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Nr. 16. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 157
Wasser 15 cem, Oxalsäurelösung 1:20 10 Tropfen.
Diese Lösung trocknet im warmen Raume schnell auf und man erbält eine gleichmässige, grüngelbe Schicht. Die Platten müssen aber nach dem Empfindlichmachen gleich verbraucht werden, weil sich die Schicht schon nach zwei Tagen zersetzt. Es wird sehr tief gedruckt, bis die Schatten fast grau erscheinen, dann in schwach angesäuertem Wasser gut ausgewaschen und getrocknet.
Das Uebermalen fertiger Bilder auf Elfenbein ist durchaus nicht versebieden von dem Uebermalen gewöhnlicher Papierpositive. Es kommen also auch hier die bezüglichen Regeln und Methoden in Betracht. Man hat sich daher, bevor man beginnt, zu überlegen, ob das Bild transparent wirken soll, das heisst, ob die als Unterlage dienende Photographie dominirend bleiben soll, oder aber, ob man den Effect erzielen will, als wäre das Bild direct mit Aquarell- farben auf das Elfenbein gemalt. Zur Ausführung der ersteren Methode, welche reizende Wirkungen erzielen lässt, empfehlen wir das Chlorsilberkollodion- verfahren nach einer der gegebenen Anweisungen. Zum Uebermalen muss man alsdann transparente Eiweissfarben nehmen(Wagners Lasurfarben), und deckende Farben möglichst vermeiden.
Die Technik dieser Malerei bietet keine besonderen Schwierigkeiten. Man beginnt zweckmässig mit dem Uebermalen der tiefsten Töne und schreitet zu den lichten nur allmählich vor. Um die Wirkung beurtheilen zu können, darf man nicht vergessen, dass die Farben nach dem Auftragen im feuchten Zu- stande sehr transparent erscheinen, beim Trocknen aber an Kraft und Tiefe gewinnen. Der beabsichtigte Effect lässt sich, namentlich in den tiefen Tönen, nicht mit einem Male, sondern nur durch mehrmaliges Uebermalen erzielen. Das Kollodion bezw. Celloidin nimmt die Farbe ziemlich gut an, namentlich dann, wenn es etwas feucht ist. Ein Abreiben mit Benzin, wie es empfoblen wurde, ist nicht nur überflüssig, sondern das Bild jeidet nach unserer Er- fahrung durch das Abreiben. Mischfarben soll man nicht durch Uebermalen der einzelnen Farbentöne, sondern durch vorheriges Mischen derselben erzielen, weil man hierdurch leichter ein sicheres Resultat erzielt. Zum Malen selbst bedient man sich möglichst breiter und ganz weicher Pinsel, wodurch man leicht die störend auftretenden Ränder vermeidet. Weil die Eiweisslasurfarben den Glanz des Celloidins zeigen, sobald sie hinreichend trocken sind, so fallen keine unangenehmen matten Stellen auf, wodurch die Transparenz der Farben erhöht wird.
Zur Uebermalung mit den gewöhnlichen Aquarellfarben eignet sich wie schon gesagt ein Bildniss einer Chlorsilbergelatineemulsion, bezw. ein über- tragenes Transferrotypbild besser, weil die Farbe an der Gelatine besser haftet, die Arbeit überhaupt erleichtert wird. Ein Härten des Bildes ist dabei höchst nothwendig, weil sonst das Bild leiden würde.
Man kann sich zu den Arbeiten der verschiedenen käuflichen Aquarell- farben u. s. w. bedienen, oder aber sich die Farben aus den Farbpulvern mit folgendem Medium selbst anreiben, wodurch sowohl eine innige Bindung wie auch ein durchaus festes Haften der Farben gesichert wird:
Albumin 100 cem, kohlensaures Ammoniak 5 g, Glycerin 5 cem, Ammoniak 4 Tropfen, Wasser 25 cem.
Zum Auftragen der Farbe muss ein etwas härterer Pinsel, als vorhin an- gegeben, genommen werden. Es ist besser, die Farbe etwas dünn anzureiben und eventuell mehrmals aufzutragen, als eine dickere Farbe zu nehmen, weil diese die Zeichnung leicht verdeckt. Für einen sebr geübten Operateur ist dies zur Erzielung eines gutwirkenden Aquarellbildes nicht nöthig, er kann vielmehr durch sehr consistente Farben ganz den Charakter des Aquarellbildes ohne Photograpbieunterlage erzielen. Von Wichtigkeit ist es namentlich, dass man möglichst lichtbeständige Farben nimmt, namentlich zu den Misch farben,


