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Nr. 19. Heutsche Photographen-Zeitung 1894. 181
leichter als die andern, wenn der Entwickler nach oftmaliger Benutzung stark silberbaltig wird.
5. Sollten Luftblasen beim Einlegen der Copieen in das Aristogen auf der Schicht haften bleiben, so dürfen dieselben nicht dureb Reiben mit dem Finger entfernt werden. Man benutze dazu ein Stückchen Papier. Die stark geriebenen Stellen würden die Silberatome anziehen. Letztere lagern sich allerdings nur auf der Oberfläche der Gelatineschicht ab, sodass sie durch Reiben sehr leicht zu entfernen sind; aber bei der Weiterentwicklung würden sicb diese ober- flächlichen Flecken wieder ebenso erneuern.— Dem Aristogen ist übrigens Alkohol beigefügt, welcher nur in vereinzelten Fällen das Auftreten von Luft- blasen zulässt.
6. Setzt man einer verdünnten Lösung von Aristogen einige Tropfen Silbernitrat zu, so lassen sich in dieser Flüssigkeit kurz nach der Mischung fertige Platinbilder, fertig getonte und fixirte Chlorsilberbilder und fertige
Negative verstärken. Dieselben sollten, bevor man sie in dies Bad bringt, mit
Wasser etwas angefeuchtet sein. Ist die Verstärkung, welche erst nach einigen Minuten eintritt, genügend vorgeschritten, so bringe man die Bilder nach kurzem Abspülen in Fixirnatron und wasche letzteres dann wie gewöhnlich gut aus. Natürlich müssen die zu verstärkenden Bilder absolut frei sein von unter- schwefligsaurem Natron, da sonst Rothschleier eintritt.
Die hiermit zu erreichende Verstarkung der Platinbilder und der vergol- deten Aristo-, Eiweiss- oder Kollodioncopieen ist unbegrenzt; diejenige der Negative jedoch bedeutend geringer als jene, welche man mit Bromkupfer und Silbernitrat erhalten kann.
7. Von einem bei greller Sonnenbeleuchtung gemachten Negative, welches fast ohne Halbschatten war, wurde ein fast auscopirtes Bild auf Liesegang- (Aristo-) Papier bergestellt und dann mit dem normal(1: 12) verdünnten Aristogen entwickelt. Es zeigte sich nach der Behandlung mit einem Tonfxir- bade kein Unterschied von einem ganz auscopirten Abdruck. Ein kaum sichtbares Bild, mit demselben Entwickler behandelt, wurde bedeutend weicher. Die Entwicklungszeit dauerte bei ersterem 2 Minuten, bei letzterem 6 ½ Minuten.
Zwei Bilder wurden gleich stark ancopirt und hierauf das eine mit einem concentrirten Entwickler bebandelt, nämlich 5 Theile Aristogen auf 25 Theile Wasser. Es entstand in 3 Minuten ein dem auscopirten fast gleiches Bild. Das andere wurde nach 25 Minuten ausserst flau in einer Mischung von Aristogen 5 cem und Wasser 200 cem.
Die Bilder werden um so weicher, je länger sie im Entwickler bleiben, mag dies nun dadurch bedingt sein, dass man den Entwickler stärker verdünnt, oder dadurch, dass man schwächer ancopirt.
Beim Entwickeln bringe man nicht zu viel Flüssigkeit in die Schaale. Während die Masse der Flüssigkeit bei der chemischen Entwicklung ganz ohne Einfluss auf den Charakter des Vorgangs ist, ist das bei der physikali- schen Entwicklung von Auscopirpapieren wohl der Fall. Je mehr Flüssigkeit sich in der Schaale befindet, desto langsamer geht die Entwicklung vor sich und desto weniger contrastreich werden die Bilder. Es kommt dies daher, dass das Silbernitrat, welches aus dem Abdruck in Lösung geht, verschieden stark verdünnt wird.
Zur Entwicklung von Cabinetbildern genügen 100 cem des verdünnten Aristogens vollkommen..
9. Wie schon wiederholt bemerkt, veranlassen Verunreinigungen der Schaalen beim Arbeiten mit Aristogen leicht Flecken auf den Bildern. Vor dem Ge- brauch behandelt man die Schaale mit einer verdünnten Säure, am besten Sal- petersäure. Zum Ausputzen leistet ein Stück Gummischlauch, welcher über einen Glasstab gezogen ist, gute Dienste..
10. Zuletzt sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass die verschiedenen Papiere des Handels von ganz verschiedener Zusammensetzung sind. Das Aristogen ist ausschliesslich dem Liesegang-Papier angepasst.


