Jahrgang 
1894
Seite
370
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 38.

Es ist Ehrensache, dass die Parteikämpfe aufhören, und es gilt ein ge-

meinsam nutzbringendes Werk zu fördern. Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt am ihre Pirei

Ueber Projections-Apparate.

Eine Studie von Bruno Meyer, Berlin. Nachdruck verboten!

(Fortsetzung.) Es ist kein Mittel, um den Projectionen in verschieden grossen Räumen zu derselben Wirkung zu verhelfen, dass man ihren Maassstab linear

im Verhältniss zu der Länge der Säle wachsen lässt. Die Gesammtwirkung der Wandbilder nimmt in demselben Maasse ab, wie die Vergrösserung linear zunimmt. Setzen wir die Wirkung des in gleicher Grösse mit dem Glasbilde projicirten Wandbildes= 1, so ist das zweimal so grosse in seinen Details zweimal so gut unterscheidbar, aber nur ein Viertel so hell beleuchtet; es ist also im Ganzen halb so gut erkennbar. Das dreimal so grosse Wandbild ist dreimal so gut unterscheidbar, aber nur% so hell beleuchtet, im Ganzen also So gut erkennbar; u. 8. f. Eine 20 fache Vergrösserung ist also ½, eine 25 fache ½ 5 so gut erkennbar. Ferner ist ein beliebiger leuchtender oder be- leuchteter Gegenstand in 8 m Entfernung 1⅛4, in 10 m Entfernung 1ſ1oo u. 8. f. so hell in der Wirkung wie in 1 m Eutfernung. Eine 25 fache Vergrösserung würde also in 10 m Entfernung mit 1/25.100= 12zoo wirken; eine 20 fache aber in 11 m Entfernung mit ‧½20.121= 12420 ein etwas grösserer Bruch, wie man sieht, als der erstere. Eine 20 fache Vergrösserung wirkt mithin in einem 11 m langen Saale besser als eine 25 fache in einem 10 m langen, vollends nun gar als die letztere in dem grösseren Saale, denn hier würde ihre Wir- kung nur 6025 sein.

Man wird hiernach gut thun, für jeden Apparat die bei ihm mit Nutzen erzielbare Maximalvergrösserung festzustellen. Man nehme ein möglichst gutes Glasbild von reichlich mittlerem Detailreichthum, und versuche bei derjenigen Saalbeleuchtung, unter die man bei den Demonstrationen aus irgend welchem Grunde nicht glaubt hinabgehen zu dürfen(z. B. im Unterricht aus Rücksicht auf die Disciplin und auf die Nothwendigkeit, dass die Zuhörer noch in der Lage sein müssen, wenn nicht nachzuschreiben, doch wenigstens Notizen zu machen), bis zu welcher Grösse die Wandbilder getrieben werden können, ohne dass die vorher gekennzeichnete Flauheit eintritt. Man hat sich hierbei in einer Entfernung zu halten, die mindestens dem Dreifachen der grössten Bilddimension gleich kommt, und mit normalem oder dem mit der ge- wöhnten passenden Bewaffnung(nicht Vergrösserungsgläsern!) versehenen Auge zu beobachten. Ueber die hierbei ermittelte Maximalvergrösserung darf mit dem Apparate unter keinen Umständen hinausgegangen werden; wohl aber ist zu empfehlen, an dieselbe nur in Räumen heranzugehen, in denen die weiteste Entfernung eines Zuschauers von der Bildwand höchstens das Sechsfache der grössten Abmessung dieser Maximalvergrösserung betragen kann. In grösseren ist nach Maassgabe der vorher angedeuteten Erwägungen und Berechnungen je länger je mehr unter das Maximum herunterzugehen. Nur so kann man- auf den möglichst guten Eindruck der Projectionen rechnen.

Dass die Saalbeleuchtung auf das zulässige Minimum heruntergebracht werden muss, versteht sich von selbst. Das von vorn aus dem Saale auf die projectionsfläche fallende allgemeine Licht mindert um seinen eigenen Betrag die Wirkung des Bildes, muss also um so geringer sein, je schwächer an sich die Lichtquelle des Apparates ist.(Bei jedem schwächeren als Sauerstofflicht ist völlige Verdunkelung unvermeidlich. Dagegen ist elektrisches Bogenlicht leicht von solcher Mächtigkeit zu haben, dass, wie die ängstliche Abschwächung der Saalbeleuchtung, selbst die vorher angestellten vorsichtigen Erörterungen über nachtheilige Beeinflussungen der Beleuchtung grossentheils unberũck- sichtigt bleiben können; natürlich nicht, als ob alle diese Feststellungen nicht auch da in vollem Umfange Geltung behielten, sondern weil auch das noch immer

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