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Nr. 27. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 255 uns heute Stephans Jünger eine Drucksache, so bezieht sie sich auf Celloidin- papier unter irgend eiunem Namen, welehes neben einfacherer Behandlung dem
Albuminpapier vollständig ebenbürtig genannt werden muss, ja dasselbe in
vielen Punkten weit, weit überragt, wie der begleitende Text in der Regel verkündet.
Im Allgemeinen haben sich jedoch noch herzlich wenig unparteiische Stimmen für die Vorzüge des Celloidins dem Albumin gegenüber erhoben, und es ist mithin eiuigermaassen zu verwundern, wie die Fabrikation dieses Papiers eine solche Ausdehnung gewinnen konnte, wenn man die zahllosen Klagen über die vielfaclten Mängel dieser Papiere hört. b
Im Grossen und Ganzen ist es wohl nur die einfache und leichte Art und Weise, besonders bei Auwendung des Tonfxirbades, Abzüge herstellen zu können, welche diesem Papiere theilweise Eingang in die Praxis zu verschaffen förderlich war. Ob nun diese Vereinfachung wirklich als ein annehmbarer Vorzug gelten kann? In Aubetracht der dabei mit in den Kauf zu nehmenden Unannehmlichkeiten, obenan die leicht verletzliche Schicht, dürfte hier ein Tausch immerbin in recht zweifelhaftem Werthe erscheinen.—
Für einzelne Arbeiten, besonders bei ganz kleinen Formaten, mag das Celloidinpapier gewiss theilweise vorzuziehen sein, soweit es sich um augen- blickliches Aussehen bandelt. Dies bedingt jedoch keineswegs die Annahme, dass es im Allgemeinen den Vorzug vor Albumin verdiene.
Eigenthümlicherweise begegnen wir in grösseren und vor Allem besseren Geschäften allenthalben nach wie vor dem Albuminpapier, trotzdem doch Celloi- din schon infolge seiner lichtempfindlicheren Schicht bier zuerst zweckmässige Verwendung finden müsste. Der s. Zt. gemachte Einwurf, dass das Rollen des Papiers diesem den Eingang in grössere Geschäfte verbiete, ist langst dadurch hinfällig geworden, dass jetzt wohl alle Marken so flach liegen, wie Albumin- papier. Und doch dürfte das Celloidinpapier, wenigstens in seiner heutigen Beschaffenheit, nicht so leicht im Stande sein, dem Albumin den Rang ab- zulaufen.
Die Anbänger, bez. Interessenten des Celloidins stossen zwar gewaltig in die Revolutionstrompete und verkünden mit dröhnendem Schall den Sieg ihrer Flagge, den Untergang des Albumins.— Gemach, gemach!—
Das Todesurtheil des Albuminpapiers ist noch lange nicht unterzeichnet. and durch Druckerschwärze allein wird dies am wenigsten geschehen, sei sie auch noch so fett.—
Die höbere Lichtempündlichkeit, der höhere Glanz und die dadurch bedingte grössere Brillanz, neben einfacherer Bebandlungsweise, sind bei Celloidin aller- dings Thatsachen, welche momentan in die Augen springen, und Viele sind geneigt, in Anbetracht dieser Umstände, gern betreffs der anbhängenden Mängel ein Ange zuzudrücken und dieses Papier für Albumin einzutauschen.
Für die Zwecke der Amateurphotographen, die sich grösstentheils zu gleicher Zeit nur einzelne Exemplare anfertigen, die sich in der Regel uur mit kleineren Formaten und hier wieder hauptsächlich mit laudschaftlichen Sujets abgeben, dürfte sich beute ein praktischeres Papier als Celloidin, soweit es sich um die Herstellung glänzender Abzüge haudelt, zweifellos nicht bieten. Hier ist es vollkommen am Platze und nicht leicht durch ein anderes zu ersetzen.
Der Fachmann jedoch hat zuweilen seine eigene Meinung und er stolpert nicht etwa so leicht, angeregt durch geschickte Publikationen einer gegnerischen Ansieht, über sein eigenes Urtheil.
Das Celloidin- oder Chlorsilberkollodion-Papier ist bekanntlich durchaus keine neue Erfindung. Es ist Alles schon einmal dagewesen, würde Ben Akiba lächelnd erklären. Es war dies noch in der Zeitperiode des nassen Processes und Sportsphotographen konnte man damals noch am hellen, lichten Tage mit der Laterne suchen. Der Berufsphotograph konnte im Kollodionpapier sein
Heil nicht erblicken, und es verschwand ebenso rasch wieder, als es ge- kommen war. Portrait mit zerkratzter
Zuweilen kommt uns einmal ein altes
Schicht in die Finger— ein Kollodionbild aus jener Zeit. Doch da bringt uns Maddox die Trockenplatte, und mit dieser tauchten im Nu an allen Ecken
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