358 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 97.
einander(von 15,6 auf 15,9375 cm von Glasbild zu Blende), was bei dem drei- fachen Condenser eine noch unerheblichere Annäherung der Lampe zur Folge hat, nämlich von 12,712776 auf 12,52378 cm. Bei dem doppelten verringert sich die Entfernung der Lampe allerdings von 30.29462 auf 29.24297 cm. Aber auch dieser Unterschied ist so gering, dass es genügt, als allgemeines Ergebniss festzustellen: Mit der Verringerung des Vergrösserungsverhältnisses(Wwie hier von 25 fach auf 16 fach) nimmt bei sonst gleichbleibendei bestimmenden Um- ständen die Menge des überhaupt dem Wandbilde zugeführten Theiles vom Lichte der Lampe— wenn auch nur in geringer Progression— zu; umgekehrt also ab.
Für die Wirkung der Vorführung aber ist das nicht zu gering anzuschlagen; denn diese an sich schon etwa grössere Lichtmenge(bei geringerer Vergrösse- rung) hat sich auf eine kleinere Fläche des Wandbildes zu vertheilen. Bliebe sich selbst die nutzbar gemachte Lichtmenge gleich, so würde sich immer schon die Helligkeit der 16- und der 25 fachen(linearep) Vergrösserung um- gekehrt wie ihre Flächen, also umgekehrt wie die Quadrate von 16 und 25, d. h. 256 und 625, verhalten; also das grössere Wandbild würde noch lange nicht halb— nur ganz wenig über— so hell sein wie das kleinere. Das zeigt, wie vorsichtig man dabei sein muss, einer bestimmten Lichtquelle eine zu starke Vergrösserung zuzumuthen.
Die Erkennbarkeit von Details ist nämlich— was meist nicht beachtet wird— sehr viel abhängiger von der Helligkeit als von der Grösse derselben. Wenigstens nutzt die blosse Vergrösserung wenig oder gar nichts, wenn nicht die Kraft der Beleuchtung die nämlicbe bleibt; und zwar ist hier unter Kraft
die relative, nicht die absolute, die auf jeden Quadratcentimeteter, nicht die
insgesammt auf die ganze Bildfläche entfallende Lichtintensität, verstanden. Denn in Bezug auf die Ausdehnung kommt es nur auf den Gesichtswinkel. also die lineare Abmessung, an; bei der Beleuchtung aber spielt die Fläche eine Rolle, kommt also das quadratische Verhältniss in Betracht. Wird die Darstellung linear noch einmal so gross, so ist sie für das Auge in derselben relativen Beleuchtung, also z. B. in demselben Tageslichte, noch einmal so gut, also etwa in der doppelten Entfernung so gut wie vorher in der einfachen, erkennbar; aber auch nur von derselben abgemessenen Lichtmenge beschienen, also in derselben absoluten Beleuchtung, erscheint sie dann nur den vierten Theil so hell. Das Gesammtergebniss der gleichzeitigen Vergrösserung und (relativen) Verdunkelung ist dann also ungefähr die halbe Deutlichkeit für den Beschauer, der auf demselben Standpunkte bleibt. Bei kleinen und feinen Details, insbesondere z. B. bei Schriften, wird sich das leicht durch den Ver- such als zutreffend feststellen lassen.
Dieser Thatsache ist aber nicht blos desbalb Beachtung zu scheunken, weil es für alle Lehrzwecke ja doch auf möglichste Deutlichkeit aller irgend wesent- lichen Details ankommt, und man doch auch von unterhaltenden Darstellungen gern eine genauere Vorstellung von den geschauten Dingen mit nach Hause nehmen möchte; sondern eben so sehr kommt es in Betracht, dass der ästhe- tische Eindruck— bis zur völligen Verfälschung des Charakters der Dar- stellung— durch zu schwaches Licht im Bilde beeinträchtigt wird. Mit der relativen Helligkeit verringert sich auch der Abstand zwischen hellstem Licht und tiefstem Schatten im Bilde, d. h. die Bilder werden flau und büssen die feineren Tonabstufungen ein, zumal die in den Schatten, die„herauszuholene das allermeiste Licht erfordert. Man kann so von den brillantesten Projections- bildern durch übertriebene Vergrösserung— trotz tadellos scharfer Einstellung— vollkommen fade und unansehnliche Wandbilder erzeugen;— wobei von Ueber- treibung nur im Verhältniss zu der Stärke der Lichtquelle die Rede ist; denn. sonst halten gute photographische Projectionsbilder jede Vergrösserung aus, ohne an Wirkung und an Deutlichkeit der Details einzubüssen: die unvermeid- liche geringe Zunahme der Unschärfe kommt bei der selbstverständlichen entsprechend grösseren Entfernung des beschauenden Auges auch der nächsten Zuschauer gar nicht zum Bewusstsein; wenn nur die Helligkeit genügt. Aus der letzteren Feststellung der in praktisch in Betracht kommenden Grenzen un- beschränkten Vergrösserbarkeit photographischer Projectionsbilder— naturlich
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