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Nr. 34. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 327
Ueber Projections-Apparate.
Eine Studie von Bruno Meyer, Berlin. Nachdruck verboten! (Fortsetzung.)
Die Grösse des Bildes in bestimmter Entfernung, bezw. die Entfernung, in der ein Bild von bestimmter Grösse— dasselbe zu vergrössernde Glasbild im Apparate angenommen— erscheint, ist nämlich, wie wohl als bekannt vor- ausgesetzt werden kann, nach unverbrüchlichen Regeln von der Brenpweite des benutzten Objectives abhängig: das Wandbild wird bei gleichem Abstande des Apparates um so grösser, je kürzer die Brennweite ist; und ein Bild von gewisser Grösse erscheint erst in um so grösserem Abstande, je länger die Hiernach erscheint die Auswahl der Objective unbeschränkt; und das ist auch nach oben hin— nach der Seite der längeren Brennweiten— mit der Maassgabe, dass die freie Oeffnung des Objectives— diese wenig geringer als den freien Linsendurchmesser angenommen— um Einiges(min- destens einen Centimeter) unter dem Durchmesser des Condensers bleibt, wirklich der Fall; nicht so nach unten hin— nach der Seite der kürzeren Brennweiten—. Das Objectiv muss ja doch das Glasbild überhaupt zu fassen vermögen; oder, was dasselbe besagt, es muss, zur photographischen Aufnahme verwendet, ein Bild von der Grösse der Projectionsbilder scharf auszuzeichnen vermögen. Erinnert man sich nun hierbei der vorher auf-— gestellten Forderung, dass das Objectiv mögliechst wenig Lichtverlust ver- ursachen und eine wenig hinter dem Linsendurchmesser zurückbleibende „freie Oeffnung“ haben soll, dass also alle eigentlichen Weitwinkelinstrumente ausgeschlossen sind, und die langbrennweitigen thunlichst ohne Blenden an- gewendet werden müssen,— Behauptungen, für die der einleuchtende Beweis demnächst zu führen sein wird,— so ersieht man leicht, dass kaum je ein Objectiv unter 12 cm Brennweite genügen kann, strengeren Anforderungen aber an die gleichmässige Schärfe des ganzen Bildfeldes erst Objective von 14 oder 15 cm Brennweite entsprechen werden, und zwar in Wirklichkeit nur die besten dieser Art.
Bevor diese Verhältnisse klarer und erschöpfender dargelegt werden können, ist erst noch der letzte Theil des Apparates,
6. Die Einstellvorrichtung, zu erörtern.
Jeder gewünschten Vergrösserung oder Entfernung des Wandbildes ent-
spricht eine besondere Stellung der optischen Stücke des Apparates— die Lichtquelle mit eingeschlossen— zu einander; und wenn man die Gruppe des Condensers und des Glasbildes— wie meist der Fall ist— als ein unver-
aànderliches Ganzes, eine feste Vereinigung betrachtet, so muss einerseits die Lampe, andererseits das Objectiv seine Stellung so suchen, wie sie mit Rück- sicht auf Entfernung und Grösse des Wandbildes im Verhältniss zum Glasbilde zu einander passen. Worauf es dabei ankommt, wird nachher erhellen. Hier kommen zunächst nur die mechanischen Vorrichtungen zu diesem Zwecke in Betracht.
Dieselben können bei der Lampe sehr einfach sein: die Lampe ist ja ein selbstständiges Geräth, kann also ohne Weiteres dem Condenser näher oder ferner aufgestellt werden. Das Höchste ist, dass dieselbe in einer Führung am Boden gleitet, die indessen mehr den Zweck hat, die Lampe nach der Ein- stellung an jeder ferneren Verschiebung zu verbindern, als jene zu erleichtern. Ist eine solche Führung vorhanden, so muss sie so angebracht sein, dass der hellste Punkt der Flamme genau in der Achse des Condensers steht und bei der Verschiebung nach vorn und hinten stehen bleibt.(Also streng winkel- rechte Stellung der Condenseroberfläche zum Boden des Apparates!) An- genommen wird hier selbstverständlich, dass die stets richtige Höhe des Lichtpunktes über dem Boden— genau so hoch wie der Mittelpunkt des Condensers— durch die Construction, bezw. die Abmessungen der Lampe ge- sichert ist.
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