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Nr. 4. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 401
der Photosalze des Silbers mit dem Stoffe des latenten photographischen Bildes veröffentlicht(vergl. Phot. Wochenblatt 1887, S. 233, 249, 253), in der er nach- weist, dass die von ihm in beliebiger Menge auf rein chemischem Wege durch Einwirkung von unterphosphorigsaurem Natron auf die Haloidsalze des Silbers erzeugten Photosalze ganz und gar dem Material des latenten Bildes ent- sprechen. Bei völliger Abwesenheit von Licht wirkt das unterphosphorsaure Natron demnach ganz wie dieses auf eine Bromsilberschicht und ermöglicht die nachfolgende Entwicklung, das entstandene Bild kann dabei, je nach der Stärke der Entwicklung, sowohl dem durch normale Belichtung erzeugten, als dem soralisirten gleichen, und endlich kann die Wirkung des unterphosphorigsauren Natrons durch das Licht fortgesetzt werden und umgekehrt. Ist also hiernach die höchste Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass diese Photosalze, welche lack- artige Verbindungen der Silberhaloidsalze mit bis 9 Procent der entsprechenden Subsalze sind, das Material des latenten Bildes darstellen, und dass sie somit durch den Austritt einer entsprechenden Menge von Halogen gebildet werden, welehes seinerseits mit der Gelatine eine Verbindung eingeht, so ist es nur ein Schritt weiter zu dem Gedanken, die Solarisation wenigstens z. Th. darin zu suchen, dass bei nur oberflächlicher Einwirkung des Lichtes auf ein Brom- silberpartikelchen das losgespaltene Brom zwar leicht von der es umgebenden Gelatine absorbirt wird, dass aber bei tiefergehender Lichtwirkung die Ab- sorptionsfähigkeit der Gelatine eine begrenzte ist, der man näher und näber kommt, und dass dann das in der Tiefe frei werdende Brom dazu dient, die Wirkung überhaupt zurückzuhalten, und zugleich die Oberflächenwirkung mehr und mehr wieder rückgängig zu machen. In solch einem Falle wird dann bei der Entwicklung zwar mehr Silber reducirt werden, als bei blosser Oberflächen- wirkung; dasselbe wird aber nicht mehr, wie bei maximaler normaler Belich- tung, eine annähernd continuirliche und deshalb undurchsichtige Schicht rings um das Partikelchen bilden, sondern die Silbermolecüle werden zerstreut darin liegen, und das Körnchen wird, je nach dem Grade dieser Zerstreuung, die von der Länge der Belichtung abhängig ist, mehr oder weniger durch- scheinend sein.— Inwieweit diese Theorie mit allen Erscheinungen in Ein- klang zu bringen ist, muss die Zukunft lehren.
„Für Alle Welt“, Berlin W. Deutsches Verlagshaus Bong& Co., herausgegeben von Rich. Bong. Preis für das Vierzehntags-Heft 40 Pfg.
Ein ganz neues und eigenartiges Blatt des Verlages, welches sich den beiden„Moderne Kunst“ und„Zur guten Stunde“ innig anschliesst. Allen bisherigen Traditionen entgegen erscheint„Für Alle Welt“ nicht nur in einem reizend entworfenen farbenprächtigen Umschlage, der ungemein bestrickend wirkt sondern auch in den Text sind zahlreiche wundervoll abgestimmte farben- prächtige Illustrationen hineingestreut und äusserst geschmackvoll arrangirt. Sowohl die Bilder zu dem Aufsatze:„Dreihuntert Meter unter der Erde“, wie die farbigen IIlustrationen zu der Schilderung„Vom Tegernsee zum Gardasee“ sind Proben deutscher IIlustrationskunst. Eine vielfarbige Extra-Kunstbeilage: „Ungestüme Gäste“ wird sicherlich sowohl durch ihren urkräftigen Humor wie auch durch ihre meisterhafte Ausführung vielfach als ein herrlicher Wandschmuck Verwendung finden. Wird somit in der künstlerischen farbigen Austattung bisher Unerreichtes uud Neues geboten, so ist andererseits dafür gesorgt, dass auch den Verehrern der schwarzen Kunstblätter nur ganz hervorragende Leistungen geboten werden. In dem literarischen Programm, welches die Re- daction des neuen Familienblattes ihren Lesern entrollt, beisst es u. A.:„Für Alle Welt“ will eine Zeitschrift sein, die aller Welt durch ihren gediegenen, fesselnden Lesestoff, sowie durch ihren Reichthum an Bildern und deren glänzende Ausführung Freude macht. Unser Grundsatz, durch Neues und Frisches au- regend und belebend zu wirken, wird zunächst im Lesestoff zu höchster Geltung gebracht werden. Wir beginnen sogleich mit dem Abdruck dreier grosser und ausserst spannend geschriebener Romane;„Polypenarme“ von Hans Riehter, »Eine Todsünde“ von H. Conway und„Die Tbierbändigerin“ von Fedor von Zobeltitz, denen sich weitere Romane und zahlreiche Novellen und
umoresken anschliessen werden. In populairen Artikeln aus der Feder der


