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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 16.
da sonst leicht der Gesammteindruck durch das Ausblassen einer einzigen Farbe sehr leidet. Zu empfehlen sind Cobalt, Smalte, Cadmiumgelb, gelber und römischer Ocker, grüne Erde, Indisch-Rotb, Umbra, gebrannte Siena und chinesische Tusche.
Anstatt des oben angegebenen kann man sich natürlich auch anderer Mal- mitte]l bedienen, Bedingung dabei ist indessen, dass dieselben gut haften. Um das bessere Haften der mit obigem Medium angeriebenen Farben zu erhöben, kann man nach dem vollständigen Trocknen mit einem polirten, nicht zu heissen Eisen über das Bild streichen, wodurch das Albumin, wenn es auch nicht coagulirt, so doch sehr hart wird.
Die Verwendung von Gummi zum Anreiben der Aquarellfarben ist nicht zu empfehlen, da die Farben, wenn das Bild in feuchter Luft liegt, leicht auf- weichen und sich abwischen lassen. Auch Glycerin für sich allein ohne Eiweiss erhält die Farben in einem anscheinend feuchten Zustande und sollte daber zur Vermeidung daraus entstehender Febler und Nachtheile nur in minimaler
Menge angewandt werden.
Zur Solarisationserscheinung. Von Regierungsrath Dr. Eder in Wien.
Mit Bezug auf die Correspondenz des Herrn von Norath in Nr. 14 der „Deutschen Photographen-Zeitung“(1894, S. 136) bemerke ich, dass ich io manchen Punkten die Ansicht desselben theile; nämlich insofern, dass das Bromkalium unter gewissen Umständen einen Einfluss auf das Hervortreten der Solarisationserscheinungen hat. Wenn Bromkalium in reichlicher Meuge dem Entwickler zugesetzt wird, vermag es hinterber Ueberexpositionen bis zu einem beschränkten Grade auszugleichen und das Eintreten von Solari- sationserscheinungen zu verzögern; dies ist allgemein bekannt. Andererseits aber beweist Abneys Experiment, dass die Anwéesenbeit von Bromkaliumlösung wahrend der Belichtung die Solarisation nicht aufzuhalten vermag. Herr von Norath hat nach meiner Ansicht Recht, wenn er sagt:„dass Bromlalium- läsung an der Solarisation nicht Schuld ist.“ Aber es dreht sich die Eut- scheidung der strittigen Frage nicht darum:„ob Bromkalium die Solari- sation zu veranlassen vermag:“, sondern es handelt sich vielmehr darum: „ob die Anwesenbeit von Bromkaliumlösung während der Belichtung die Jolarisation aufzuhalten vermag“.— Das Letztere ist nicht der Fall, folg- lich kann eine Substanz, welche neben Bromkalium nicht existenzfähig ist, keineswegs dureb ihre bhypothetische Entstebung die Solarisation veranlassen, darum halte ich die Norathsche Hypothese, dass die Solarisation des Brom- silbers durch Entstehung von bromsaurem Silber erfolge, für unzutreffend.
Ferner erwähnt Herr von Norath zur Unterstützung seiner Ausführungen, dass bei photographischen Verstärkungsprocessen das metallische Silber des Bildes durch Einwirkung von Bromkaliumlöõsung in Bromsilber übergeführt werde: er erwähnt, dass bei der Verstärkung mit Bromkalinm und Kuͤpfer- vitriol die Umwandlung des Silbers in Bromsilber„durch die Bromkalium- Lösung erfolge“. Diesen Angaben kann ich nieht zustimmen: Denn es erfolgt die erwähnte Umwandlung weder durch Bromkalium, noch„durch Frei- werden von Brom und dadurch eintretende Bildung von Bromwasser“(wie v. Norat meint), sondern durch Bildung von Kupferbromid. Das Letztere entsteht beim Mischen von Bromkalium und Kupfervitriol(Cu SO4+‿ 2 K Br= Cu Bra 4 Kz S04). Das entstandene Kupferbromid wirkt auf Silber und bildet mit diesem
Bromsilber, wobei als Nebenproduct Kupferbromür entsteht. Diese Reaction ist somit nicht in Analogie mit der Reaction von Bromkalium auf Silber zu-
setzen, weshalb nach meiner Ausicht alle seitens Herrn von Noraths hierah geknüpften Folgerungen bezüglich des Einflusses des Bromkaliums auf photo-
graphische Solarisationserscheinungen der Beweiskraft entbehren, wie ich bereits.
früher in meinen Ausführungen(Nr. 6 der D. Phot.-Ztg.) klarlegt Wien, am 8. April 1894. 6) bze
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