242 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 25.
Von grossem Gewicht können Aufnahmen von Begrabenen und Gehenkten und von, Tättowirungen sein. Den letzteren wird gegenwärtig ein übermässig grosser Werth beigelegt, wichtig sind sie aber jederzeit, sei es zum(dentifi- ciren Lebender, sei es zum Recognosciren Todter, sie müssen stets photogra- phirt werden, da eine Beschreibung und eine Zeichnung, selbst eine gute LZeich- nung, selten genügend sein wird.. 1
Hierher gehört endlich das Photograpbiren von Posen, die z. B. einen ge- wissen Gesichtsausdruck oder eine gewisse Bewegung darstellen; wenn die Betreffenden unbemerkt, während sie sich natürlich benehmen, photograpbirt werden können, so ist ein Beweis gewöhnlich nicht sehr schwierig.
(Schluss folgt.)
Literatur.
Von Meyers Volksbüchern, Verlag des Bibliogr. Instituts in Leipzig, liegeg uns die neu' ausgegebenen Hefte Nr. 1024— 1036 vor.(Preis jeder Nr. 10 Pig.) Wir erwähnen aus dem Inhalt dieser Hefte die Nummern 1023— 1024: Henrik Ibsen, die Frau vom Meer, eins der vielumstrittenen Schauspiele des nor— dischen Dramatikers, das sich trotz aller Absonderlichkeiten durch die packende Schilderung der Charaktere und Situationen auszeichnet.— Nr. 1028— 1029: „Tiecks Leben und Werke“, verfasst von Dr. Gotthold klee.— Von Friedrich Hebbel, Verfasser der„Nibelungen“, finden wir in den Nr. 1030— 1032 eine Auswahl Gedichte und weiter in Nr. 1033:„Mutter und Kind“, ein Gedicht in
sieben Gesängen. Silvio Pellico,„Meine Kerkerhaft“(Nr. 1034— 1036).—
Die in der letzten Folge begonnene„Allgemeine Uebersicht“ über die Classen des Thierreichs aus Brehms Meisterwerk schliesst mit dem Inhalt der Nummern 1025: die Insecten, 1026: die Kriechthiere und Lurche, und 1027: die Fische, nunmehr ab.— Ausserdem enthalten die Nummern 1021— 1022 das„Straf- gesetzbuch für das Deutsche Reich“. Besonders brauchbar wird diese Ausgabe des Strafgesetzbuches durch ein gutes Sachregister, erläuternde Anmerkungen und Zuständigkeitsvermerke.
Zur guten Stunde. IIlustrirte deutsche Zeitschrift, herausgegeben und verlegt von Rich. Bong, Berlin, Preis für das 14 Tages-Heft 40 Pfgg.
Von diesem Werke liegen uns eine Reihe von Heften(Nr. 15— 18) vor, deren Inhalt im Folgenden wiedergegeben wird.
Da finden wir eine genaue Abbildung und Beschreibung des„kleinsten Hundes“ der Welt, der z. Zt. als Eigenthum der Erzberzogin Elisabeth in Wien existirt und dieser von einer schlichten Bürgersfrau zu Weihnachten ver- ehrt wurde.(Länge 17 em, Höhe 13 cm, Gewicht 590 g.)— An erzäblenden Beiträgen erwähnen wir:„Feindliche Pole“ von August Niemann,„Diebe“ von A. v. Klinkerström,„Wer wirft den ersten Stein?“ von Dietrich Theben, „Juristendeutsch“ von Junius,„Ueber Entschädigung unschuldig Verurtheilter“ von Dr. Felisch,„Ueber Haushaltungsschulen“,„Eine Donaufahrt“ u. a. m.
Dabei begleiten den Text vorzügliche IIlustrationen und Kunstblätter, von- denen wir nur erwähnen:„Auf Dein Wohl, Papa“ von A. Schröder,„Russische Bojarentochter“ von K. J. Makowski,„Standrecht“ von Th. Lybaert u. S. f.
Als Beigabe finden sich in jedem Hefte ein Theil der„IIlustrirten Classiker- Bibliothek“ z. Zt. Ludwig Ubland.
Vermischtes.
Abhängige Gebrauchsmusterschutzrechte. Mitgetheilt vom Patentanwalt Otto Sack, Leipzig.. Durch eine jüngst gefallene reichsgerichtliche Entscheidung sind Verbältnisse zur Erörterung und Feststellung gekommen, die für weite Kreise der Gewerbe— treibenden von besonderem Interesse sind. Der Fall bat, ganz allgemein angedeutet, folgende Grundlage:
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