N. 99. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
Deutscher Photographen-Verein.
Als neues Mitglied war angemeldet: Herr H. Collischonn, Photograph, Frankfurt a. M., Bleichstr. 58.
Lesezirkel 1894.
Es gelangten zur Versendung am 25. September 1894:
Reihe II. Phot. Mittheilungen Nr. 12. Reihe V. Phot. Archiv Nr. 749/50. „ IIlI.„„„ 12.„⸗ XIII. Phot. Times„ 677. „ IV. Phot. Archiv„ 749/50. P'Amateur Photogr.„ 31,32.
Ueber Projections-Apparate.
Eine Studie von Bruno Meyer, Berlin. Nachdruck verboten! (Schluss.)
Noch ein paar Worte zu der Frage der grösseren Projectionsbilder. Bei den bisher angestellten Erwägungen ist selbstverständlich nur von der gewöhn- lichen Verwendung der Projection in Liebhaberkreisen und wohl auch für die meisten Fälle des Unterrichtes die Rede gewesen. Das Bedürfniss öffentlicher Schaustellungen, wenn man zumal dabei mit gemalten Bildern arbeitet, stellt ja natürlich andere Anforderungen. Hier ist für die colorirende Hand jede Vergrösserung des Maassstabes erwünscht; und es geht aus dem Vorhergehenden hervor, dass damit auch, wenn— wie meist in solchen Fällen— die Schwierig- keit und Kostspieligkeit der anzuwendenden Mittel keine Rolle spielt, eine bessere Ausnutzung der Lichtquellen erreichbar ist. Das Alles haben die Ver-
anstalter öffentlicher Vorstellungen, bei denen es ja nicht auf die Vorführung
bestimmter Gegenstände als solcher, sondern auf die technische Virtuosität des Verfahrens an sich ankommt, und die eben darum unter ganz abweichenden Bedingungen stehen, längst erkannt und sich zu Nutze gemacht; der Ver- breitung der Projectionskunst im Publikum und namentlich in photographischen
Liebhaberkreisen könnte ein solcher für gewöhnliche Zwecke unrentabler Luxus
nur abträglich sein. Wo es indessen auf die Anschaffungskosten nicht an- kommt, und der Apparat an einer Stelle aufgestellt bleibt, da mag man— zwar nicht oder nur ganz ausnahmsweise einmal zu grösseren Projectionsbildern, aber— zu grösseren Condensern greifen, aber dann nicht zu doppelten, son- dern zu dreifachen.
Noch eins ist bei dem Zusammenwirken der Apparattheile zu bedenken. Ist die Lichtquelle sehr heiss— wie bei allen stärkeren der Fall—, und wird der Abstand von den Linsen bedenklich klein, so ist es gerathen, die Be- leuchtungslinsen gegen die strahlende Hitze zu schützen, damit sie nicht so leicht springen. Schon bei den gewöhnlichen Petroleumlampen für Projection pflegt vor der Flamme eine kleine Scheibe von Hartglas angebracht zu sein, um die Ausstrahlung zu mildern. Bei stärkeren Lichtquellen thun grössere dergleichen Scheiben oder noch besser ganz klare Glimmertafeln, die etwa in der Mitte zwischen Flamme und Linse senkrecht aufgestellt sind, den gleichen Dienst. Durchgreifender wirksam und bei elektrischem Lichte un- entbehrlich ist eine nahe— aber nicht unmittelbar an— der glatten inneren Oberfläche des Condensers eingeschaltete Plancuvette mit Alaunlösung. Die- selbe besteht aus zwei möglichst klaren dünnen Spiegelglasscheiben, die etwa 25— 30 mm von einander parallel auf irgend eine passend geformte Zwischen- lage aufgekittet sind, so dass ein oben offener Trog entsteht, der nun mit einer Flüssigkeit gefüllt wird. Bisher wird dazu reines Wasser genommen, das, um zu verhindern, dass sich sehr bald Bläschen an den Glaswänden ab- setzen, die sich natürlich projiciren und in Folge dessen sehr störend wirken würden, luftfrei sein muss. Man kocht es zu dem Zwecke ab, lässt es ruhig stehend abkühlen und füllt es dann durch einen vorher innen und aussen sorg- fältig angefeuchteten Schlauch vorsichtig so in die Cuvette, dass es nicht frei 4


