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220 Deutsehe Photographen-Zeitung 1894. Nr. 29.
säure lässt sich vorher nur angeben, wenn man das Goldbadrecept kennt; sie kann sehr verschieden sein. Manche alten Goldbäder lassen übrigens, be- sonders am Lichte stebend, mit der Zeit ohne weiteren Zusatz das Gold fallen. Eine Eisenvitriollösung 1: 3 mit ²⁄0 concentrirter Schwefelsäure dürfte übrigens in den meisten Fällen genügen.
Man verfährt praktisch so. dass man in eine oder einige grosse helle Flaschen die unbrauchbaren Goldbàder schüttet und so viel Eisenlösung za. setzt, als noch eine Trübung ensteht. Wenn die Flasche voll ist und der Niederschlag sich gut abgesetzt hat, giesst man noch etwas Eisenlösung zu und beobachtet, ob nochb eine Trübung entstebt. Bleibt Alles klar, so zieht man mittels eines Hebers die Flüssigkeit über dem Bodensatze ab und kann nun immer wieder alte Goldbàder hineinschütten und niederschlagen bis sieh eine genügende Menge Niederschlag angesammelt hat. Derselbe wird nun ab- filtrirt, mehrere Male mit Wasser nachgewaschen und mit dem Filter getrocknet. Man entfernt den Niederschlag vom Filter, verbrennt letzteres und kaun nun das noch verschiedene Unreinigkeiten und auch etwas Silber enthaltende
Gold verkaufen, wenn man nicht vorziebt das reine Gold selbst daraus her.
zustellen, was zwar nicht schwierig, aber auch nicht Jedermanns Sache ist.
Zu diesem Zwecke bringt man den vorher gewogenen Abfall in einen ge⸗ räumigen Glaskolben, sogenannte Kochflasche, setzt das achtfache Gewieht Königswasser(aus zwei Theilen starker Salzsäure und einem Theil starker Salpetersäure bestehend) hinzu und erhitzt, indem man im Freien oder unter einem gut ziehenden Schornsteine den Kolben in heisses Wasser stellt, und zwar etwa ½ Stunde lang unter Erneuerung des heissen Wassers. Vor der Einatbhmung des hierbei sich entwickelnden Gases muss man sich unbediugt schützen, weil es die Athmungsorgane sebr stark angreift. Das sämmtliche in dem Niederscblage vorbanden gewesene Gold ist nun aufgelöst. Die Flüssig- keit wird nun mit etwa der sechsfachen Menge Wasser verdünnt, fltrirt, das Filter gut nachgespült, aufs Neue mit Eisenvitriol das Gold daraus gefällt, zu- erst mit verdünnter Schwefelsäure und dann mit Wasser gut gewaschen, ge- trocknet und geglüht. Das Produet, ein braunes, sehr schweres Pulver, ist reines Gold im Werthe von 2,79 Mark pro Gramm.
Ich habe schon oft als Ausbeute von alten Goldbädern 10 bis 20 Gramm Feingold gewonnen, was sich in Anbetracht der gebabten Mübe doch sehr lohnt.
Trotz alledem möchte ich diese letztere Arbeit doch uicht Jedem em- pfehlen, weil unvorsichtiges Arbeiten leicht Schaden bringen kann. Wer nieht mit dergleichen umzugehen versteht, verkaufe lieber den noch unreinen Gold- rückstand.
Seit man nun aber infolge der Einführung von Cblorsilber-Celloidid- papier vielfach mit Rhodangoldbädern arbeitet, ist die Wiedergewinnung des Goldes aus alten Bädern durch Eisenvitriol nicht mehr möglich und es ist desbalb viel von dem kostbaren Metalle weggeworfen worden.
Nach einer Menge von Versuchen, das Gold aus Rhodangoldbädern wieder- zugewinnen, die zwar gelangen, aber zu umständlich und desbalb nicht, prak- tisch waren, bestellte ich mir Zinkstaub; ehe derselbe aber ankam, veröffeut- lichte Dr. Stiebel seine Versuche und empfahl den Zinkstaub zur Ausfällung nicht blos des Goldes aus Rhodangoldbädern, sondern auch des Silbers aus alten Fixirbädern und Tonfixirbädern.
Letzteres habe ich nie versucht, weil ich den Tonfxirbädern nicht traue, und mit Fixirbädern und Zinkstaub habe ich bis jetzt auch noch keinen Ver- such gemacht, weil ich kein Bedürfniss dazu fühlte, denn jch bin mit meiner alten Methode das Silber durch Schwefelammonium niederzuschlagen und dann mit Salpeter zu reduciren, wie ich es auf Seite 23 Jahrgang 1893 dieser Zeitung beschrieben habe, sehr zufrieden. 5 1 Gegen die Anwendung des Zinkstaubes zur Ausfällung des Silbers aus Fixirbädern spricht sich übrigens Dr. Aarland in Nr. 5 im„Atelier des Photographent“, welches von Dr. Miethe redigirt wird, entschieden aus us nennt diese Methode aus dort angeführten Gründen unpraktisch. Er mas Recht baben, dass für diesen Zweck der Zinkstaub nicht 80 empfehlenswerth ist, als es nach den ersten Veröffentlichungen dieser Methode schien. Zul
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