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Nr. 31. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 291
werde, und den weiter Strebenden der Weg gewiesen sei;— demnächst aber dass in der„Kürze“ auch wesentlich nicht mehr zu leisten sein würde, als durch die landläufigen Verzeichnisse der Händler, die keinerlei anderes Streben als die„Poussirung“ des hergebrachten„Geschäftes“ kennen, geschieht,— mochte es auch immerhin möglich sein, das wenige Gegebene weniger an- fechtbar und irreleitend zu gestalten. Ueberall forderte die Widerlegung der oft von sehr vertrauenswürdig erscheinender Seite mit grosser Sicherbeit ver- breiteten Irrthümer und die einleuchtende Begründung des entgegenzusetzenden Neuen weitere Ausführungen, als sich in den anfänglich gedachten Rahmen hineinzwängen liessen, und so wuchs das„Vorwort“ bald dergestalt an, dass an seine Verwendung in der beabsichtigten Form nicht zu denken war. Gleichwohl fuhr ich im Schreiben fort, es der Zukunft vorbehaltend, ob und wie sich eine Verwendung für das Geschriebene finden lassen würde. Dies ist nun schneller und angenehmer, als ich vermuthen konnte, eingetreten, da die Redaction der„D. Ph.-Ztg.“ von selber das Bedürfniss empfand, nach den mannichfachen Versuchen und Neuerungen der letzten Jahre einmal wieder auf das fruchtbare Thema etwas gründlicher und im Zusammenbange einzugehen. So übergebe ich hier also diese— selbstverständlich jetzt völlig neu durch- gearbeitete— Studie der Oeffentlichkeit mit dem Wunsche, dass dieselbe recht erheblich zur Förderung der Sache beitragen möge, wie sie aus ernstem und reinem Interesse an der Sache entstanden ist.
Meine Absicht ist, zunächst die einzelnen Theile des Projections-Apparates nach ihrer Bedeutung für den Projectionszweck abzuhandeln, also nicht Möglich- keiten der Gestaltung im Sinne der Eleganz oder dergleichen bei den nebensäch- lichen Theilen zu erörtern, sondern bei den wesentlichen zu zeigen, was sie leisten sollen und können. Ich gehe dabei von der Ansicht aus, dass bei allen— im Sinune der obigen Definition— erusthaften Interessenten— und zu solchen möchte ich in ihrem eigenen Interesse auch die blossen Liebhaber sich je mehr und mehr entwickeln sehen— ein paar Typen von möglichst billigen Apparaten, wie sie fix und fertig im Handel geführt werden, zur Auswahl nicht genügen, sondern ein wirklich seinen Zweck erfüllender Apparat je nach den besonderen Ansprüchen und Erfordernissen aus den passend gewählten Haupttheilen zusammengestellt werden sollte. Das ist keineswegs, wie man vielleicht fürchten möchte, eine grosse und unabsehbare Vertheuerung. Denn die einzeluen Theile haben je nach ihrer Art und Güte einen durchaus reellen Werth, der bei den fertigen Apparaten des Handels gar nicht übermässig angstlich, d. h. knapp, eingerechnet zu sein pflegt; und die Zusammenstellung verursacht— so weit nicht gewisse besondere, zum Theil hier nach Zweck und Werth zu betrachtende umständliche Einrichtungen verlangt werden, die sich natürlich im Gesammtpreise fühlbar machen,— wesentlich immer die- selben und nicht übermässige Kosten. Man kann hiernach bei solcher be- sonderen Zusammenstellung des Apparates mit allen möglichen anderen maass- gebenden Factoren auch in erheblichem Umpfange die etwa verfügbaren Mittel mit berücksichtigen, und ist jedenfalls sicher, so verhältnissmässig den besten und zweckentsprechendsten Apparat zu bekommen und die meiste Freude von Aufwendungen und Mühen zu haben. Ich rathe daher, bei Bestellung und Auswahl eines Projections- Apparates das Nachfolgende sich stets recht gegen- wärtig zu halten und zu beachten.—
I. Die Zusammensetzung des Prœjections-Apparates.
An dem Projections-Apparate sind folgende Theile zu unterscheiden:
1. der Körper,
2. die Lichtquelle,
3. die Beleuchtungslinsen,
4. der Bildträger,
5. das Objectiv und
6. die Einstellvorrichtung. lch werde diese Theile nunmehr nach einander der Betrachtung unterwerfen.
um ihre Bedeutung für die Erzielung eines guten Resultates festzustellen und
ihre berücksichtigenswerthen Eigenschaften darzulegen. 6


