Jahrgang 
1894
Seite
428
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428 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 44. lassen diese Art des Abtönens

des, falsches Licht geschützt ist, 1 gegen fremdes 3 8 obwohl sie noch in

als höchst unvollkommen und unbrauchbar erscheinen,

vielen Ateliers, mangels Besseren, eingeführt ist. Schon lange hat man deshalb diese Degradateure aus soliderem Material

bergestellt: Holz, Zinkblech, Kautschuk, aber allen diesen haftet der grosse Nachtheil der Schablone an. Die Schwierigkeit des Auflegens und Befestigens des Degradateurs ist nur bei dem DegradateurFernande durch die glückliche Wahl des Stoffes vermieden, wie derselbe auch hinsichtlich der Mannigfaltigkeit der Formen dem Photographen, welcher sich mit allen Nummern ausrüstet, einen immerhin bemerkenswerthen Vortheil bietet, ohne jedoch die Einengung in die Schablone auch nur annäbernd zu vermeiden.

Diese Mängel werden natürlich in einer Epoche des Ringens nach der treuesten Wiederspiegelung des Bildes nach dem Bilde, welches das künstlerisch geschulte geistige Auge des Photographen sah, schwer empfunden, und so muss es als ein höchst glücklicher Zufall gepriesen werden, dass gerade in diesem Moment ein lustrument dem Photographen geboten wird, welches geeignet ist, die angeführten Mängel zu vermeiden, geeignet, sich bezüglich Gestaltung der Vignette ganz dem Wunsche des Künstlers unterzuordnen.

Aus den Kreisen der Amateure, jener Glücklichen, welche Zeit, Geld und Mühe unserer schönen Kunst, der Kunst zu Liebe, zur Verfügung stellen können, und aus deren Reihe der Photographie schon manche wesentliche Förderung geboten wurde, kommt uns auch heute die Lösung des Abtönungsproblems.

Herr Hrudnik in Wien hat einen Degradateur construirt und patentiren lassen, dessen Construction und Anwendung in Folgendem beschrieben werden soll. Der Degradateur führt den Namen

Iris-Degradateur.

Derselbe besteht aus einem festen Holzrahmen A, dessen untere Seite mit schwarzem Tuch az bezogen ist, welches an allen vier Seiten ca. 34 em übersteht, um das seitliche Eindringen des Lichtes absolut zu verbüten. Auf dem Holzrahmen sind Lamellen a aus einem schwarzen, undurcbsichtigen Stoff, um Stift ai drehbar, befestigt. Die Anordnung dieser Lamellen, die Form und Construction derselben ermöglichen es, den Iris-Degradateur zu öffnen in jeder beliebigen Form und Weite; von dem kleinsten regelmässigen Oval bis zu dem grössten, aber auch nach Bedarf in jeder Unregelmässigkeit, welche die Linien des Bildes und das künstlerische Ermessen des Photograpben erheischen.

Die Vortheile dieses Iris-Degradateurs sind so in die Augen springend, dass es überflüssig erscheint, den einen oder anderen Punkt noch besonders hervorzuheben. Erwähnt sei nur noch, dass die Handhabung eine ausser- ordentlich einfache ist. Um die richtige Offnung herzustellen, schliesst manm- einfach den Iris-Degradateur, indem man die Lamellen in die ursprüngliche Lage zurückbringt, d. b. mit den Spitzen nach der Mitte. Nun steckt man den Finger durch und fährt, sanft nach dem Rand drückend, in der Grösse der Oeffnung und Form derselben herum. Obwohl der Iris-Degradateur einen Abstand von dem copirenden Papier von fast ¾ em incl. Dicke des Negativs bat, so kann er doch zur Erzielung weicherer Verläufe noch erhöht gelegt werden. Der herunterhängende Tuchstreifen deckt die Seiten, wie erwähnt, vor falschem Seitenlicht.

Die wegen ihrer vorzüglichen Arbeit von Präcisions-Apparaten für Photo- grapbie rühmlichst bekannte Firma R. Lechner(W. Müller), Wien I, Graben, hat die Patente erworben und lässt in ibren Werkstätten den Iris-Degradateur mit

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