Jahrgang 
1894
Seite
426
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426 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 44.

würde auch hier noch nicht Abwechslung genug geboten sein, und er würde den Zwang in der Composition, der durch die fortschreitenden Uebergänge bedingt ist, so geschickt wir ihn an sich auch überwunden finden, nicht wohl übermerken können. Aber für die grösste Menge der Geschäfte ist dies kein Hinderungsgrund, sich des Geräthes zu bedienen. Es kann, wie der Augen- schein lehrt, wenigstens so gemacht werden, dass keine absoluten Verstösse und Ungeschicklichkeiten vorkommen; und damit kann Jeder zufrieden sein, der nicht gar zu grosse Ansprüche an die künstlerische Abrundung seiner Arbeiten stellt. Unter dem Uebrigen verdienen eine Anzahl von Scherz- requisiten Erwähnung: auf Pappe gemalte komische Figuren mit ausgeschnittenen Gesichtern, die die Aufzunehmenden mit den ihrigen auszufüllen baben; ein äbnlicher Scherz, wie er Manchem von Ihnen aus dem Atelier des etwas wunderlichen Malers Antoine Wiertz in Brüssel in der Erinnerung sein wird, der da auch einen sehr geheimnissvoll einladenden Winkel eingerichtet hat mit einem Ausschnitte in der Bretterwand, in den natürlich jeder Besucher neu- gierig seinen Kopf steckt, um sich dann in einem gegenüber aufgestellten Spiegel im Costüm eines Narren zu erblicken.

Gleichfalls zur Atelier-Ausstattung gehören die Ausstellungs-Gegenstände von Gebhard Schnell in Potsdam und von A. Knöchelmann in Goslar am Harz. Beide haben auch bereits im Vorjahre ihre Arbeiten vorgeführt und verdiente Anerkennung dafür gefunden. Schuell fabricirt, wie erinnerlich, künstliche Blumen und Pflanzen zur Decoration, in denen er wesentlich Neues diesmal nicht mitzutheilen gehabt hat, so dass ich mit dieser kurzen Erwähnung über ihn bingehen darf. Anders Knöchelmann. Er hat nicht nur das im vorigen Jahre gegebene Versprechen eingelöst, seinem Patentstuhle eine Ein- richtung hinzuzufügen, durch die er leicht und sicher in jeder Höhenstellung gegen Achsendrehung festgestellt werden kann(über welche bereits vor Jahres- frist nachträglich berichtet werden konnte), sondern er hat leider ver- spätet uns einen Doppelstuhl mit einzeln verstellbaren Sitzen vorgeführt, der sicher gern benutzt werden wird, da die verschiedene Höhenstellung der Personen gegen einander ein sehr glückliches Hilfsmittel lebendiger und geschmackvoller Gruppirung bildet, das sich aber mit den gewöhnlichen Möbeln nur in wenigen gegebenen Abstufungen und daher nicht immer in der passendsten Weise anwenden lässt. Hier tritt das neue Möbel erleichternd ein. (Fortsetzung folgt.)

Fragekasten.

tung nicht immer im Stande ist, beantworten zu können.

Es kommen im Allgemeinen dreierlei Fragen vor.

Die einen sind Fragen für technische Angelegenbeiten, die, soweit es möglich ist, von der Redaction gern beantwortet werden, bei denen es aber hbäufig auch sehr angenehm sein würde, durch die Mitarbeiter der Zeitung Auskunft zu erhalten, da ja bekanntlich über technische Fragen die Ansichten verschiedener Leute immer ganz verschieden sind. Zum Theil liegt das an der Verschie denheit der Arbeitsweise oder der verwendeten Materialien; zum Theil sind die Verschiedenheiten bedingt durch mehr oder minder vorhandene chemische Kenntnisse der Beantworter, die dann selbstverständlich auecb leicht zu Irrtümern Veranlassung geben können.

Eine zweite Art der Fragen sind diejenigen über geschäftliche Inter- essen, d. h. über Bezugsquellen, Empfehlung von Apparaten und dergleichen. Diese Fragen nehmen wir grundsätzlich nicht in die Deutsche Photographen- Zeitung auf, sondern suchen dieselben, soweit es uns möglich ist, direct zu beantworten. Es ist selbstverständlich, dass solche Fragen, die streng ge- nommen in den Anzeigentheil gehören, nicht allgemein giltig von uns be-

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