Jahrgang 
1894
Seite
359
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 359

guter von scharfen und brillanten Negativen ergiebt sich unmittelbar, dass es die Projectionskunst mit unnützem und lästigem Ballast beschweren heisst

. 1. 8 8 8 wenn man Bilder von auderen Formaten als dem, das alle namhaften und

umfangreichen in den Verkehr gebrachten und besonders für den Zweck her-

gestellten Veröffentlichungen inne halten, einzuführen oder besonders bequem gangbar zu machen sich bestrebt. Die dadurch benöthigten grossen Condenser zind an sich unverhältnissmässig theuer, geben anders denn als dreifache ganz

unbrauchbare Beleuchtungsverbältnisse, sind als solche aber natürlich erst recht kostspielig; und durech die grossen und schweren Condenser, sowie den

unvermeidlichen Zwang, die Apparate auch fär kleine Bildformate als die gewöhnlichen einzurichten, werden die Apparate complieirt, gross und sehwer, mithin theuer und unhandlich. Mit diesen Nachtheilen dürfte die Bequemlichkeit, gewöhnliche Negative für Projectionszwecke in der weitaus grössten Mehrzahl der hierbei zur Berücksichtigung kommenden Fälle wohl nur einmal einfach abdrucken zu können, doch jedenfalls etwas zu theuer erkauft sein: zumal, wenn man bedenkt. dass doch naur erst Aufnahmen

von 92 12 cm so verwerthet werden können, die Benutzung noch grösserer, gerade von den ernstesten Liebhabern der Photographie vorzugsweise beliebter Formate noch ungleich grössere Umstände und Kosten im Gefolge haben würde, und dass es bei der von Liebhabern gewöhnlich geübten Technik zur Er- geugung von Projectionsbildern Cblorsilberplatten mit Entwickelung gar nicht so übermässig viel mehr Arbeit macht, das Projectionsbild in der nor-

malen Grösse in der Camera nach dem gegebenen grösseren Negative her-

zustellen.(Gerade der begeisterteste unter den augenblicklichen Verfechtern der grösseren Condenser u. s. w., der jetzt das letztere Verfahren wegen der zumeist nicht zur Verfügung stehenden dazu geeigneten Apparate beseitigt sehen möchte, hat vor noch gar nicht langer Zeit, als gerade das mehr in seinem Interesse und in der Bahn seiner Gedanken lag, die unglaubliche Ein- ſachheit derartiger Vorkehrungen eifrigst herausgestrichen: und zufällig hatte er damals Recht!) Lässt man sich's so selbst einige Mühe nicht verdriessen,

zo wird auch eine der Hauptannehmlichkeiten dieser Demonstrationsform, dass

man es ganz ausschliesslich mit einem und demselben Bildformate zu thun hat(worunter hier das Format der Glasplatten verstanden wird, auf denen die durchscheinenden Bilder sich befinden, nicht diese letzteren selber), er- halten.

Hierbei ist nicht etwa überseben, dass ja im Vorigen das stärkere Ver- grösserungsverhältniss als ungünstig für die Beleuchtung erkannt worden ist, und dass ja doch ein grösseres Bild nur weniger vergrössert zu werden braucht, um dieselbe Grösse des Wandbildes zu ergeben, als ein kleineres. Bei ober- fächlichem Nachdenken könnte man geneigt sein, mir einen solchen Einwurf zu machen; wie ja(z. B. an der schon eben gestreiften Stelle) zur Befür- wortung der grösseren Condenser und grösseren Bilder wohl einfach constatirt wird, dass, wenn man kleine Bilder in ansehnlicher Grösse projiciren will, hierdurcherhebliche Lichtverluste bedingt werden. Das trifft nur bei der im Bisherigen als entschieden schlecht und unbrauchbar verworfenen Sorte von Apparaten zu, welche grosse Condenser und keinen verschiebbaren Bildträger haben; aber weder bei Benutzung eines guten, mit letzterwähnter Einrichtung jerschenen Apparates, noch beim Vergleiche der Wirkung zweier gleich gut für zwei verschiedene Bildgrössen construirter Apparate. In beiden Fällen nämlieh vertheilt sich abgesehen von denjenigen Aenderungen, die durch die Einführung besonderer, für die jedesmaligen Verhältnisse verschieden vor- theilhafter Objective zu Wege gebracht werden könnten, und von gewissen Vorher nachgewiesenen geringfügigeren Schwankungen, die nicht durchgehends für eine Seite des Vergleiches nachtheilig sind, dieselbe von der gleichen Lichtquelle durch den Condenser aufgefangene Lichtmenge auf dieselbe Wand- läche, und es ist das Gleichgiltigste, was sich denken lässt, an welcher Stelle lhres Weges die Lichtstrahlen das Glasbild durchlaufen, und. wie weit sie das aufgenommene Schattenbild zu tragen haben, bis sie es auf eine Wand abladen kännen. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, dass dieselbe Lichtmenge schliesslich auf derselben Wandfläche zur Wirkung kommt. In beiden denk-