Jahrgang 
1894
Seite
329
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Deutsche Photographen- Zeitung 1894. 329

dann diese Manchetten in kurzen Abständen von einander auf der Gleitbahn stehen, damit sie schädliche Licht-Ausstrahlungen zwischen Glasbild und Ansat- (wenn diese weit auseinander rücken müssen) verhindern. Hat der Ansatz Triebbewegung, so kann man leicht auch den einzelnen Manchetten eine ver- hältnissmässige Bewegung geben, indem man jede einzelne derselben mit besonderen Zahnstangen am Boden versieht, und in diese Triebräder ver- schiedener Grösse, die alle auf derselben Triebwelle fest sitzen, eingreifen

ässt.

Nachdem so die einzelnen Apparat-Theile wesentlich nur je für sich in Be-

tracht genommen sind, komme ich nun auf

II. Das Zusammenwirken der optischen Theile und der Lampe.

Hier ist vorweg ein schädlicher Irrthum zu beseitigen, dem man häufig begegnet, selbst bei hervorragenden Fachleuten, d. h. berufenen Verfertigern

optischer Präcisions-Instrumente, zu denen ja auch die besseren Projections-

Apparate gehören. Es ist der, dass angenommen wird, Condenser und Objectiv müssen in Bezug auf ihre optischen Eigenschaften zu einanderStimmen, worunter insbesondere verstanden wird, dass die Brennweiten beider Apparat- Theile in einem innerhalb enger Grenzen(ich habe freilich nie erfahren können, welcher; vielleicht wurde das alsFachgeheimniss betrachtet!) liegenden bestimmten Verhältnisse zu einander stehen müssen. Dies ist grundfalsch und widerlegt sich zunächst schon dadurch zur Genüge, dass ja bei jeder Ver- inderung in der Grösse der Projection, die bekanntlich bei jedem Apparate

nnerhalb eines recht weiten Spielraumes unbeanstandet wechselt, andere

heziebungen zwischen Condenser(bezw. Lichtquelle) und Objectiv eintreten müssen und ohne jede Schädigung der Wirkung eintreten können. Es ist nichts weiter zutreffend an jener Annahme, als dass wie bereits erwähnt worden der Durchmesser des Objectives, der ja mit der Brennweite gar nichts zu thun hat, nicht ganz so gross wie der des Condensers, der mit der Breunweite auch kein nothwendiges Verhältniss hat, werden darf, und dass es unter Umständen. die noch zur Erwägung kommen sollen, angezeigt erscheinen kann, die Brenn- weite des Condensers zu vergrössern wenn die Lampe ihm bedenklich nahe rückt, oder zu verringern wenn die Lichtstärke des Apparates, ohne Gefahr für die Linsen, dadurch gesteigert werden kann. An sich kann je der Condenser die Strahlen der Lampe auf einem Paunkte vereinigen, der wenig jen- seits des Brennpunktes liegt, und beliebig weiter, bis zur Unendlichheit(bei parallel austretenden Strahlen, wenn die Lichtquelle im Brennpunkte steht); und ebenso kann an sich jedes Objectiv bei jeder Stellung der Lampe zum Condenser eine Stelle finden, an der es die convergirenden Lichtstrahlen in der für die Projection(im Allgemeinen, natürlich nicht auch immer zum Zwecke jeder eben gewünschten Vergrösserung) geeigneten Weise auffangen und weiter führen kann. Der Irrthum ist einfach durch Missverständniss aus der nicht schwer bei den gebràuchlichen, vielfach unzulänglichen Apparaten zu machenden krfahrung entstanden, da gemeiniglich der Verschiebbarkeit der Lampe im Apparate durch die räumlichen Anordnungen desselben zu enge Grenzen ge- steckt sind. Oft kann der Fehler auch an der mangelhaften Beweglichkeit des Objectivträgers liegen. In jedem Falle ist der Hinderungsgrund nicht in en optischen Theilen zu suchen.

Nunmehr können die bisher ausgesetzten Untersuchungen erledigt werden.

Zunächst ein Wort über oder vielmehr gegen das Abblenden der bjective bei der Projection. Bekanutlich blendet man ausser wo bei eproductionen unter gewissen Umständen eine Schwächung des Lichtes zur Ver- angsamung der Exposition erwünscht ist überhaupt nur ab, um ungenügender Schärfe des Bildes abzuhelfen. Da nun die gewöhnlichen Projectionsbilder so klein sind, dass Objective, die sie ohne Blendung auszeichnen und also umgekehrt auch vergrössern, unschwer und auch um mässigen Preis zu finden sind, so Ist von vorn herein nicht abzusehen, warum man sich bei der Projection über- aupt in die Lage bringen soll, erst mit Abblendungen zu experimentiren. ſerbei möchte ich aber einschaltungsweise bemerken, dass die eben gemachte mkehrung petreffs der Leistungsfähigkeit von Objectiven nicht immer einen