Jahrgang 
1894
Seite
400
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400 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 41.

je eine bronzene Medaille; der erstere für lebensgrosse Original-Aufnahmen,

der letztere für Photographie-Karten.

Literatur.

Die Darstellung der natürlichen Farben durch Photographie auf directem und indirectem Wege oder Photographie und Lichtdruck in natürlichen Farben. Nach eigenen Erfahrungen in historischer Folge bearbeitet von Hermann Krone, Docent für Photographie an der königl. sächs. Technischen Hochschule zu Dresden. Mit den eigenen, bis jetzt noch nicht veröffentlichten Recepten. Mit 12 Figuren. Weimar, Verlag der Deutschen Phot.-Ztg.(K. Schwier), 1894. Preis in Original-Einbancd gebunden 4 Mk.

Der sehr ausführliche Titel überhebt mich einer Inhaltsangabe. Alle Die- jenigen, welche der farbigen Photographie ibre Aufmerksamkeit zugewendet

haben, wissen, dass für dendirecten Weg der Farbendarstellung der Ver-

fasser bis in die jüngste Zeit hinein der einzige Experimentator in Deutschland gewesen ist, der den Spuren Lippmanns folgend zu selbstständigen Ergeb- nissen gelangt ist; und bei der Sicherheit und Gewissenhaftigkeit seiner Studien musste eine geschichtlich-kritische Zusammenstellung des bisher Geleisteten aus seiner Feder eine werthwolle Bereicherung der photographischen Literatur ergeben. Diese Hoffnung hat auch im Geringsten nicht getrogen. Nicht ganz in demselben Maasse befriedigt die Darstellung desindirecten Weges, der für die Praxis wohl als der wichtigere zu bezeichnen ist. Schon um diesen Vorbehalt in meiner Anerkennung zu begründen, komme ich demnächst auf das Werkchen zurück, das inzwischen der Beachtung wärmstens empfohlen sei. Bruno Neyer.

Die Isolirung der Substanz des latenten photographischen Bildes. Von Franz Kogelmann. Graz, Selbstverlag, 1894. Preis 1 Mk.

Das vorliegende Buch ist eines der interessantesten wissenschaftlichen Werke, welches die photographische Literatur überhaupt zu Tage gefördert hat und muss in vieler Hinsicht als grundlegend für unsere Kenntniss vom Wesen des latenten Bildes betrachtet werden. Die vom Verfasser verwendeten Me- thoden der Untersuchung sind ungemein sinnreich und durchdacht, während sie sich gleichzeitig durch grosse Einfachheit auszeichnen. Die Krone in dieser Beziehung verdient vielleicht die Art und Weise, wie eine theilweis belichtete und dann sogleich fixirte und gründlich ausgewaschene Platte durch auf ein- ander folgende Behandlung mit einem Silber- und einem Bromkaliumbade wieder so mit Bromsilber imprägnirt wird, dass dies mit einem trotz der Fixage an den belichteten Stellen zurückgebliebenen Stoffe X in innige Ver- bindung gelangt, und dass infolgedessen eine solche Platte ähnlich wie eine nur theilweis belichtete und nicht fixirte, sondern in blossem Wasser geweichte der Entwicklung zugänglich ist: sie condensirt an den belichteten Stellen Quecksilberdämpfe, bei physikalischer Entwicklung(saurer Eisenvitriol mit Silbernitrat) wird aus dem Hervorrufer Silber darauf reduceirt, und bei chemi- seher Entwicklung(z. B. alkalischer Hydrochinonentwickler) wird Bromsilber in der Schicht zu Silber reducirt. Ohne die beschriebene Einführung des Bromsilbers in die klare Schicht tritt von diesen drei Hervorrufungswirkungen nur die mittlere mit physikalischer Entwicklung ein. Sehr interessant ist kerner die Tabelle auf S. 35 mit den dazu gehörigen Erläuterungen von S. 23 bis zum Schluss, unter ihnen besonders die Betrachtungen über die Lagerung der solarisirten Molecüle bis in die Tiefe der einzelnen Bromsilberpartikelchen, während die normal belichteten als oberflächlich gelagert und je nach der Stärke der Belichtung mehr und mehr diese Oberfläche bildend gedacht sind. Gerade dieser Gedankengang kann vielleicht in Verbindung mit anderen Unter- suchungen über das Material des latenten Bildes, daran in der Arbeit wohl nur aus Unkenntniss nicht gedacht ist, von hoher Bedeutung werden. Carey Lea hat nämlich im März 1887 eine bahnbrechende Arbeit über die Identität

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