Jahrgang 
1894
Seite
388
Einzelbild herunterladen

388 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 40.

Ueber den Nutzen, den die genannten Apparate dem Photographen leisten, sind die Ansichten leider, leider noch sebhr verschieden. Man hat sich nicht gescheut offen Front dagegen zu machen, indem man durchblicken liess, dass dieselben das Interesse der Retoucheure schädigen würden. Andererseits wurde aber auch die Einführung von Maschinen in die Photographie als eine Herabsetzung der Kunst betrachtet, gegen welche man vorgehen müsse. Wer diesen und ähnlichen Anschauungen huldigt, scbadet sich nur selbst. Tagtäg- lich hören wir von neuen Verbesserungen der photograpbischen Utensilien, es giebt neue Cameras, Verschlüsse, Objective, Platten und wer weiss was noch Alles, dadurch wird die Kunst nicht geschädigt, Gott bewahre! Aber die an- strengendste Arbeit in der ganzen photogr. Praxis, die Retouche zu erleichtern, das heisst die Kunst degradiren und sich selbst schädigen. In Amerika ist man in dieser Hinsicht ein gut Theil praktischer, man ist dort der Ansicht, dass der Fachmann photographirt um zu leben und nicht lebt um zu photo- graphiren, und ob nun die Photographie eine Kunst ist oder nicht, hier geht es nach dem zweiten Tbeil des Schillerschen Spruches über die Wissenschaft:

Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem Andern Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.

Es kann heute nur Derjenige zu etwas kommen, der etwas Gutes leistet, und rasch arbeiten kann, das heisst mit anbdern Worten: technisch auf der Höbe der Zeit steht. Eine Verbesserung dieser Technik ignoriren, heisst also sich selbst schädigen, und wie es der poesie keinen Abbruch thut, dass man die Gedichte auf der Schnellpresse druckt, ebensowenig kann die Photographie bei Kunstverständiger Bebandlung durch Einführung nützlicher Apparate leiden.

Mahnwort an Stellenvergebende und Stellenlose.

viele Ipserenten darauf aufmerksam zu schmälern, wenn sie diese 8o

Der Zweck dieser Zeilen ist, machen, wie sehr sie den Erfolg ihrer luserate halb und halb anonym veröffentlichen, wie es fast allgemein üblich ist. Wie zeitraubend und weitläufig ist es, die hierauf eingehenden Offerten statt an die endgiltige Adresse erst an die Expedition der Phot.-Ztg. richten zu müssen. Nachdrücklich möchte ich aber betonen, wie Diejenigen, die sich der Expe- dition zur Vermittelung bedienen, auch noch dadurch die Wahl erschweren, dass in ihren Inseraten fast immer jede Andeutung über den Aufenthaltsort der Inserirenden fehlt. Jeder Principal, der einmal in der fatalen Lage war, für einen plötzlich erkrankten oder entlassenen Gehilfen schleunigst Ersatz schaffen zu müssen, wird die erwähnten Uebelstände sehr empfunden haben. In Nothfällen, wo es sich darum haundelt, in vier bis fünf Tagen eine neue Kraft zu bekommen, muss man vom Ausschreiben der Vacanz absehen, weil eben der Erfolg einer Annonce erst in acht bis zehn Tagen eintreten könnte. Nimmt man aber dieStellengesuche zur Hand, so findet man sicher über die Hälfte der Ioserate in äbnlicher Weise wie folgt unterzeichuet: Gef. Off. A. Z. Pbot.-Ztg. oder J. Z. postlagernd Thorn.

Mit A. Z. in Verbindung zu

6

1 s higecrn! u slehel!

galt la ai galler 4

1 7 Phot.

dtadt 3 e erspart-

6

1 noi gesueht abbovort h Mul Snd zeig

¹ 1 1

adung der R aGweel einrer mn Dezng au if nit der Be Iin Veisten Fäl a mkngt, denn

eüiten Ein Sol Mubt oder es mn nier Briefe sinc

Cwedessen warn

luteik Stellen vir dem nie

ieltige phot Ädt in der äden. Es siu rind, von gr nüi etwas er hss loserire asel augehr

u tss nögli M Mhk

aleit zieüte,

4

dolke des

treten ist ausgeschlossen, da zu viel Zeit hinginge, ehe der Brief über Weimar ulinden wi durch die Expedition an Ort und Stelle käme und jeder Zeitverlust doch ver- diit venn mieden werden soll. Schliesslich träfe am Ende gar aus Bayern oder vom ndäuen. Fi Rhein Antwort ein, womit dem. B. in Pommern wohnenden Principal wenig enr veuu n gedient wäre. Denn nicht Jeder wagt es ungestraft, einen den Gebräuchen iſäerdanen nach gut süddeutschen Gebilfen in eine pommersche Gegend zu verpflanzen, täl aine abgesehen von dem grossen Reisegeld, das solch ein Experiment kostet. Von an heuer 1 Nr. 2 meines Beispiels, also J. Z. postl. Thorn, deren Inserat vielleicht einer ür Adne älteren Nummer entlehnt ist, wàre wohl schwer zu erwarten, dass Jemand nach i iti 1 vierzehn Tagen bis drei Wochen, nocbh ei n ep dt we⸗ 8noch eine Offerte für sich auf der Post ver- i bg.

muthend, dort Nachfrage hielt. Also auch hier wäre eine Anfrage aussichts- alap. b los, mindestens unsicher. Allzu oft bleibt ein Gehilfe selbst nach zwei- oder keig ¹ dreimaligem Inseriren noch ohne Stelle, weil, wie überall, auch hier mehr da i Angebot als Nachfrage herrscht. Darum sei hiermit sehr abgerathen von jeder h tes Anonymität beim Stellengesuch. Besser ist es, wenn schon der Name Geheim- tannder A dnad