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252 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 25.
seben hätten, vielleicht Stärkemehlkörnchen gewesen sein könnten. So etwas wird nun nicht mehr vorkommen könneu. Untersucht der Chemiker wichtige Objecte: Blut, Gift, Samen, Haar, Gas. Staub, Flecken, Kothpantikel und bundert andere Dinge, so wird er oft von Jedem, das er besehen, eine Mikrophotographie aufnehmen und diese vor den Richtern erläutern. Als Ideal für solch einen Verlauf der Dinge stellen wir uns nun vor, dass mittels eines Samenmikros- kops eine Vergrösserung der Mikrophotographie auf eine weisse Wand im Gerichtssaal geworfen und hier den Richtern und den Geschworenen erklart wird. Wir glauben, dass dies eine Technik ist, welche die Grenzen mensch- lichen Irrthums so eng als möglich zieht.
Ich hoffe, dass dieser Artikel mindestens angethan ist, zu beweisen, wie wichtig bereits die Photographie für die Strafrechtspflege ist und wie wichtig sie noch werden kann, wenn Alle, die sich mit der Photographie beschäftigen, dahin wirken, immer mehr Momente zu finden, in denen die Photographie ge- treu der Justiz zur Seite steben kann.
Ich schliesse mit einer Bitte. Seit langer Zeit suche ich schriftlich und mündlich dahin zu wirken, dass sich eine möglichst grosse Anzahl Crimina- listen entschliessen möge, allein zu dem Zweck, um sehr oft Aufnahmen, wie sie unter b erwähnt wurden, zu machen, unter die Amateurphotographen zu gehen. Wie sehr dadurch die Arbeit des Criminalisten verbessert und erleichtert wird, braucht nicht mehr gesagt zu werden. Ich möchte jedoch wünschen, dass ich(s. mein„Handbuch für Untersuchungsrichter, Polizeibe- amte und Gensdarmen“) den Criminalisten zu gleicher Zeit einen Rathgeber geben könnte, welcher von den zahlreichen Apparaten angeschafft werden muss. Ich bitte deshalb Amateure, mir Apparate zu nennen, die sie aus eigener Erfahrung für diesen Zweck empfehlen können; verlangt wird, dass der Apparat einfach zu behaudeln, leicht mitzunehmen und vor allen Dingey vielseitig brauchbar ist; er muss namentlich ebenso gut einen Mord und einen Brand, wie ein Eisenbahnunglück photographiren können. Es darf kein Spielzeug, aber auch nicht zu theuer sein. Rathschläge hierüber und vor Allem im Allgemeinen über die Anwendung der Photographie in der Straf- rechtspflege werde ich dankbar entgegennehmea.
Personalia.
Unser Mitglied 5 Herr K. Schmidt in Kaiserslautern erhielt von Sr. Königlichen Hobeit dem Prinzregenten von Baiern als Aner- kennung gelungener Aufnahmen eine Brillant-Busennadel.
Fragekasten.
Fragen. —1128) Beim Entwickeln einer Cabinetplatte setzte ich zu viel Natron Zzu. Dadurch sind alle Schattenpartieen ziemlich dunkelroth geworden. Es ist eine sehr wichtige Aufnahme, die nicht wiederholt werden kann und ich bitte deshalb um Nachricht, ob hier noch Rettung oder Verbesserung möglich ist. 1129) Womit entfernt man Eikonogenflecke, welche durch Verschütten von Eikonogen- pulver ins Zeug und spätere Einwirkung von Nässe erschienen?
Antwort.
Zu Frage 1125) Ein bestimmter Rath ist hier nur schwer zu geben. Man bringe das Negativ in frisches saures Fixirbad und lasse es hierin 12— 24 Stunden. Nach dieser Zeit lässt sich schon sehen, ob etwas erreicht ist. Sollte es nicht sein, so hilft vielleicht ein Zusatz Von 1 S Jodkalium auf 1 Liter des Fixirbades. Ist dieses noch nicht genügend, so muss man 38 Chlorsilbern des Negativs vornehmen; dieses geschieht nach Belitski in der folgenden Weise:
Lösung 1) 50 g Alaun in daaun 9 8
1000 g dest. Wasser) azu geschüttet. Lösung 2) 10 g doppeltchroms. Kali und ... 20 g Salzsäure, chr. r.. Hier hinein wird das Negativ gelegt bis es ganz gelb geworden und nun tüchtig ge-
wässert(Schicht nach unten), bis das oft erneuerte Wasser ganz farblos ist und das Negati- grauweiss aussieht. Man belichtet das nun aus Chlorsilber bestehende Bild einige Minuten, aml besten in der Sonne, und entwickelt dann mit Eisenoxalat. Hierauf wird ¼ Stunde gewässert. Das Negativ ist schwarz.— Die Lösung ist haltbar, schwächt sich aber nach und nach ab.
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