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Nr. 43. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
Photochemiker bhat dies schon vor Jahren ganz genau ausgeführt, und ich schliesse mich seinen Ausführungen an. Er sagt: Bei Anwendung von Platin- oxydsalzen(Platinchlorid) wird das Bild angegriffen und verschwindet, (wenigstens theilweise), denn das dieses bildende Silber geht in Silberchlor über, ohne dass es durch einen Niederschlag von platin ersetzt würde:
2 Ag+ Pt Cl= 2 Ag Cl+ Pt Cle.
Aus dem angewandten Platinchlorid(Pt Cla) bildet sich also Platinchlorür (Pt Clz) und Chlorsilber.
Das so gebildete Platinehlorür aber tont nun, wenn es einen Zusatz einer Säure enthält bis zu schwarz nach der Formel:
2 Ag † Pt Cl= 2 Ag Cl+ bt. b
Wenn man also, wie auch üblich, Platinchlorür anwendet, erhält man für zwei Theile Silber einen Theil Platin, das Bild kann also unmöglich so stark angegriffen werden wie bei der Verwendung von Platinchlorid. Mercier sagt daher auch: man solle das Platinchlorid unter Anwendung von Wärme oder Gegenwart von Licht mit einem geeigneten Reducirmittel behandeln, von dem man aber nur genau so viel nebmen dürfe, als zur Bildung erforderlich sei, in- dem sich sonst das Bad nach und nach freiwillig zersetze;— ein Fall, der mir selbst schon vorgekommen ist.
Es ist also theoretisch unmöglich, dass ein Platinchlorürbad stark an- greifend wirkt, was ich aus eigner Erfahrung bestätigen und durch Paublikation der Aussprüche anderer Autoren und Praktiker erhärten kann. Da das Thema an und für sich ungemein interessant und wichtig ist, gestatte der geebrte Leser mir einige Ausführlichkeit.
Um möglichst tiefe Schwärzen zu erzielen, muss ein Bild lange genug getont werden, so dass das meiste Silber durch Platin, resp. Gold ersetzt wird. Es hängt aber nicht, wie oft angenommen wird, die Erzielung eines tiefschwarzen Tones von der Menge des Platins ab, denn die Deckkraft des- selben ist genügend, um auch in dünnen Lagen wirken zu können, vorausge- setzt, dass nicht darunter liegendes Silber mit seiner rothen Farbe den Effect beeinträchtigt. Mitbin ist es mindestens überflüssig, ganz intensive Bilder zu drucken und diese zu tonen. Es ist hinreichend bekannt, dass man auf dem Bühlerschen Mignonpapier durch geeignete Goldtonung intensiv schwarze
Bilder erzeugen kann, ohne tiefer als gewöhnlich drucken zu müssen. Es findet
hier eben eine vollständige Reduction des Goldes statt, deren Endproduct schwarz sein muss, wäbrend in manchen anderen Fällen wahrscheinlich nur ein farbiges Product gebildet wird. Ganz dasselbe ist auch beim Platin der Fall. Es hängt also viel vom Bade ab, wie der endgiltige Ton sich gestaltet. Ich nehme nämlich an, dass ausser den bekannten Verbindungen Platinchlorid und Platinchlorür das Platinsalz gleich dem Chlorsilber noch eipe ganze Reibe farbig erscheinender Verbindungen durchläuft, um schliesslich als amorphes schwarzes Pulver(Platinmohr) das Endproduct der fortgesetzten Reduction zu bilden, wie es auch beim Chlorsilber der Fall ist.. Entsprechend dieser Ansicht, existiren heute auch thatsächlich Vorschriften für Platinbäder, welche neben den gewöhnlichen Zusätzen noch reducirende Agentien zur möglichst vollkommenen Reduction des Platinsalzes enthalten. Dadurch erzielt man sicher einen schwarzen Ton, und das Bild wird nur wenig angegriffen. Obschon die betreffenden Vorschriften keineswegs neu sind, will
ich sie hier ganz ausführlich wiedergeben:
Man stellt folgende Lösungen her:
1 II oxalsaures Kali 150 g, Kaliumplatinchlorür 4 g, orthophosphorsaures Kali 90„ Wasser 60 cem. Wasser 1500 cem.
Zum Gebrauch nimmt man nun 3 Theile der Lösung I und 1 Theil der Lösung II und 2 Theile Wasser. Die gut ausgewaschenen Drucke werden vor- sichtig auf das Platinbad gelegt und zwar in der Weise, wie man Albumin- papier zu silbern pflegt, indem man das Blatt mit, beiden Händen an den entgegengesetzten Enden apfasst und gleichmässig mit der Papierseite auf die


