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Nr. 31. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 293
Jeder so eingerichtete Apparat kann u. A. ohne Weiteres auch elektrische Glühlampen aufnehmen. Für die Anwendung von elektrischem Bogenlichte sind vortheilhafter besondere Körper— von grösserer Festigkeit der Wandungen and in genauester Anpassung an die Formen der Bogenlampe— zu con- struiren. Soll ein gewöhnlicher Apparatkörper im Nothfalle auch für Bogen- licht angewendet werden können, so muss derselbe von unten her zugänglich sein, also im Boden eine— sonst verschliessbare— Oeffnung haben, und nicht mit dem Boden flach aufstehen, sondern etwa durch vier Säulchen unter den Eeken getragen werden. 18
Werden an die Beweglichkeit des Apparates besondere Anforderungen gestellt, soll derselbe also oft und leicht von einem Orte zum anderen traus- portirt werden können, so muss darauf auch schon bei der Herstellung des Kastens Rücksicht genommen werden, besonders in der Richtung, dass für schnelle und sichere Verpackung der beweglichen Apparattheile und der Hilfsgeräthe Vorkehr getroffen wird. Das ist immer eine Aufgabe für einen erfahrenen Sachkenner, der alle einschlägigen Punkte zu berücksichtigen sich angelegen sein lassen wird. Man vermeide in solchem Falle, durch eigene Versuche theueres Lehrgeld zu zahlen. Besondere Wünsche gehören ja zu den Voraus- setzungen, von denen auch der Fachmann bei seinen Anordnungen ausgeht. Auf deren Verwirklichung im Rahmen des technisch Erreichbaren braucht ja also deshalb nicht verzichtet zu werden,— eher im Gegentheil, da dem Kenner viel mehr zu erreichen möglich ist als dem versuchenden Liebhaber, der ja immer nur mangelhaft mit den verfügbaren Hilfsmitteln, den besten Bezugs- quellen u. s. w. bekannt sein kann.— Eines festen Blech- oder Holzkastens zur Verpackung sollte auch der einfachste Apparat niecht entbehren, schon um diesen im Nichtgebrauchsfalle den unnützen Verwüstungen durch den Zahn der Zeit zu entziehen.
2. Die Lichtguelle.
Die Lichtquelle ist in den gewöhnlichen und bequemsten Apparaten— jetzt gewöhnlich„Scioptikon“ genannt— eine Petroleumlampe besonderer Con- struction. Denn es kommt darauf an, auf möglichst kleinem Raume(von vorn, wo das Bild zu stehen kommt, gesehen) eine möglichst intensive Verbrennung und in Folge dessen sehr weisses Licht zu erzeugen. Es gilt daher, recht viel Brennstoff bei genügender Sauerstoff-(Luft-)Zufuhr zu verbrennen. Keine ge- wöhnliche Petroleumlampe— geschweige denn eine Oel- oder Gasflamme— leistet das für andere als Kinderspielzwecke(eigentliche„laterna magica“) ausreichend. Man erreicht das Erforderliche, indem man mehrere breite Dochte schràg gegen einander geneigt brennen lässt. Ueber zwei Dochte geht man dabei in guten Apparaten stets hinaus; man nimmt deren drei, vier, auch fünf, meist parallel gerichtete, gelegentlich aber auch W-förmig gegen einander gestellte, wobei dann die grösste Oeffnung des Systemes gegen die Beleuchtungs- linse zugewendet ist. Doch hüte man sich vor dem Irrglauben, als ob die Steigerung der Helligkeit im Verhältnisse zu der Zahl der Dochte stände. Dies ist leider nicht annäbhernd der Fall. Nur deswegen kann man sich überhaupt auch mit drei Dochten, und zwar ganz gut, genügen lassen, und thut dies auch wohl in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle. Ueber- mässige Breite der Dochte hat gar keinen Werth, da nur die vorderste Fläche der Bündelflamme— an einem Ende der Dochte, nicht an der Breitseite der- selben— wirkt, d. h. direct für die Helligkeit des Bildes in Betracht kommt. Die hinteren Theile der Flamme(von der Beleuchtungslinse aus gerechnet) haben nur die Bedeutung, den vorderen Abkühlung fern zu halten. Dass das von dem Reflector zurückgeworfene Licht jener Theile der Helligkeit des Wandbildes so gut wie gar nicht zu Statten kommt, ist bereits gesagt worden. Der grösste Theil desselben wird ja durch die Flamme selbst abgefangen, die für Licht nicht durchdringlich ist; und was etwa an ihr vorbei geht, wird durch die Beleuchtungslinsen so geführt, dass es nicht auf dem Wege der Strahlung durch das Objectiv hinausgelangen kann.
Allen entgegenstehenden Reclameredensarten zum Trotz sind von Petroleum- eleuchtung grössere Wandbilder als etwa 1 m im(Quatrat nicht zu erwarten, wenigstens nicht mit brauchbarem Erfolge. Der Grund hierfür wird erst in


