaft, dass die leitenden Persönlichkeiten des Berliner Vereines nicht durch einen Akt weiser Selbstüberwindung das Interesse für die auch von ihnen angeblich heiss ersehnte Einigkeit dargelegt und dadurch die jetzt folgende Veröffentlichung entbehrlich gemacht haben. Ich bitte, bierbei nicht zu übersehen, dass ich die Beilegung des Zwistes ohne weitere compromittirende Veröffentlichungen frei gegeben habe, trotzdem bereits der verletzende Abdruck des Briefes an mich in der „Photographischen Chbronik“ erfolgt war.
Mein Brief aber lautet:
Weimar, 18. October 1894.
An den Vorstand des Photographischen Vereins zu Berlin,
zu Händen des I. Vorsitzenden Herrn Hofphotographen J. C. SZchaatNachten,
Berlin W. Das von Ihrem I. Vorsitzenden und Ihrem I. Schriftführer„für den Photographischen Verein“ unterzeichnete, an den Vorstand des Deutschen Photographen-Vereins„zu meinen Händen“ gerichtete Schreiben vom 5. d. M. bin ich nicht in der Lage, an die von Ihnen bezeichnete Adresse weiter zu geben, da es eine Angelegenheit betrifft und eine Hoffnung ausspricht, die den Vorstand des Deutschen Photographen-Vereins ganz und gar nichts an- geht, sondern mich allein und persönlich berührt. Sollte Ihnen Dieses nach den nachfolgenden Auseinandersetzungen noch nicht einleuchten, so würde ich Ihnen anheimgeben, sich mit einem ähnlichen Schreiben durch andere Vermittelung, sei es durch den II. Vorsitzenden
Herrn Fr. Müller-München, oder den Schriftführer Herrn C. Kindermann-Hamburg, nochmals—.
unter gleichzeitiger Beschwerde über mich— an den Vorstand zu wenden.
Bis jetzt hat noch kein Vorstand öffentlich in den verschiedenen Vereinsorganen über den Congress berichtet, sondern entweder die Redaction oder ein einzelner Delegirter, sofern nicht, wie mehrfach der Fall gewesen, beides zusammenfällt..1.
Auch in Ihrem eigenen Organ hat einer Ihrer Delegirten(und zwar derjenige, der in 2 der wichtigsten Beschlüsse, die gerade zu den gegenwärtigen Erörterungen die mittelbare Veranlassung bilden, von der Abstimmung Ihres Vereines dissentirte) und zwar mit seiner persönlichen Namensunterschrift, berichtet. Es ist mindestens eigenthümlich, gerade bei demjenigen Vereine, der seiner abweichenden Organisation zufolge am wenigsten im Stande
*) Wird durch die soeben eingetroffene Nr. 45 der Chronik bestätigt! 1
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