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Nr. 23. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 221
Ausfällung des Goldes aus gebrauchten Rhodangoldbädern, welche Anwendungs- weise Dr. Aarland aber gar nicht erwähnt, ist jedoch der Zinkstaub sehr brauchbar.
Da ich mir, wie schon erwäahnt, Zinkstaub schon vor der öffentlichen Em- pfehlung desselben, und zwar von E. Merck in Darmstadt, welcher ihn in guter Qualität liefert, bestellt hatte, so konnte ich ihn zu gedachtem Zwecke sofort benutzen; und dies ist bis heute täglich mit so gutem Erfolge ge- schehen, dass ich denselben nach mehrmonatlichem Gebrauche hiermit bestens empfehlen kann. Man verfährt praktisch so:
In eine dem täglichen Verbrauche von Rhodangoldbad angemessen grosse Flasche mit gut schliessendem Stöpsel giesst man die gebrauchte Rhodangold- lösung und setzt auf ein Liter etwa ein Gramm Zinkstaub zu, welchen man vorher mit etwas Wasser in einem Löffel mit dem Finger zu einem dünnen Brei verrieben hat. Man schüttelt gut und wiederholt dies gelegentlich noch- mals. Am andern Tage, ehe man aufs Neue altes Goldbad zusetzt, giesst man so viel] als nöthig und möglich von der klaren Flüssigheit ab und kann so unter jedesmaligem Zusatz von Zinkstaub monatelang verfahren, bis mau eine genügende Menge des schwarzen goldhaltigen Niederschlages in der Flasche hat. Man filtrirt nun ab, wäscht das Filter mit Wasser mebrere Male nach und trocknet. Das so erhaltene schwarze Palver enthält ausser dem sämmt- lichen Golde der alten Bäder noch überschüssiges Zink und, wenn die Rhodan- goldlösung ein Bleisalz enthält, auch noch Blei. Man übergiesst dieses Pulver in einem Kolben oder einer geräumigen Abdampfschaale im Freien vorsichtig mit chemisch reiner Salpetersäure, welche die unedlen Metalle unter Aufbrausen und starker Erwärmaung löst und das Gold zurücklässt. Ein erneuter Zusatz von Salpetersäure darf kein Aufbrausen mehr verursachen. Der ungelöst ge- bliebene Rückstand ist fast reines Gold, welches man verkauft oder selbst auf Chlorgold verarbeitet. Will man chemisch reines Gold baben, so löst man den schwarzen Rückstand in Königswasser verdünnt, filtrirt, schlägt mit Eisenvitriol nieder und verfährt weiter, wie ich oben angegeben habe.
Um mieb zu überzeugen, ob die Fällung des Goldes auch vollstäudig durch Zinkstaub aus den Rhodangoldbädern erfolge, theilte ich 70 Cubikcentimeter einer 1%-Chlorgoldnatriumlösung, welche 2 Liter Goldbad ergeben bätten, in 2 gleiche Tbeile, verwandelte die eine Hälfte in 1 Liter Rhodangoldbadmit Bleizu- satz und verdünnte die andere mit Wasser auf 1 Liter. Aus der Chlorgoldlösung schlug ich das Gold durch Eisenvitriol nieder und aus der Rhodangoldlösung durch 1 Gramm Zinkstaub. Das gewonnene Gold wog je 121 Milligramm also beide zusammen 242 Milligramm. Zwei Liter gebrauchtes und mit Zinkstaub gefälltes Rho- danbleigoldbad ergaben uur 75 Milligramm metallisches reines Gold. Es wurde also fast ½ des angewandten Goldes auf leichte Weise wiedergewonnen. Ich glaube, dass diese Versuche die praktische Brauchbarkeit dieser Goldgewinnungs- methode genügend beweisen. Schliesslich will ich noch bemerken, dass mein Rhodangoldbad mit Citronensäure versetzt ist, und dass sich schädliche Gase bei der Reduction mit Zinkstaub nicht gezeigt haben.
Welcher Natur jst die b Entwicklung ancopirter Aristo- (Gelatine-) und Kollodiondrucke?
Man sollte eigentlich anuehmen, dass die verschiedenen optischen und mechanischen Processe, wie sie in der Photograpbie vorkommen, nach Möglich- keit aufgeklärt seien, sodass verschiedene Ansichten über einen der genannten Processe uicht vorkommen könnten. Dies ist aber durchaus nicht der Fall, und nicht selten werden die Meinungsverschiedenheiten in der photographischen Presse energisch verfochten. Da nun aber ein Meinungsaustausch nicht nur belehrend, sondern aueb anregend wirkt, erlauben wir uns bescheiden unsere Ansichten über das in der Ueberschrift genannte Kapitel den Lesern dieses Blattes vorzutragen..
Bekanntlich unterscheidet man(wenigstens zur Zeit noch) zwei Arten von Entwicklung, eine chemische und eine pbysikalische. Bei der chemischen Entwickluang wird das durch die Lichteinwirkung gebildete niedere Subsal«


