Jahrgang 
1894
Seite
304
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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. b N. 52.

recht starke Koble benutzt wird. Es ist dann nur etwa alle fünf Minuten nöthig, die Kohle nachzustellen, was der den Apparat Bedienende leicht neben- bei besorgen kann.

Eine Stromstärke von 65 Volt genügt. Wo eine solche von 110 Volt ein- mal vorhanden ist, kann natürlich auch mit ihr gearbeitet werden. Ein Strom- verbrauch von 10 Ampére, wie in den meisten zu Beleuchtungszwecken dienenden Bogenlampen, wird nur in kleineren Sälen genügende Resultate geben. 16 Am- père geben schon recht schöne Bilder. Ueber 20 oder gar 25 Ampère braucht nur unter ganz besonderen Verhältnissen hinausgegangen zu werden. Wo mit Nachdruck allgemein mehr als erforderlich bezeichnet worden ist, da haben schlechte Projectionsbilder veranlasst, von dem Lichte des Apparates die Cor- rectur eines Fehlers zu verlangen, der an einer anderen Stelle gemacht ist und auf diese Weise höchstens oberflächlich verdeckt, aber nicht überwunden werden kann. Natürlich kann selbst das undurchsichtigste Glasbild von einem ausserordentlich intensiven Lichte durchdruangen werden, aber nicht mit dem Erfolge, dass die Schatten fein durchmodellirt erscheinen, wohl aber mit dem, dass aus den Lichtern alle Feinheiten(die überhaupt etwa darin sind) ver- schwinden.

Ganz irrig ist es, wenn Zweifel daran geäussert sind, ob bei trausportablen Einrichtungen elektrisches Lieht wegen der Empfndlichkeit der für Projections- zwecke express zu construirenden Lampen überhaupt mit Verlässlichkeit zu benutzen sein möchte. Ganz gewiss! Wenn gewisse sonst sehr wohl berufene Lampen gelegentlich versagt haben, so sind daran nicht die Erschütterungen des Transportes, die, wenn derselbe mit normaler Vorsicht bewirkt worden ist, ihnen nicht das Allermindeste anzuhaben vermögen, sondern die bei einer fremden Leitung nicht genau genug abzupassen gewesenen Stromstärken Schuld. Man thut gut, solche überempfindlichen Constructionen, die für wissenschaft- liche Zwecke oft unschätzbare Dienste leisten, bei solchen mehr gewerblichen Anwendungen, für die eben so zuverlässige, aber handfestere Instrumente zur Auswahl stehen, zu meiden.

Schliesslich sei noch kurz erwähnt, dass auch an solchen Stellen, an denen keine Leitung, oder wenigstens keine von genügender Kraft angetroffen wird, nicht unbedingt auf elektrische Projectionen verzichtet zu werden braucht. Die Technik der Accumulatoren ist so weit vorgeschritten, dass die Verwen- dung von Accumulatoren-Batterieen gar kein Bedenken mehr hat. Natürlich sind die betreffenden Einrichtungen nicht ganz von Schwerfalligkeit frei. Dafür ist man mit solchen auch völlig unabhängig und so zu sagen überall zu Hause. Ein genaueres Eingehen hierauf wie überhaupt auf die complicirteren Beleuch- tungsarten würde hier zu weit führen.

3. Die Beleuchtungs-Linsen.

Die Beleuchtung der Projectionsbilder zu reguliren, diept bei den kleinen Apparaten, die keinen ernsteren Zwecken zu dienen bestimmt sind, mit aus- reichender Wirkung eine einfache Sammellinse beliebiger Form, meist eine bi- convexe. In den uns hier beschäftigenden besseren Apparaten zu Unterrichts- oder Vorstellungszwecken sind die Beleuchtungslinsen zwei-, seltener dreitheilig, d. h. sie bestehen aus zwei oder drei mit einander zu einem Systeme ver- bundenen Gläsern. Ich spreche zunächst nur von den erstereu, den zweifachen oder doppelten. Zwei starkgewölbte meist planconvexe Glaslinsen(die sich also der Halbkugelgestalt mehr oder weniger nähern, genau eineCalotte Kugelhaube bilden, wie sie jeder nicht durch den Mittelpunkt einer Kugel geführte glatte Schnitt von einer solchen abtheilt) werden mit den gewölbten Flächen gegen einander in einer Fassung befestigt, die sich auseinander nehmen lässt, um eine Reinigung der Linsen zu ermöglichen, und ohne umständliebe Befestigung in eine an der Vorderwand des Apparat-Körpers befindliche kreis- runde Oeffnung eingesetzt werden kann. Das Glas dieser Linsen muss mög- lichst weiss und blasenfrei, vollständig rein aber von sogenannten Schlieren (undurchsichtigen Stellen) und von Unterbrechungen der hochpolirten Oberflächen sein. Es ist empfehlenswerth, an zwei diametral entgegengesetzten Stellen der Fassung Oeffnungen anzubringen, welche gleichen Ausschnitten in dem Träger

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