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204 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 21.
empfohlen, was auf den Ausspruch Merciers, dass jedes Platinbad oder Tonbad, wel-
ches ein Metallsalz der Platingruppe enthalte, unbedingt sauer reagiren müsse, hin-
weist. Es müsste demnach das saure Platinbad mit dem alkalischen Goldbad in Con-
trast stehen, dies scheint uns indessen nicht ganz richtig, denn der zur Toner- zeugung nothwendige Reductionsprocess muss ein dem Goldtonungsverfahren analoger sein. Das Brit. Journ. veröffentlichte nun auch seinerzeit ein Platin- tonbad, welches keine freien Säuren, sondern eine geringe Menge Alkali enthält und reinschwarze Töne liefern soll. Die Vorschrift ist die nachstehende:
Natriumplatinchlorür 2 g, Chlornatrium 2 g, dopp. weinsteins. Natron 1 g. Wasser 1000 cem.
Die Reihenfolge der Farbentöne ist Purpur, Purpurbraun, Tuschfarbig, rein
Schwarz. Fixirbad 1:5. Dr. Kurz empfiehlt neuerdings ein platintonbad, welches neben der obligaten
Saäure oxalsaures Kali enthält. Dieses Bad dürfte zum Tonen geeignet sein,
da das oxalsaure Kali die Reduction begünstigen wird, doch sind die definitiven Versuche noch nicht abgeschlossen.
Ein wenig beachteter Ersatz für Platin ist das Bromsilberpapier, wie es im Handel erhältlich ist. In Deutschland spielt allerdings Bromsilber im Contact- druck gar keine Rolle, aber mit Unrecht. Es ist doch weit leichter, auf gutem Bromsilber ein tiefschwarzes und detaillirtes Bild zu erhalten, als auf Platin nach irgend einer Methode; es kommt das Alles nur auf die richtige Behandlung an. Wenn man natürlich bei Lampenlicht copirt, und mit dem traditionellen Eisenentwickler, womöglich mit Bromkaliumzusatz, das Bild hervorruft, kann man nach Umständen etwas erleben. Nimmt man aber ein gutes, weder hartes, noch sehr weiches Negativ, belichtet mit Tageslicht, und ruft mit einem Zart arbeitenden Entwickler, wie es der Glyeinentwickler ist, hervor, so wird man sicherlich ein sehr befriedigendes Resultat erzielen, namentlich wenn die Drucke entsprechend weiter behandelt werden. Dass dies thatsächlich der Fall sein wird, daran ist nicht zu zweifeln, und das interessante Experiment des Herrn Inglis spricht für sich selbst und für vieles Andere. Der genannte Hérr zeigte der Redaction des Photo-Beacon sehr schöne Platinimitationen auf Bromsilber- papier. Nach der Arbeitsweise gefragt, goss er einfach aus einem Fläschchen Mattlack über einen glänzenden Bromsilberdruck; die Wirkung Wwar eine ausge- zeichnet vorzügliche. Es ist aber auch gar nicht einzusehen, warum das Platin, welches nur durch seinen schwarzen Ton wirkt, nicht durch ein anderes Medium ersetzt werden könnte.— Die Eisenbilder sind an und für sich nicht sehr zur Platinimitation geeignet, nur eines der sogenannten Kalitypieverfahren macht hiervon eine Ausnahme, naämlich das Eisen-Silberverfahren, welches, in nack- stehender Weise ausgeführt, sehr gute Resultate erzielen lässt.
Man füllt eine Lösung von Eisenchlorid mit Ammoniak, wäscht das ent- standene Eisenhydrooxyd mit Wasser gut aus und fügt dann soviel Oxalsäure hinzu, dass nach vollständiger Auflösung des oxalsauren Eisenoxyduls noch etwas Eisenhydrooxyd zurückbleibt, sodass man sicher ist, dass die Lösung keine freie Oxalsäure mehr enthält. Diese Lösung wird verdünnt und photographi- sches Rohpapier damit präparirt. Das Trocknen muss schnell, aber ohne künst- liche Wärme geschehen. Das getrocknete, hellgelbe Papier ist fast unbegrent
altbar. Man copirt solange, bis man ein schwaches, violettes Bild sieht. Entwickelt wird mit einer Mischung aus citronens. Natron 45 g, Wasser 210 g, dem man folgende Lösung zusetzt: Silbernitrat 2 g, Wasser 30 cem. Den durch das Mischen entstehenden Niederschlag muss man sebr vorsichtig mit Ammoniak zum Verschwinden bringen. Bleibt Niederschlag, so leiden die Weissen, ist Ammoniak im Ueberschuss, so werden die Bilder flau. Dem fertigen
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