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Nr. 70.
kanntlich das Bons-Geschäft so recht im Flor und
Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 391
Bemerkung der Redaction. Der Verfasser hat in dem vorstehenden Arti Richtige angeführt, aber es finden sich auch namentlich in Bezug auf die 3oi detcllanehes ganz veraltete Ansichten darunter. Es ist noch niemals bewiesen worden, dass die Bons-Photo- graphen, wenn man auch annimmt, dass sie das Geschäft schädigen, diese Schädigung soweit treiben, als wie es z. B. durch andere Geschäfte geschieht, die in Bezug auf die Preise keine festen Sätze haben, sondern hierbei ganz unreell verfahren. Gerade in den grossen Städten ist ja be- Bon speciell Berlin, der Ort, über den der Ver- fasser hauptsächlich schreibt, hat sehr darunter zu leiden. Dieser Uebelstand ist ja auch schon auf der Wanderversammlung des Deutschen Photographen-Vereins in Wiesbaden zur Sprache gebracht und es wurde hierbei darauf hingewiesen, dass der Photographische Verein in Berlin als derjenige, welcher berufen ist, solche Uebelstände seiner eigenen Stadt auszumerzen grosse statistische Erhebungen über diese Sache angestellt hat. Gerade das Resultat dieser Erhebungen gipfelte in den Ausspruche: es sei da nichts zu machen. Und dann halten sich oft die feinsten Ateliers in Berlin sogenannte„Bratenbarden“, die— falls ihre Wirksamkeit weiter bekannt wäre— sicher viel Kopfschütteln erregen würden.— Es kann nicht Aufgabe des Deutschen Photographen-Vereins sein, solche Ausnahmezustände, wie sie sich speciell in Berlin nach diesen Richtungen hin zeigen, zu bekämpfen; dazu ist speciell die Stellung der Berliner Localvereine diejenige allein, welche— weil am Orte— segensreich wirken kann. Der Deutsche Photogr.- Verein steht diesen Verhältnissen fremd gegenüber und kann deshalb auch über sie ebensowenig urtheilen, wie etwa die Berliner Localvereine über andere Verhältnisse, die sich nur auf die übrigen Photographen Deutschlands beziehen, ein maassgebendes Urtheil sprechen werden.
Zeitschrift für Innendecoration. Juni-, Juli- und August-Heft. Herausgegeben von Prof. Hermann Goetz und Alexander Koch, Verlag von A. Koch, Darmstadt, Preis vierteljährlieh Mk. 5,—.
Unter dem reichen Inhalte der 3 letzten Hefte finden wir die folgenden Artikel: Decorations-Motive, Festons, decorative Gruppen ete. Eine allerliebste Decorations-Studie folgt: eine Thür-Draperie mit den jetzt so modernen Grillagen-Schmuck— Fenster-Draperie mit Grillwork— Englisches Iuterieur mit Gallerie-Verkleidung— Ein monumentaler, herrlich durchgeführter Triumph- bogen(I. Kunstbeilage)— Ein Blatt mit verschiedenartigen Stoff-Arrangements
für Klavier, Bilder, Fenster, Büstenständer, Portièéren etc.— Himmel-Bett im Stil Louis XVI.— Draperie für einen Toilette-Tisch— Schlafzimmer-Decoration aus dem Ludwigsburger Schloss— Portièren-Abschluss mit japanischer
Grillage— 2 weitere Fenster-Draperien— Grillage für eine Zimmerthür— Fenster- Decoration und Wand-Decoration(letztere II. Kunstbeilage) aus einer Karlsruher Villa— Fantasie-Möbel etc. und den Beschluss bilden einige, eben- so eigenartige als reizende decorative Gruppen, arrangirt aus Pflanzen, Früchten und sonstigem Zierwerk.
Dem textlichen Inhalte schliesst sich dann an: Der Tapezirer und seine verschiedenen Stile— Die künstlerische Erziehung der deutschen Jugend— Bilder als Zimmer-Decoration— Zur Hygiene des Schlafzimmers— Neuartige Glasgemälde— Der Lampenschirm— Die Zukunft des Ornaments.
Weiter finden wir unter der Spitzmarke: Ein amerikanischer Palastwagen- Zug das Innere eines Tages-Wagens, zweier Schlafwagen, des Aussicht-Wagens, des Speise-Salons, des Rauch-Salons, des Gesellschafts-Wagens und epdlich eines dritten Schlafwagens der Pullman Car-Company in Chicago. Sämmtliche Ansichten geben einen interessanten Einblick in den Comfort, von welchem der Amerikaner bei seinen Reisen umgeben ist, von der Eleganz, die er auf seinen längeren oder kürzeren Fahrten zu finden gewöhnt ist, und— hat auch ein Eisenbahnzug im Allgemeinen nichts mit der Innen-Decoration zu schaffen, so bietet doch der vorerwähnte des Bemerkenswerthen nach dieser Richtung soviel, seien es decorative Einzelheitnn der künstlerischen Ausstattung, seien es Motive für Decken-Bildungen oder Erker-Anlagen, dass man deren Wieder- gabe als einen äusserst glücklichen Wurf der künstlerischen Leitung der Zeit- schrift bezeichnen muss. Der anregend geschriebene Artikel aus Hans Schliep- manns bewährter Feder erböht noch wesentlich das Interesse an diesen Bildern.
Der übrige illustrative Inhalt erstreckt sich auf folgende Darstellungen: Ein Wohnzimmer mit Kamin-Erker-Nische in englischem Geschmack— Wohn- und Speise-Zimmer— eine prächtige Innen-Architektur, Kanzel in der Kirche zu Radebeul, von den Architekten Schilling& Graebner— die Abbildung eines kostbaren Schrankes mit eingelegter Arbeit— ein Treppengeländer mit reichster


