Jahrgang 
1894
Seite
180
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180 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 10.

nächstfolgende Preisbewerber in die Reihe; das Preisgericht hat deshalb

die sämmtlichen Aussteller nach der Werthigkeit der Bilder zu orduen,

Für den Vorstand des D. Phot.-V.

den 1. April 1894. Weimar, den 3 K. Schwier, Vorsitzender.

Arbeiten mit Aristogen.

Die Zusammensetzung der zum Auscopiren bestimmten Papiere ist prix. ceipiell verschieden von derjenigen der zur Entwicklung bestimmten. Letztere enthalten reines Chlor- oder Bromsilber, erstere daneben noch einen Ueberschus von Silbernitrat. Die Verstärkung der schwach ancopirten Auscopirpapiere is ein durchaus anderer Process als die Hervorrufung der Entwicklungspapiere. Da man aus diesem Grunde nicht die Erfabrungen aus dem einen Gebiete aul dem anderen direct verwerthen kann, halten wir es für nothwendig, einige Beobachtungen und Vorsebriften zu früheren Berichten über die Entwicklung von Aristopapier nachzutragen.

Eine kurze Andeutung der Theorie des Processes möge vorhergehen: Der sogen. Entwickler nimmt aus dem Papier einen Theil des löslichen Silbersalzes in sich auf. Letzteres wird zu Metall reducirt, welches jedoch nicht direct ausfällt, sondern eine Zeit lang äusserst fein vertheilt in der Flüssigkeit schwebt. Wir haben eine sogen.colloidale Lösung, wie es z. B. auch di meisten Tinten sind, vor uns. Die belichteten Chlorsilbertheilchen des Aristo. bildes üben nun scheinbar eine Anziehung aus auf diese schwebenden Silber. atome. Diese setzen sich, äàhnlich wie der Wasserdampf als Reif sich nieder. schlägt, an den durch das Licht zersetzten Theilen der Cblorsilberschicht ab. Wir haben also gewissermaassen einen Einstäubeprocess vor uns.

1. Wünscht man die Bilder nicht gleich nach der Entwicklung zu fixireu so können sie nieht in reinem Wasser längere Zeit aufbewahrt werden. h diesem würde die Entwicklung weiter gehen. Man bringe sie in diesem Falle in eine Lösung von: W Kochsalz 20 g,

Kalialaun 2 g,

Wasser 1 I.

Ein Abspülen des Entwicklers ist nicht nöthig.

(Die zu demselben Zweck empfohlene schwache Citronensäurelösung wirke

als Hemmungsmittel gegen die Weiterentwicklung sehr gut. Aber es Könnte

beim Fixiren Schwefeltonung eintreten, wenn die Säure nicht vollkommel vorher ausgewaschen wird. Dieé Verwendung des oben genannten Kochsalzbades ist also vorzuziehen.)

2. Die entwickelten und mit verdünnter Kochsalzlösung behandelten Bilder können entweder mit einem combinirten Tonfixirbad behandelt, oder getrennt getont und fixirt werden. Ueber die erstere Methode ist nichts Neues zu be- merken. Sie ist mit Rücksicht auf die Bequemlichkeit jedenfalls der zweitel Methode vorzuziehen. Letztere erlangt jedoch Bedeutung, wenn manu tiet. schwarze Töne erzielen will.

Das oben erwähnte Bild verwandelt sich in einem Tonbad:

Wasser 1 1, Platinchlorürkalium 1 g, Citronensäure 5

.. 8 nach etwa 10 Minuten in ein rein schwarzes Pfatinbild. Man wasche daul

oberflächlich und fixire in unterschwefligsaurem Natron.

3. Glasschaalen sind den Porzellanschaalen, diese den Papiermacbé- und Celluloidschaalen vorzuziehen. Auf Glas haftet das nach längerer Benutzud des Entwicklers sich ausscheidende metallische Silber am schlechtesten, al Celluloid am besten. Ausserdem leidet das letztere bei der Behandlung 1l Salpetersäure, die beiden ersteren dagegen nicht.

4. Man verdünne das Aristogen nicht in der Entwicklungsschaale, sonderl in einem andern Gefässe. Diejenigen Stellen der Glas- oder Porzellanfläehe welche das concentrirte Aristogen berührt bat, versilbern sich nämlich bedeutel

VI. 19

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