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Nr. 27. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 253
Deutscher Photographen-Verein.
Als neue Mitglieder sind angemeldet:
Herr A. Bosselmann, Photograph, New-York, 317 Eeast 88. Str. Herr Carl Becker, Lichtdruck-Anstalt, Naumburg a. S.
Als neues Mitglied war angemeldet: Herr Eduard Rosbach, Photograph, Namur, 19 rue Ernotte. Als neues Mitglied ist aufgenommen(angemeldet in Nr. 24 u. 25): Herr Josef Machatscheck, Maler u. Hofphotogr., München, Müllerstr. 32 d.
Lesezirkel 1894.
Es gelangten zur Versendung am 3. Juli 1894:
Reihe XII. British Journal of Ph. Nr. 1781. Reihe XIII. Phot. Times Nr. 665. Phot. News„ 1868. Americ. Amat. Phot. „ XIV. Beretninger
Deutsche Photographen-Schule.
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Der heutigen Zeitungsnummer sind die Satzungen der zu gründenden Deutschen Photographen-Schule in Weimar beigefügt und ebenso ein Anschreiben an die Leser der Zeitung, in welchem über das Unternehmen die nöthigen Mittbeilungen gemacht werden und gleichzeitig zur Zeichnung von Garantie- scheinen und Schenkungsurkunden aufgefordert wird.
Es dürfte wohl jedem deutschen Photographen, wie dies zahlreiche uns zugegegangene Briefe bestätigen, klar sein, dass die Errichtuug einer photographischen Fachschule eine Nothwendigkeit ist und zur Hebung des Standes beiträgt. Denn Jeder, nicht nur die Gehilfen, sondern auch die Prin- eipale, werden gar oft in die Lage gerathen sein, sei es an sich selbst oder an Anderen, die Erfahrung zu machen, dass in unserem noch so jungen Kunst- gewerbe mancherlei Mängel heraustreten, die als Schulmängel zu bezeichnen sind. Diese Mängel beziehen sich hauptsächlich auf die Vorbereitung für den Beruf selbst. Man sehbe sich doch zunächst einmal die Leute an, die selbst- ständige Principale sind; weitaus der geringste Theil ist von Hause aus für den Photographenberuf bestimmt gewesen. Die Meisten haben vorber alle anderen möglichen Berufsarten ergriffen, und bei den bedeutendsten und tüch- tigsten unserer photographischen Meister finden wir, dass sie nicht von der Pike auf sich ihrem jetzigen Berufe widmeten. Aber nicht nur hier, sondern auch bei Denjenigen, welche die Photographie wissenschaftlich betreiben, ist die gleiche Beobachtung zu machen. Auch bei diesen hat der geringste Theil sich von Anfang an mit der Photograpbie beschäftigt; die meisten derselben sind vorher in ganz anderen Stellungen gewesen, in denen sie die Photographie, sei es als Liebhaberei oder für bestimmte Zwecke, betrieben. Wie schwer es aber ist, von der einmal angefangenen Kunst wieder abzugehen, das beweisen unzählige Beispiele. 1
So kann es ja nicht fehlen, dass wir in photographischen Kreisen neben der höchsten Bildung auch oft Mangel an solcher vorfinden. Es gilt dieses nieht nur von der allgemeinen Bildung, sondern mehr noch von der Fach- bildung. Diesem Uebelstande kann aber nur durch eine Photographenschule abgeholfen werden. Es soll an derselben den jungen Leuten nicht nur das Theoretische, sondern auch das Praktische der Kunst vorgeführt werden, und zwar unter gegenseitigen Hinweisen auf einander. Nur durch ein solches harmonisches Zusammenwirken von Theorie und Praxis lässt sich etwas Wünschenswerthes erreichen. Die Leser unserer Zeitung, welche uns bis zum 18. Jahrgang begleitet haben, und auch Diejenigen, welche erst in den letzten Jabren als Leser hinzugetreten sind, werden uns gewiss nicht abstreiten, dass wir, wie viele Andere, stets nach Kräften bemüht gewesen sind, die Interessen unseres Standes zu heben. Freilich, der Eine macht es auf diese, der Andere auf jene Weise, und es führen gerade in dieser Beziehung viele Wege nach Rom.


