Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 34.
Dies genügt bei den gewöhnlichen Lichtquellen mit grösserer Oberfläche.
Je punktartiger aber und— wie es damit ja im Allgemeinen verbunden ist— je intensiver die Lichtquelle wird, um 8o mehr ist es erforderlich, dass die Verschiebung des Lichtpunktes in allen drei Riehtungen— im Sinne der Achse, nach den beiden Seiten und auf- und abwärts— auf das Feinste regulirt, und die Lampe am richtigen Orte unverrückbar festgestellt werden kann. Die meisten elektrischen Bogenlampen, die für Projectionszwecke angeboten werden, genügen dieser unerlässlichen Anforderung nicht im vollen Umfange, insofern ng wenigstens eine der nothwendigen Verschiebungen zu fehlei pflegt. Es em- an 6 4 3 tAoceö
pfiehlt sich, darauf zu achten, um nicht unangenehme Enttäuschungen erleben
zu müssen. vl
Umständlicher ist die Einstellung des Objectives, das sich am vorderen—
n Ende eines cylindrischen oder conischen, dem Condenser mit reichlicher* Oeffnung gegenüberstehenden Ansatzes, von Bildschicht zu Blende— oder ea sonst Hauptpunkt— des Objectives in seiner nächsten möglichen Stellung ge- ktneäd messen kaum länger als die kürzeste Brennweite der an dem Apparate zu tbine
benutzenden Objective, befindet. Dieser Ansatz sitzt bei den meisten(ge- ſln wöhnlichen) Apparaten fest— eine Einrichtung, welche die Verwendbarkeit fuiesnl des Apparates sehr einschränkt: weder sind ganz geringe Vergrösserungen alin
damit zu machen, noch Objective verschiedener— namentlich einigermaassen iileid
erheblich verschiedener— Brennweite daran zu verwenden. Die Scharfein- aſetd
stellung muss dann durch irgend eine Verschiebungseinrichtung am Objective üi 1
selber bewirkt werden, deren es im Wesentlichen drei giebt. Die einfachste i der
ist eine cylindrische Verlängerung des Ansatzes, in welche das Objectiv mit is
seiner aussen ganz glatten Fassung passt. Man schiebt dann das Objectiv, u
es an seinem vordersten Theile fassend, in der Röhre hin und her, bis man iin
die Stellung für die höchste erreichbare Schärfe gefunden hat. Das genügt natürlich nur für ganz geringe Apparate. Wesentlich verbessert wird diese m
sehr primitive Einrichtung, wenn in die Röhre von vorn her, an zwei ent- un gegengesetzten Punkten der Oeffnung beginnend, zwei Einschnitte hineingehen, ſuues die in einer ziemlich steilen Spirale(von höchstens einer Windung) so weit ülm
wie möglich(oder nöthig) an den Ansatz herangeführt sind. In diese Ein- auien schnitte greifen zwei kurze Stutzen aussen an der Fassung des Objectives, das
durch eine drehende Bewegung, die mit der Hand an seinem vorderen Theile fbli
vorgenommen wird, leicht der Spiralführung zu folgen veranlasst werden kann, deieg
und sich also hinein- oder herausschiebt. Hier sind Rucke in der Fort- an
schreitung, wie sie bei der ersten Einrichtung selbstverständlich vorkommen, ſar
verhütet, eine geringere Kraft genügt zur Erzielung der Bewegung, und das n
Objectiv wird in jeder ihm gegebenen Stellung bemerkeuswerth fest gehalten. dag
Das Bequemste, Sicherste und Eleganteste, mit einem Worte das Vollkommenste ari
ist freilieh— endlich— die bekannte Triebbewegung in der Fassung des arnn
Objectives selber, die zu bekannt ist, um hier noch beschrieben zu werden. abni
Alle diese Hilfsmittel reichen indessen nicht weit, ja sind wohl ganz un- ſen b anwendbar, wenn die Objective(bei einander sehr nahe stehenden Linsen- gant Combinationen) nur eine kurze Fassung haben. Es ist daher unter allen Um- dwi ständen sebr viel besser, wenn der das Objectiv tragende Ansatz nicht fest er f sitzt, sondern eine umfangreiche Eigenbewegung— auf geeigneten Stützen 9 rahend, die in einer Führung am Boden des Apparates gleiten,— hat, mit en
deren Hilfe aus freier Hand zunächst die Einstellung im Groben bewirkt werden 8
kann, sodass der kleinste Spielraum für die Bewegung der Objective dann für aa
die vollkommene Scharfeinstellung genügt. Ja selbst wenn die Objective gar b nicht beweglich sind, kann die Einstellung allein durch Verschiebung des An- M satzes bewirkt werden; doch ist es in diesem Falle höchst empfehlenswerth, demselben einen Zahntrieb zu geben, wie er zum Einstellen an photographischem Cameras angebracht wird. Auch die an letzterer Stelle wenig mehr gebräuchliche 1 „Crémaillère“ erfüllt den Zweck, wo es auf Wohlfeilheit ankommt, vortrefflich. ſ Sollen abwechselnd auch sehr langbrennweitige Objective benutzt werden, b so thut man gut, dem Ansatze gegen den Condenser hin eine tellerartige Er-
weiterung— Manchette— zu geben, wohl gar mehrere solche„Manchetten? 4 mit kurzen Ansätzen, die sich über einander schieben, anzubringen. Man lässt


