Jahrgang 
1894
Seite
418
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418 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 43.

Flüssigkeit in der Mitte aufsetzt und dann in diese gleiten làsst, wodurch Luftblasen vermieden werden. Wenn in den tiefsten Schatten kein rötblicher Ton mebr sichtbar ist, kann man den Tonungsprocess als beendet ansehen. Nach dem Abtropfen bringt man das Bild zunächst in ein Bad aus 1 Liter Wasser und 4 5 g Soda. Das angewendete Fixirbad wird gleichfalls mit etwas Soda versetzt. Chlorsilberpapiere, welche auf diese Weise schwarz getont werden sollen, dürfen unter keinen Umständen allzutiefcopirt werden. Sie gehen in der Platinlösung wenig zurück, und wenn sie zu tief copirt sind, erhält man ausserordentlich schwere und undurchsichtige Schatten, welche noch un- günstiger wirken, wenn das Bild spaàter mattirt wird.

Eine andere mir vorliegende Vorschrift enthält anstatt des oxalsauren Kalis eine reducirende Säure, begünstigt also auch jedenfalls den Tonungsprocess ganz entschieden.

Aus den angeführten Thatsachen geht also mit Sicherheit hervor, dass man mittels eines geeigneten Bades sehr wohl gute Platintöne erzielen kann, und dass die Sebwächung, die das Bild erleidet, eine nur unbedeutende, und vielleicht nicht grösser als wie bei der Goldtonung ist. Man kann demnach mit ge- wöhnlichen Negativen und dem üblichen Druckmaterial ganz passabele Drucke erzielen, ohne dass man nöthig hat die Härte der Drucke, sei es durch geeignete Negative, sei es auf andere Weise,. künstlich zu steigern.

Dies ist namentlich für das Celloidinmattpapier ein nicht zu unterschätzender Vortheil. Eben weil das Celloidinpapier sich weit schwieriger mit einer Gold- lösung platinähnlich tonen lässt als Gelatinepapier, ist ein zuverlässig arbeitendes platinbad eine jedenfalls sehr willkommene Acquisition.

lch möchte nun noch den Unterschied zwischen Celloidinmattpapier und

mattem Gelatinepapier besprecnen. Das erstere, das an und für sich noch ziemlich jungen Datums ist, dürfte sich bald die weitesten Kreise erobern, namentlich wenn man es in so ausgezeichneter Qualität beziehen kann, Wwie ich es bei meinen Versuchen gefunden. Es giebt selbst nach ganz dünnen und weichen Negativen ausgezeichnete Drucke, wie man sie auf mattem Gelatinepapier durebaus nicht erzielen kann. Sodann hat es die Vorzüge, dass das nach- trägliche Mattiren wegfaällt, keine Verletzung der Schicht eintritt und ein Härtungsbad vollkommen überflüssig wird. Gelatine wird nämlich leicht im Tonbade alterirt und macht dann eine nachträgliche Alaunirung nothwendig, welche ihrerseits das Auswaschen des Fixirnatrons erschwert. Die Anwendung von Entwicklungspapier zur Herstellung besonders harter Drucke für die Platintonung, wie sie neuerdings empfoblen wurde, ist analog dem oben Gesagten nicht nur zwecklos. sondern sogar entschieden zu verwerfen. Man würde eine Menge überflüssiger Arbeit, schwere tiefe und undurchsichtige Schatten und Mangel an Halbtönen erhalten. Es soll ja gerade durch Platiu- tonung auf Chlorsilberpapier ein intensiv schwarzer Ton mit schönen Halb- tönen und Details erhalten werden. Wenn man also darauf verzichten vill, kann man ja auch mit Platinpapier arbeiten. Um zum Sebluss noch einmal die Theorie zu streifen, muss bemerkt werden, dass heute wohl Niemand mebr mit dem Platinchlorid arbeiten wird, da hierbei unbedingt eine bedeutende Abschwächung des Bildes stattfinden muss. Bei Verwendung eines Platin- chlorürs ist dies nicht der Fall, und man muss gute Resultate erhalten. Noth- wendig ist nur die Ansäuerung des Bades mit irgend einer Säure, wozu man am besten Salpertersäure nimmt. Die Behandlung der Copieen mit einer Lösung aus Wasser und Soda nach dem Tonen ist nothwendig, weil sonst die im Papier zurückbleibende Säure das Fixirnatron zersetzen und später ein Ver gilben der Weissen verursachen würde.

Personalia. Unser Mitglied,

Herr Paul Wolfkamp in Friedeberg(Neumark),

ist laut Mittheilung seiner Gemahlin am 31. August aus seinem thätigen Leben abgerufen worden. Der Deutsche Photographen-Verein wird seinem dahingeschiedenen Mitgliede ein treues Audenken bewabren.

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