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Nr. 40. Deutsche Photographen-Zeitung 18994K. 389 niss bleiben soll, den andeutenden Buchstaben die genaue Adresse mitzugeben, sodass eine Offerte noch verspätet Einkehr halten kann. Jeder Postbote wird einen A. F., Eberswalde, Mühlenstr. 12, 2 Tr. rechts, sicher finden. Wenn aber durchaus von der Expedition der Phot.-Ztg. die Offerten gesammelt werden sollen, so wäre es dringend nöthig, dem Inserat ein„für Cöln“ oder „in Halle“ hinzuzufügen, damit der Principal weiss, wo er seinen künftigen Gehilfen 2u suchen hat. Die Stellenangebote sind erfreulicher Weise etwas häufiger mit ganzer Adresse versehen. Wo aber die Vermittelung der Expe- dition der Phot.-Ztg. in Anspruch genommen wird, wäre es ein Zeichen von Entgegenkommen und menschenfreundlich gedacht, wenn im Ange- bote die Stadt oder wenigstens die Provinz genannt würde. Wieviel Mühe würde erspart, eine Menge Zeugnisse und Photographieen zurück zu senden und obendrein noch frei zu machen, wenn jener Annonce z. B. das kleine „für Danzig gesucht“ beigefügt worden wäre. 919 Mein Mahnwort beisst also: Fort mit dieser Halbanonymität, gebt genauere Adressen an und zeigt dadurch gegenseitig mehr Entgegenkommen! Anmerkung der Redaction. Auch wir sind mit dem Inhalte des vorstehenden Artikels im grossen Ganzen einverstanden, wie wir dieses schon öfters auseinandergesetzt haben. Nur möchten wir in Bezug auf die praktische Ausführung noch etwas Anderes bemerken. Wenn z. B. ein Brief mit der Bezeichnung A. F. Eberswalde, Mühlenstr. 12, II rechts, versehen wird, so ist in den meisten Fällen wohl anzunehmen, dass dieser Brief nicht in die Hände des Adressaten gelangt, denn die Post befördert principiell keine Briefe an Adressen, die keinen Namen enthalten. Ein solcher Brief kann nur ankommen, wenn die Adresse lautet: A. F. bei Herrn Schulze oder es muss geschrieben werden A. F. postlagernd. Gerade durch diese Be-
zeichnung der Briefe sind sehr häufig Anzeigen vollkommen resultatlos geworden und wir müssen infolgedessen warnen, diesen Rath zu befolgen. Red.
Sprechsaal.
Unter dieser Rubrik stellen wir unsere Spalten Jedermann— soweit möglich— zur Meinungsäusserung frei, dem nicht anonymen Einsender die Vertretung selbst überlassend.
Photographische Reclame. Von Ernst Wohlgemuth. Der tüchtige Photograph bedarf der Reclame nur sehr wenig, denn jedes gute Bild thut in der Beziehung mehr denn 100 Zeitungsanzeigen und 1000 Rundschreiben. Es sind deshalb Rathschläge, welche durch 25 jährige Erfahrung erworben sind, von grossem Nutzen für Diejenigen, welche auf dem Felde der Photographie etwas ernten wollen. Wird ein Atelier eröffnet, so genügen ein 5— 10 maliges Inseriren und 4— 5 Schaukästen, in der Nähe und an sehr be- lebten Strassen angebracht, vollständig. Man wähle den bPlatz für die Schau- kästen so, dass möglichst Sonnenlicht vermieden wird, denn ein Schaukasten im Sonnenlicht sieht schrecklich aus, da die Bilder viel beller erscheinen und schlechte Stellen des Glases grosse Schatten auf dieselben werfen, abgesehen von dem Schaden, der namentlich an colorirten Bildern ausgeübt wird. Die Bildfläche darf erst 1,25 m über dem Erdboden beginnen. da tiefer angebrachte Bilder von Kindern mit schmutzigen Händen täglich beschädigt werden und es auch lästig ist, wenn sich der Beschauer erst bücken soll, um Alles in Augen- schein zu nehmen. Eine gute Art, den Schaukasten geschmackvoll zu decoriren, besteht darin, wenn man Spiegelscheiben, wie sie bei den Moraständern üblich sind, in Visitenkarten- und Cabinetformat mit zwei Messingschrauben befestigt und das Bild dahinter schiebt. Tableaux sind weniger zu empfehlen, da die- selben sehr theuer sind und einer wechselnden Witterung nicht Stand halten, sondern sehr schnell unansehnlich werden. Als Fond, auf den die Spiegel- scheiben befestigt werden, wähle man helles Naturpapier in Rollen, chamois, der Meter 60 Pfg. Es existirt dieses Papier in allen Nüancen; der Vortbeil bei hellem Fond ist, dass etwaiger Staub, welcher durch Fugen eindringt, nicht so sichtbar ist, als wie auf dunklem Sammet. Zur Weihnachtszeit mache man im Schaukasten besonders darauf aufmerksam, dass alle Aufträge zeitig ge- geben werden müssen. Wir können feststellen, dass die ersten Ateliers keinen Pfennig für Inserate ausgeben, während die Bons-Photographen mit ihren Schleuderpreisen und mit


