Jahrgang 
1894
Seite
374
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374 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 99.

hineinfällt, sondern am Boden des Troges eintritt, ohne Luftblasen mitzuführen. Vor einiger Zeit ist zur Füllung der Cuvette eine 2 3 procentige Kalialaun- lösung empfoblen worden, die natürlich mit denselben Vorsichtsmaassregeln laftfrei in die Cuvette eingebracht werden muss. Während das Wasser auf die Dauer nur eine sehr geringe Kühlung zu bewirken, bezw. zu erhalten ver- mag und bald durch das Aufsteigen von Wasserdampfblasen sich zu trüben beginnt, wird der Alaunlösung nachgerühmt, dass die gleiche Wärmemenge fast die 300 fache Zeit gebraucht, um durch sie hindurch an die Condenser- fläche zu gelangen, wie bei freier Strahlung. Natürlich verschluckt die Cuvette etwas Licht; das ist aber nicht so bedeutend, um die Vortheile aufzuwiegen. Bei grösseren zweifachen Condensern wird in der Regel von diesem Behelf Umgang genommen werden können; dagegen ist er bei dreifachen der kurzen Brennweiten wegen nicht zu umgehen.

Es ist auch noch über den Ort zu sprechen, an dem die Cuvette stehen soll. Wunderlicher Weise wird sie vielfach zwischen die innerste Condenser- linse und die nächstfolgende gestellt handgreiflich sinnlos; denn sie schützt so gerade die gefährdeteste Linse, die der Flamme zunächst stebende, nicht. Viel schlimmer aber ist es noch, dass die an dieser Stelle für die Abkühlung fast wirkungslose Cuvette bier einen ganz colossalen Lichtverlust verursacht; nicht durch Verhinderung der Durchstrahlung, sondern weil jede Trennung der Condenserlinsen von einander einen Theil der Randstrahblen, die durch die der Lampe näher stehende Linse kommen, verhindert, die folgende Linse zu er reichen und damit zur Erhellung des Wandbildes beizutragen; und natürlich jst dieser Verlust der Randstrahlen um so grösser, je weiter die Linsen aus einander gerissen werden. Man kann da sehr bald dazu kommen, dass nur doch ein Drittel der ersten Linsenfläche von der zweiten ausgenutzt, d. h. also das ursprüuglich durch den Condenser nutzbar gemachte Licht der Lampe auf den dritten Theil reducirt wird, ehe es noch an das Glasbild weiter gegeben werden kann.(Hieraus erhellt zugleich beilàufig, was von denjenigen Anordnungen von Projections- oder Vergrösserungsapparaten zu halten ist, in denen zum Zwecke der Einstellung auch eine Verstellung der Condenserlinsen gegen einander vorgesehen ist.) Die Absicht, das Glasbild zu schützen, darf zur Begründung oder Entschuldigung für die Stellung der Zelle nicht angeführt werden: Dieser Schutz ist sehr viel weniger nöthig als der der Condenser, und er wird an jeder Stelle mit erreicht.

Die hiernach nothwendig und unbedingt der Innenseite des Condensers vorzusetzende Cuvette wird nun an dieser Stelle vortheilhaft so angebracht, dass sie sich nicht in dem geschlossenen Inneren des Apparatkörpers, sondern in die Vorderwand eingelassen und aus derselben selbst noch etwas hervor- stehend an der Stelle befindet, wo sonst der innere Theil des Condensers sitzt, welcher letztere dann entsprechend weiter aus dem Apparate heraustritt. Das hat an sich weder Schwierigheiten noch Bedenken. Es ist nur in jedem Falle der Anwendung solcher Zelle Fürsorge zu treffen, dass die Lampe durch nichts gehindert wird, so nahe an den Condenser, bezw. in diesem Falle zunächst an die Glaszelle heranzukommen, wie es bei der Benutzung langbrennweitiger Objective und in den anderen Fällen sehr starker Ausnutzung des Lichtes, die wir kennen gelernt haben, erforderlich wird.

Ein Wort noch zum Schlusse über mehrfache doppelte und dreifache Apparate. Nothwendig sind solche nur da, wo gleichzeitig zwei oder drei ver- schiedene Bilder(oder Bildtheile) über einander projicirt, oder Bilder(oder Bild- theile) unmerklich in einander übergeführt werden sollen. Wo einzelne Bilder mit einander ruhig abwechseln, wie wohl fast ausschliesslich im Liebhaberbetriebe, sind sie vollkommen überflüssig, und es ist besser, die verfügbaren Mittel auf die leistungsfähigere Durchbildung eines einfachen Apparates zu verwenden. Die gegenwärtig in Liebhaberkreisen wohl allgemein zur Anwendung kommen- den doppelten Bildhalter ermöglichen eine für blosse Vortrags-, nicht Demon- strationszwecke ausreichend schnelle und nicht unangenehme Auswechselung der Bilder. Es kann also hier von näherem Eingehben auf die Einrichtung solcher complicirteren Apparate Umgang genommen werden, unter blossem Hinweise darauf, dass dieselben besondere Vorrichtungen für die Verwandlung

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