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Nr. 40. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 387
dem Apparat verbunden und die Arbeit k Negativ wie immer auf einer Leiste stehen, Da nun die Platte selbst vibrirt, hat man
zu retouchirenden Stellen anzusetzen, ohne dass man dabei einen Druck aus- zuüben braucht. Es ist zweckmässig den Stift senkrecht und nicht schräg aufzusetzen, da man hierdurch gleichmässigere Arbeit erzielt und bequem den Fortgang der Arbeit überwachen kann. Der Härtegrad des Bleistifts ist von weniger Belang, als dies sonst der Fall ist und muss für jeden Einzelnen durch
Probiren gefunden werden. Man wird in den meisten Fällen mit den gewohnten Stiften die besten Resultate erzielen.
Die Erzielung des Korns ist abhängig von der Contactschraube, indem man dadurch die Vibrationen vermebren oder ver- mindern kann. Dreht man die Schraube nach links, so erhält man ein feineres, dreht man sie nach rechts, so erhält man ein gröberes bis grobes Korn. Die Handhabung des vornehmlich für die Positivretouche bestimmten Retouchirstiftes ist eine ebenso einfache. Derselbe besteht aus einem circa fünfzehn Centimeter langen Halter aus Neusilber, welcher an einem Ende den Elektromagneten nebst Klemmschrauben für die Leitung und die Stellschraube, am andern Ende aber eine oscillirende Vorrichtung zur Aufnahme des Bleistifts in der Art der so— genannten Künstlerstifte trägt.
Zum Gebrauch wird die am vordern Theil beschriebene Einrichtung durch Zurückschieben der Hülse mit einem passenden Bleistift versehen. Nun ver- bindet man die Batterie mit dem Apparat mittels der Leitungsdrähte und nimmt den Halter so in die Hand, dass der am äussern Ende befindliche in einem schmalen Schlitz laufende Schieber nach oben gekehrt ist, die Klemm- schrauben der Leitungsdrähte aber nach unten stehen. Der Bleistift muss dem zu retouchirenden Material angepasst sein. Nimmt das Papier, trotzdem die Contactschraube auf schwache Vibration eingestellt ist, zu viel Blei an, so ist der Stift zu weich, und muss durch einen häarteren ersetzt werden. Findet das Gegentheil statt, so muss man einen weicheren nehmen. Die Veränderungen der Vibrationen werden durch Drebung der am äussersten Ende befindlichen Contactschraube regulirt.
Da der Halter ungefähr einen Centimeter dick ist und 11 Centimeter freie Fläche hat, so lässt er sich sehr gut halten. Man hat nur nothwendig den Halter in ganz geringer Entfernung über die zu retouchirende Fläche zu
führen; das Punktiren erfolgt sehr rasch und ganz nach Wunsch in gröberem oder feinem Korn.
Ein an und für sich praktischer Apparat zur Positivretouche ist auch der in Deutschland fast gar nicht gekannte amerikanische sogenannte Luftpinsel (Air brush). Derselbe dient namentlich zur Ausarbeitung von Vergrösserungen, Tuschzeichnungen u. s. w., kann aber auch im Negativretouchirverfahren zur Deckung grösserer Flächen vortheilhaft verwendet werden.
Das äusserst interessante Instrument besteht aus einer Staffelei, einer Luftpumpe mit Schlauch und dem eigentlichen Farbvertheiler. Mittels der
uftpumpe, welche durch eine entsprechende Vorrichtung mit den Füssen in Bewegung gesetzt wird, erzeugt man einen continuirlichen Luftstrom, welcher durch einen Gummischlauch dem Farbsprüher zugeführt wird. Letzterer ist ein bandliches Instrument, welches im Innern ein Rädchen mit einer daran befindlichen Nadel und eine feine Oeffnung, welche der Farbe den Austritt ge- stattet, enthält. Der erzeugte Luftstrom setzt nun beim Betrieb das Rädchen in ewegung und dieses verleiht der Nadel einen oscillirenden Gang, wodurch dem uftstrom gleichmässig flüssige Farbe zugeführt wird, welche von demselben auf das Papier u. s. w. aufgeblasen wird. Führt man das Instrument nahe an das Papier, so erhàâlt man einen feinen Strich; entfernt man es, so wird dieser immer breiter. Man hat es also ganz in der Gewalt die gewünschte irkung zu erzielen. Eine weitere Regulirung der Arbeit wird mittels einer klappe, welche mit dem Daumen regulirt wird, bewirkt.
Mit diesem Instrument kann man in kürzester Zeit grossartige Resultate erzielen; die Maschine arbeitet dabei sehr sicher und weich, sie findet des- halb beim Retouchiren von Vergrösserungen sehr gut Verwendung.
ann beginnen. Unten muss das welche man mit Tuch bekleidet. nur nöthig den Bleistift an den
Stellung der sogenannten


