Jahrgang 
1894
Seite
295
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Mr. 31.

Deutsche Photographen-Zeitung 1894.

menten mitcarburirter d. h. mit Kohlenwasserstoffen gesättigter Luft oder gar mit carburirtem Sauerstoff muss als überaus gefährlich auf das Aller- dringendste abgerathen werden, wenn man nicht sich selbst und die Projections- kunst in Verruf bringen will. Es ist ja glücklicher Weise möglich, sich ihrer Vortheile ohne irgendwelche erbebliche Gefahr drohender Unfälle zu erfreuen, und die angebliche Verbesserung der Ergebnisse steht in keinem auch nur aunäbernd rationellen Verhältnisse zu der Beunruhigung und den leicht mõög- lichen ernsten Beschädigungen.

Eine wesentliche Erleichterung hat die Benutzung dieser sehr ausgiebigen Lichtquellen gegen früher dadurch erfahren, dass sich jetzt Niemand mehr mit der Bereitung des Sauerstoffes zu bemühen und bei nicht ganz sachverständiger lHantirung zu gefährden braucht. Sauerstoff(und beilàufig auch Wasserstoff) ist in sehr bequemer Form Handelsartikel geworden: Dr. Th. Elkan, Berlin N., Tegeler Strasse 15, liefert denselben in starken Stahleylindern comprimirt zu sehr mässigem Preise, so dass die Benutzung Jedermann ermöglicht ist.

Die weitaus beste Lichtquelle bildet natürlich das elektrische Licht. Das Glühlicht ist allerdings im Allgemeinen ungeeignet, sowohl seiner meist ziemlich geringen Lichtstärke wegen, wie namentlich deshalb, weil der leuchtende haden nach allen drei Dimensionen des Raumes sich zu weit umber erstreckt, um in den Brennpunkt der Beleuchtungslinsen(wenn dieser nicht ganz correcte Ausdruck hier vorläufig einmal der Kürze wegen gestattet ist) gebracht zu werden. Es ist freilich nicht unmöglich, den Kohſenfaden in einer kleinen Ebene mehrfach hin und ber zu führen, wie derartige Glühlampen in England speciell für Projection angeboten werden. Aber die Verwendbarkeit des elektrischen

Lichtes in dieser Form ist gleichwohl nur eine beschränkte und bietet ab- gesehen von einer gewissen Bequemlichkeit bei vorhandenem Strome kaum

(Fortsetzung folgt.)

Der Moment-Photograph.

Von F. U. (Schluss.)

Meine Versuche, anderwärts eine Existenz zu erringen, waren nicht sehr glücklieh und so hoffte ich, durch ein selbstständiges Unternehmen das Gleich- gewicht meiner Stimmung wieder herzustellen; ich glaube in der grösseren Verantwortlichkeit zu vergessen und mein Schicksal glücklich zu besiegen.

Mit dem kleinen Vermögen und den wenigen Sparpfennigen eröffnete ich ein entsprechendes Geschäft; auch das wollte niebt recht gehen; nach einem Jahre schloss ich es. Der Traum war zu Ende und das Erwachen bot das Die Noth zeigte sich bereits in ihren Anfäangen, und grinste zwar noch heimlich, aber doch schon fühlbar uns entgegen. Um sie für den Augenblick zu verscheuchen, machte ich Schulden. Als der Termin kam, hatte ich keine Deckung, ich bat um Aufschub, und er wurde mir gewährt. Eine kleine Stellung, welche sich mir bot, machte uns Hoffnung, dass wir Sieger bleiben sollten. Ein Missverständniss führte aber hald einen heftigen Zwist berbei, dessen Folge meine Entlassung wurde.

Die Notbh wurde dringender, wir mussten uns trennen und allein unser Glück versuchen; ich merkte es: mein Weib litt mit. Die Vorwürfe, welche verdient und unverdient auf mich einstürmten, erzeugten in mir einen Aufrahr der Erbitterung. Misserfolge machen ungerecht, und ich sah die Welt voll Feinde; ich glaubte mir Erfolg ertrotzen zu können, und gab dadurch erst rechten Grund meine empfindlichen Stellen zu entdecken.

Nun, was soll ich Ihnen Stimmungen schildern, die so wechselhaft waren wie die Wellen im Meere; ich fühlte selbst, dass meine Leistungsfähigkeit darunter litt und die Stunden der Muthlosigkeit machten mich des Lebens überdrüssig. Warum ich es nicht endete, ich will es Ihnen sagen: Die Hoffnung auf Ver- seltung, und die Pflicht meinen Gläubigern gegenüber rettete mir das Leben.

Auch der Umstand, dass von unbekannter Seite Versuche gegen mich ge- macht wurden, die, wenn auch nicht direet mein Leben bedrohten, doch mein