390 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 40.
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den aufdringlichen Reisenden das publikum geradezu belästigen. Einige Photo- ſar Lre graphen haben sich von der Reclame zu viel versprochen und haben sich durch vl 3¹ bedeutende Zukosten für Inserate, Avise, Reisende eine Menge schlecht ange-e a.
brachter Schaukasten vollständig aufgerieben, erzählt mir doch ein College, Per, sonde dass er in einem Jahr dafür 1000 Mark ausgegeben hat und einen jährlichen iisusee Umsatz von nur 4000 Mark zu verzeichnen hatte. Es muss Alles im richtigen'la Verhältniss zum Geschäft stehen, wenn es nützlich sein soll! Einige Photo- rſa ande graphen haben Schaukästen in der Umgegend auf 2—10 Meilen angebracht, in mlher) obwohl an diesen Plätzen 2—3 Photographen thätig sind. Da üben denn oft Wiphehugen
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die Schaukästen eine ganz andere Wirkung aus, als von dem Besitzer erwartet uls asshrue wird. Der Zweck der Schaukästen von Berliner Ateliers, welche in den Vor- r an ue orten Spandau, Schöneberg, Friedenau, Steglitz angebracht sind, soll doch der reem 8 sein, das Publikum heranzuziehen. Nun haben aber gerade die Photographen, Au rigen welche in den Vororten thätig sind, dadurch ganz bedeutend gewonnen, weil kn veche das Publikum in sehr wenigen Fällen auf den Namen am Schaukasten achtet; Müsm ſeni auf diese Weise machen die grossen Ateliers Berlins wider Willen Reclame 1 Ens d für die vorbandenen Ateliers in den Vororten. In Friedenau befinden sich huntegraphen! Schaukästen von vier verschiedenen Ateliers aus Berlin; nehmen wir ayp, dass einem Ortsangehörigen die Qualität der Bilder nicht gefiele und er nun die Absicht habe, ein Berliner Atelier aufzusuchen, so wird er wohl kaum eine Stunde Weges laufen, da unterwegs mindestens zwanzig Ateliers hfir lune anzutreffen sind; es wird dann in dem ersten besten Atelier die Aufnahme uu Prof. b gemacht. humstadt, Ein sehr grosses Uebel sind die Anpreisungen gewisser Bons-Photographen. I dem reie Diese täuschen das Publikum, indem sie auf den Bon drucken lassen„Vor- lWarationd zeiger dieses hat statt 9 Mk. nur 4 Mk. pro Dutzend zu zahlen“. Diese ge- husKudie schäftliche Unreellität sollte mit allen erlaubten Mitteln bekämpft werden, feste&!muck. Preise und gute Waare ist die erste Bedingung, um sich einen guten Ruf zu-erbſeie erwerben. Was hilft das Klagen über schlechte Zeiten, wenn nicht jeder reell lhastheila denkende Photograph auch einen Schritt dazu thut, die geschäftliche Lage zu in hilder, bessern, und auf Beseitigung der Sebleuderpreise hinarbeitet. Das geschieht alyl.- D. am Besten dadurch, dass immer wieder von Neuem in den Tageszeitungen u ludvigsl gewarnt wird und dass ebenso das Publikum darauf hingewiesen wird, wie es- peiten durch gewisse Firmen Sand in die Augen gestreut bekommt und wie es hinter laanation das Licht geführt wird. Der Erfolg bleibt nicht aus, mag doch Derjenige, der uff
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nicht auf anständige Weise Concurrenz machen kann, sein Atelier schliessen,* 1 dann wird die Zeit nicht zu fern sein, wo wieder bessere Verhaältnisse zu Tage rien e treteu können. 1 ba ier Ein grosser Fehler besteht auch darin, Scbaukastenbilder zu benutzen, Keun diig welche der Besitzer nie aufgenommen hat, es werden in den Photographen- M düle Zeitungen Schaukastenbilder in allen Grössen zum Kauf angeboten. In einer alener grossen Stadt mag diese Vorspiegelung falscher Thatsachen noch ungestraft ſen ne Dden wi
durchgehen, in einer kleinen Stadt von 4— 10000 Einwohner ist aber die Wirkung eine andere und sehr zweifelhaft, denn da die Personen der gekauften Schaukastenbilder gänzlich fremd am Orte sind, so sagt sich das Publikum: kit lons, „das hat der wohl nicht gemacht“, und Misstrauen ist das Endresultat. Gerade in dehlafs in einer kleinen Stadt soll man darnach streben, wohlbekannte Personen auf- a zunehmen für den Schaukasten und gut gelungene Portraits dann ausstellen, ltler hei
selbst wenn man ein kleines Opfer dabei bringen muss, indem man die Auf- äuer oder
nahme gratis macht. Das wirkt, ein Jeder kann selbst die Aehnlichkeit und üüun im
Güte des Bildes feststellen. R der
Wie leichtsinnig oft mit gekauften Bildern verfahren wird, bemerkte ich ſiim ts dece
in einem Schaukasten in der Mark, wo ein Bild von Generalfeldmarschall eir lees 11
Moltke ausgestellt war, obwohl Moltke nie diesen Ort gesehen hat! lch habe die Hoffnung, dass, wenn solche Uebelstände öffentlich zur Sprache gebracht werden, ü
die Möglichkeit, die Lage des photographischen Standes zu bessern, nicht aus— nürtr he geschlossen ist. Möge in jedem photographischen Verein diese Frage erörtert en ihie Uuu
und besprochen werden, um Mittel und Wege zur Besserung zu finden, möge uuer d jeder Einzelne in seinem Kreise thätig sein, um Abhilfe zu schaffen, danu wird linde auch in der Photographie ein besserer Morgen tagen. d 1


