Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 16.
utschen Photographen-Vereins, so möchten
wir hierin auch solche mit einbegreifen, welche von Privatleuten oder Firmen gestiftet werden, um ihr Interesse an dem Verein zu bekunden oder um mehr oder weniger auf die von ihnen dargebrachten Fabrikate aufmerksam zu machen. Es würde auch nichts im Wege stehen, wenn solche Private ihre Preisaus- schreibungen direct ohne Anlehnung an die von einer Körperschaft ge- wählte Jury zum Wettbewerb stellten. Die Redaction der Deutschen Photo- graphen-Zeitung giebt ja in dieser Beziehung häufiger Veranlassung, sich an einem Preisausschreiben für Abbandlungen über irgend ein Thema zu betheiligen. Nun ist gerade an die Redaction schon häufiger die Anfrage gelangt, warum für solche Arbeiten nicht eine Medaille zur Ausschreibung gelangte. Wir würden Das aber für durchaus falsch balten und zwar aus dem Grunde, weil hierdurch ausserordentlich viel Unzuträglichkeiten entstehen. Man muss nicht vergessen, in welcher Weise die Nutzbarkeit einer solchen Ausschreibung für den Empfänger des Preises sich gestaltet. Besteht der Preis für solche redactionelle Aus- schreibungen oder andere von einer einzelnen Person ausgeschriebenen Con- currenzen in einer Geldprämie, in der Lieferung werthvoller Bücher, in dem Darbringen einer Camera oder eines anderen Gebrauchsgegenstandes, so hat der Empfänger hierdurech seine genügende Belobnung erhalten. Sobald aber eine Medaille verliehen wird, so würde dadurch der Empfänger auch für sich die Berechtigung ableiten, diese Medaille auf seinen photographischen Karten oder auf seinen Rechnungen etc. anzubringen und das dürfte nicht ganz correct sein, da es in den Augen des Publikums ganz etwas Anderes bedeutet, als wie es dem Fachmann bekannt ist.
Das Publikum untersucht bekanntlich selten, woher Medaillen stammen, sondern nimmt gewöhnlich an, dass sie von einer Ausstellungs-Commission ertheilt wurden.
Im Allgemeinen muss man doch annehmen, dass eine Auszeichnung durch die Jury einer Körperschaft einen ganz anderen Werth hat, als wie eine solche, welche von einer einzelnen Person ausgeschrieben wird, und wir würden es nicht billig nennen, wenn eine einzelne Person beliebige Medaillen ausschriebe, um dadurch den von vielen Seiten vielleicht auf Grund eigener Erfahrung nicht mit Unrecht gemachten Vorwurf der Medaillenfabrikation zu unterstützen. Es würde sich nach unserer Ansicht auch hierbei ganz gleich bleiben, wer dabei die unter allen Umständen correct urtheilenden Preisrichter wären. Es handelt sich hier vielmehr nur darum, die rechte Form zu finden und eine solche Form dürfte in einzelnen Fällen gar nicht so schwer zu finden sein, Sso-
sagen, die Aussecbreibungen des De
bald der Betreffende die Entscheidung über das Urtheil dadurch aus seiner
Hand giebt, dass er dieselbe irgend einem Verein oder einer Körperschaft über- trägt, die dann nach den bei ihr maassgebenden Grundsätzen verfährt, àhnlich wie das auch mit den Stiftungen beim Deutschen Photographen-Verein der Fall zu sein pflegt. Wir glaubten auf Grund der oben erwähnten Anfragen unsern Lesern eine Auseinandersetzung schuldig zu sein, die lediglich im Interesse des Standes und um sein Ansehen zu schützen geschehen ist.
Ueber Anfertigung und Uebermalung von Photographieen auf Elfenbein.(Zu Frage 1112.) Sra
Von J. v. Norath.. (Schluss.)
Das Eisenblaudruckverfahren giebt überraschend hübsche Resultate, wenn. man die Bilder nicht übermalen will. Man verfährt in folgender Weise: Die Pltende ePlariatnn 4 mit einer Gelatinelösung, etwa im Verhältniss
elatine zu cem Wasser, ü
eine Minute in folgender Lösung gebadet: derogen und narh dem 1roae Eisencitratammonium 2 g, Ferridceyankalium 2 g,


