254 Deutsehe Photographen-Zeitung 1894. Nr. 27.
Die Deutsche Photographen-Schule soll zunächst nur für Portraitphoto- graphen sein; wenn für spätere Zeiten sich eine Ausdehnung als wünschens- werth erweist, so sind auch die Vervielfältigungsmethoden, als wie Lichtdruck, Heliogravüre ete., ins Auge gefasst. Ueber die innere Einrichtung der Schule kann natürlich jetzt noch nichts Weiteres bestimmt werden, als dass auf die verschiedenen Fächer, welche darin gelehrt werden, hingewiesen wird. Es ist selbstverständlich, dass zu diesem Zweck auch besondere Kräfte erforderlieh sind, die zum grossen Thbeile schon in Weimar selbst zu haben sind. Der
GCursus ist als ein zweijähriger gedacht, sodass die jungen Leute, welehe
ihre Lehrzeit bestanden haben, sich in den folgenden zwei Jahren zu tüch- tigen Kräften in der Schule ausbilden können. Die nöthigen Anforderungen, die an jeden Schüler gestellt werden, dürften bei mässigen Ansprüchen sich auf etwa 1000 Mk. für das Jahr belaufen— Alles mit eingerechnet. Es soll selbstverständlich den Schülern Gelegenheit geboten werden, dass sie in allen praktischen Disciplinen die Uebung, dfe sie haben, beibehalten, und dass sie nicht etwa durch rein theoretische Beschäftigung Das verlernen, was sie schon ge- lernt haben. Der Unterrichtsplan wird nach Constituirung durch den Vorstand der D. Ph.-Schule geregelt, und zwar auf Anweisung der vorher noch einzu- berufenden General-Versammlung. Bereits heute sind von verschiedenen Seiten der Schule Schenkungen überwiesen. Wir hoffen, dass auch viele unserer Lieser und vor allem die Mitglieder des Deutschen Photographen- Vereins sich bereit finden werden, nicht nur Schenkungsurkunden, sondern auch Garantiescheine zu unterzeichnen. Da der§ 2 der Statuten von Garan- tiescheinen im Betrage von 100 Mark für jeden Schein spricht, so haben wir ausser dem einfachen Garantieschein zu 100 Mark auch noch einen solchen für mehrfache 100 Mark beigefügt; es ist in diesem Falle die Zahl von 300, 400, 500 ete. Mk. von dem betr. Unterzeichner auszufüllen und dann der Schein einzusenden. Wir hoffen und wünschen, dass eine recht zahlreiche Betheiligung stattfindet, damit mit den Vorbereitungen zur Einrichtung der Schule gleich nach der Wanderversammlung des D. Pb.-V. begonnen werden kann. Unseren werthen Lesern legen wir die genaue Durchsicht der Satzungen und des An- schreibens ans Herz.
Ausstellung in St. Louis.
Auf unsere Aufforderung zur Beschickung der Ausstellung, welche mit der diesjährigen Wanderversammlung der„Photographers Association of America“ in St. Louis verbunden ist, haben die folgenden Herren Bilder eingesandt:
Heinrich v. Ayx, Mainz, Gebrüder Lützel, München,
J. Benade, Erfurt, J. B. Obernetter,„
G. Brokesch, Leipzig(Inh. K. Wunder), J. Schober, Karlsruhbe,
F. Bülowius, Königsberg i. Pr., K. Schwier, Weimar,
J. Heydenhauss, Wien, C. Seegert, Berlin,
C. Kesselhuth, Hildesheim, Ernst Sonntag, Dresden, H. Koch, Wien, H. Strube, Berlin,
Louis Koch, Bremen, F. Tellgmann, Mühlhausen,
Otto Koch, Husum, Ferd. Urbahns, Kiel, L. W. Kurz, Wiesbaden, Weimer& Umbreit, Darmstadt, F. Langbein& Co., Heidelberg, Willy Wileke, Hamburg. Die Bilder sind, soweit sie schon da waren, am Montag, dem 25. Juui- abgegangen und der Rest am Sonntag, dem 1. Juli. Hoffentlich kommen auch die zu spàt gesandten noch rechtzeitig an; Vo¹ unserer Seite ist Alles gethan, was möglich ist, um die Ankunft dort ⁰-
beschleunigen. 4
Hie Albumin, hie Celloidin!
Von Hans Spörl, Breslau.
VWrerfen wir heute einen Blick auf die Inserate unserer Fachpresse, 80 sehen wir die Anpreisungen des Celloidinpapieres sich in ganz besonderem Maasse 1 3. 1 4:.... hervordrängen. Celloidinpapierfabriken, sie wachsen über Nacht und bringt
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