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294 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 91.
einem späteren Zusammenhange erhellen.— Hier vorläufig nur so viel als Thatsache, dass eine zu grosse Ausdebnung des Bildes im Verhältnisse zu der Helligkeit der Lichtquelle die Deutlichkeit und die plastische Schönheit des Bildes beeinträchtigt. Wo also grössere Wandbilder wegen der Grösse der Räume und der Menge der in ihnen zum Schauen versammelten Menschen erfordert werden, ist es unumgänglich, zu starkeren Lichtquellen zu greifen.
Bevor ich auf diese in der hier gebotenen Kürze eingebe, will ich zu er- wähnen nicht unterlassen, dass angeblich auch Oel- und zuverlässig Gas- beleuchtung für Projectionszwecke tauglich gemacht worden ist, die vorstehende Ausschliessung beider Lichtquellen sich also nur auf deren gewöhnliche Formen bezog. Die„Optimus“-Werke in London sollen eine Oellampe von grosser Helligkeit für Projectionszwecke coustruirt haben, indem sie— wie es scheint— das Princip der Regenerativgasbrenner, die Zuführung vorgewärmter Speise- luft, auf die Flamme einer mebrdochtigen Oellampe angewandt baben. Es ist nicht unmöglich, dass auf diesem Wege die Leuchtkraft, der Flamme erheblich gesteigert werden kann; ob aber So weit wie unter gleich günstig angeordneten Verhältnissen die einer Petroleumflamme, steht wohl dabin. Was zunächst das schwer zu verhütende Qualwen(„Blaken“,„Schwaden“) betrifft, so siud in Bezug darauf beide Brennstoffe wohl in gleicher Verdammniss. Bei jeder sehr intensiven Verbrennung aber, wie sie hier ja doch eingeleitet werden muss, ist das Oel dem Petroleum gegenüber unabänderlich im Nachtbeil durch die grössere Schwierigkeit seiner Zuführung zur Verbrennungsstelle, die ja auch in erster Linie den Sieg des Petroleums im Bereiche der bäuslichen Beleuch- tung entschieden bat: Oellampen erfordern an und für sich eine complieirtere Construction als Petroleumlampen; und eine solche ist schon des R umbedürf- nisses wegen eine sehr unliebsame Zugabe für eine Projectionslampe. Die Bemühungen mit Oellampen erscheinen daher von vorn herein hoffnungslos. Anders steht es mit der Benutzung des Gaslichtes in Form des Auerschen Glüblichtes; denn einmal ist die ausserordentliche Intensität des letzteren bei sehr geringem Gasverbrauch eine feststehende Thatsache; ausserdem aber jst das Wirksame hierbei ja gar nicht die— kleine und dunkle— Gasflamme, sondern ein weissglühender erdartiger Körper, also genau dasselbe wie bei dem zunächst zu betrachtenden stärkeren Lichte, dem Sauerstofflichte.
Denn so, und nicht Kalklicht, sollte man es— wenigstens zur generellen Bezeichnung— nennen. Sowohl der glöhende und leuchtende Körper wie die durch den Sauerstoff angefachte Flamme kann nämlich verschieden sein; immer aber beruht die Wirkung auf der Näbrung des Verbrennungsprocesses durch unter hohem Druck zugeführten reinen Sauerstoff.Als Glübkörper wird ent- weder Kalk oder Zircon benutzt. Von dem Letzteren scheint man— wenigstebs für Projection; für mikroskopische und physiologische Zwecke ist es seiner bequemen Form wegen sehr vortheilhaft— bereits zurückgekommen u sein. Doch ist es einb wunderlicher Irrthum, das zischende Geräusch beim Brennen, das allerdings unter den bei Projectionen meist gegebenen Um- ständen, d. h. der nothwendigen Rücksicht auf die Verständlichkeit der Stimme eines gleichzeitig Vortragenden, sehr lästig, ja kaum erträglich ist, dem
Zireon zur Last zu legen, während es von dem mit letzterem wie un-
trennbar verbundenen(Linnemannschen) Brenner verschuldet wird, der auch bei Anwendung von Kalk schwer im Zaum zu halten ist, wenn klares und ruhiges Licht verlangt wird.— Der Kalk selbst wird in verschiedenen Formed in Gebrauch genommen, theils ganz primitiv als Kreide, theils in der ibrer Luftunbeständigkeit wegen sebwierig zu hantirenden Form des reinen Aetz- kalkes(„Wiener Kalk“, Calciumoxyd). Man mischt ihn wohl auch mit(koblen- saurer und gebrannter) Magnesia, welche auch allein in der Form von„Magnesia- stiften“ empfohlen worden ist. Zur Unterbaltung der Flamme, in welche der Sauerstoff hineingeblasen wird, benutzt man Leuchtgas, Alkohol, Wasserstoftf oder Benzin.
Auf die Construction der verschiedenen„Brenner“ für Sauerstofflicht kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Es ist mancherlei an ihnen zu
beachten. Ilier genügt es, vor dem Gebrauche„gemischter Gase“ zu Warneh,
da mit demselben Explosionsgefahr verbunden ist. Auch von den Experi-
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