Jahrgang 
1894
Seite
175
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Nr. 18. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 175 Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt; darum ist es ratbsam mit dem grossen Strategen zu denkenErst wägen, dann wagen!. Den wahren Vorkämpfern werden alle Gleichgesinnten ihr Interesse nicht versagéen, und da bekanntermaassen Rom nicht in einem Tage erbaut wurde, sowie leichter ein- gerissen als aufgebaut ist, so muss erst das Fundament gesucht und in sich gefestigt werden, worauf das neue Bollwerk gebaut werden soll! Dieses Funda- ment ist aber für uns die Lebrlings- und Gehilfen-Frage! Auch nicht Innungen und Verbände können uns und unserem Berufe von Nutzen sein, wenigstens nieht auf die Dauer, sondern nur eine gesunde zielbewusste Ausbildung der jungen Kräfte!

Berichtigung zu dem Artikelſgpas und decorative Gruppen in r. 17.

In meiner Besprechung der GerlachschenFestons habe ich da es mir nicht ge- lungen ist, in den untergedruckten Tönen Lichtdruckton zu entdecken angenommen, dass wie bei den farbigen Lichtdrucken üblich auch hier die Tonplatten Steindruck seien. Ich habe dabei nicht bedacht, dass das Korn des Pyramidenkornpapieres den gewaltigen Druck der Steindruckpresse nicht erträgt und andererseits das Lichtdruckkorn schwer erkennbar macht, selbst in dem an Tonabstufungen reichen Bilde. Der Tonunterdruck ist also gleichfalls Lichtdruck. Bruno Meyer.

Rundschau.

Aus englischen Zeitschriften.

Die neuerlichen Meldungen englischer Fachblätter über stattgehabte Explo- sionen von Sauerstoffcylindern haben den englischen Eisenbahngesellschaften einen solchen Schbrecken eingejagt, dass sie Anstand nehmen, solche Cyliuder noch als Frachtgut zu befördern. Diese Zuräckhaltung der Bahnen wird in England um so mehr empfunden, als hier gerade mebr als in allen anderen Ländern das Lecturerwesen blüht und in allen Städten zahlreiche Vorträge mit Projectionsvorstellungen während der Wintersaison gehalten werden. Diesem Umstande ist es zu danken, dass sich die Eisenbahnverwaltungen nun doch, wie diePhotographice News vom 9. Februar berichten, zur Beförderung der Stahleylinder entschlossen haben, aber bestimmte Verpackung und von Seiten des Absenders die Beibringung eines Prüfungsscheines verlangen.

Wir können zu dem Vorstehenden nur hinzufügen, dass die bezeigte Furcht vor Explosionen der Cylinder eine unbegründete ist. Dr. Elkan, In- haber der einzigen Fabrik für comprimirten Sauerstoff in Deutschland, be-

streitet auf Grund sorgfältig eingezogener Erkundigungen das Vorgekommen-

sein der citirten Fälle und weist darauf hin, dass in Deutsebland alle Cylinder auf 250 Atmosphären Druck geprüft sein müssen und dann nur unter einem Druck von 100 Atmosphären zur Verwendung gelangen. Um die Sicherheit der Cylinder zu prüfen, sind solche in gefülltem Zustande vom zweiten Stock eines Fabrikgebäudes auf die Erde fallen gelassen worden; das unter solchen Umständen mit Sicherheit erwartete Zerplatzen der Cylinder blieb aber aus. In der gleichen Nummer desselben Blattes ist eine für Fachphotograpben besonders beherzigungswerthe Notiz über die Anwendung des Magnesium- blitzlichtes enthalten, in der darauf hingewiesen wird, dass in England jetzt kaum ein Maskenball stattfindet, ohne dass den Theilnehmern desselben nicht Gelegenheit geboten würde, sich gleich an Ort und Stelle im Costüm photographiren zu lassen. Wir möchten unseren Fachgenossen in Deutschland empfehlen, bei dem jetzigen Darniederliegen der Geschäfte an ähnliche Er- weiterungen ihrer Erwerbsthätigkeit zu denken. Herstellung von Photo-Cragons. ImBritish Journal vom 9. Februar d. J. findet sich eine Anweisung zur Herstellung von solchen Bildern mit Hilfe des nassen Kollodionprocesses. Nach Herstellung eines Negativs mit Hilfe dieses Processes wird dasselbe in die Solarcamera gebracht und nun nach demselben Vergrösserungen in be- liebiger Anzahl hergestellt. Die das Positiv tragende Kollodionhaut wird auf gelatinirtes Papier übertragen, indem man das Letztere auf die noch feuchte Kollodionschicht legt und mit dem Gummiquetscher aufquetscht. Das Papier