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Nr. 44. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 427
antwortet werden können. Es fragt Jemand nach dem besten Celloidinpapier; da wäre es ungerecht, wenn die Redaction dieses oder jenes Fabrikat hervor- heben wollte, wo bestimmt noch viele andere Firmen gleich gute Waaren herstellen. Die Redaction kann deshalb in solchen Fällen nur auf den Anzeigentheil verweisen oder die betreffenden Fragesteller auf die betreffenden Anzeigen aufmerksam machen.
Ein dritter Kreis von Fragen, und das nieht der kleinste, sind diejenigen, welche einen juristischen Charakter haben. Es sind das Fragen über Miethstreitigkeiten, über verbotene Nachbildung, über Engagementsverhältnisse, über Geschäftsverkäufe, über Erbschaftsangelegeuheiten, über Berechtigung der Führung von Titeln und Wappen und dergleichen. Diese Fragen haben wir bisber nach unserm besten Wissen und Ermessen beantwortet, theilweise unter Hinzuziehung von juristischen Kräften. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese Beantwortungen bäufig an vielen Fehlern litten. Theilweise ist der juristische Standpuukt nicht so streng vertreten gewesen, als wie dieses wohl erwünscht war, anderntheils aber wurde oft eine directe und schriftliche Be- antwortung ausser der in dem Fragekasten selbst gewünscht. Wir haben deshalb mit unserem juristischen Mitarbeiter Herrn Dr. Karl Schaefer in Mäünchen, der den geehrten Lesern schon aus mancherlei fachwissenschaftlichen Ab- handlungen bekannt ist, die Abmachung getroffen, dass die Leser der Deutschen Photographen-Zeitung auf alle juristischen Fragen, soweit sie von allgemeinem Interesse sind und im Fragekasten Aufuahme finden können, unentgeltlich Auskunft erlangen, wäbrend die Fragen nach technischen Auskünften wie bisher an Herrn K. Schwier in Weimar geschickt werden. Auch die Fragen über juristische Verhältnisse können, sofern dieses dem Fragesteller lieber ist, nach Weimar geschickt werden und finden ebenfalls von hier aus die prompteste Erledigung.—
Im Allgemeinen setzen wir aber für die Auskunftsertheilung folgende Regeln fest:
Die Leser der Deutschen Photographen-Zeitung erhalten im Fragekasten jederzeit unentgeltlich Auskunft.
Für brieflich gewünschte directe Beantwortungen sind bei der Anfrage 60 Pf. in Briefmarken beizufügen.—
Wir hoffen durch die neue Erweiterung des Fragekastens unsern Lesern einen wesentlichen Dienst zu erweisen und bitten nunmehr um recht rege Betheiligung, sowie auch um Beantwortung der in dem Fragekasten auf- gestellten technischen Fragen.
Weimar, deu 22. October 1894.
Redactiou der Deutschen Photographen-Zeitung. K. Schwier.
Degradiren(Vignettiren).
Der jeweiligen Geschmacksrichtung des Publikums entsprechend, sind bei den fertigen Photogrammen in längeren oder kürzeren Perioden helle Fonds mit abschattirtem Hintergrund oder dunkel copirte Hintergründe Hauptmode.
Gegenwärtig leben wir in einer längeren Periode der abgetönten hellen llintergründe, und die Schwierigkeiten, eine schöne, tadellose Vignette, dem Charakter der Aufnahme, den künstlerischen Intentionen des Operateurs ent- sprechend, herzustellen, sind oft schwer zu überwinden. Die Hilfsmittel für diese wichtige Manipulation des Copirprocesses sind einerseits zu primitiv, andererseits zu sehr schablonenmässig, um in jedem Falle, oder auch nur in den meisten Fällen, die volle Befriedigung des mit künstlerischem Empfinden arbeitenden Photographen zu finden. n
Primitiv in des Wortes vollster Bedeutung, aber dafür nicht an die Form gebunden und den Intentionen des Photographen mehr folgend, ist der in den Ateliers selbst gefertigte Degradateur aus Pappe. Aber die Schwierigkeiten der Herstellung, die Mängel, welche dem Material, welches weder Sonnenhitze noch feuchte Luft vertragen kann, ohne zu deformiren, anhaften, die Schwierig- keit des Auflegens auf das Negativ, so dass das Negativ von allen Seiten


