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Nr. 14. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 139
sächlich der Fall, dass der vom Autor zwar nicht genannte, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit leicht zu errathende Herr Fabrikant nach Anderer und meiner überzeugten Ansicht ein nach jeder Richtung hin tadelloses Fabrikat liefert, welches allerdings, um zu dieser Vollkommenheit zu gelangen, eine grosse Zahl Verbesserungen bat erfahren müssen, deren letzte und wichtigste die Einführung und Anwendung eines eigens präparirten Barytpapiers war. Hierdurch wurden nicht nur eine Anzahl technischer Schwierigkeiten beseitigt, sondern auch viele, Fehler veranlassende Eventualitäten vermieden. Die er- zielte Empfndlichkeit, Kraft und Durcharbeitung im fertigen Bilde ist die wünschenswerthe.
Dass eine Schwefeltonung bei einem hochempfindlichen Papiere rasch und stark auftrete, bei einem weniger empfindlichen aber ausgeschlossen sein soll, war mir bisher noch nicht bekannt. Meine speciell angestellten Versuche mit einer grossen Zahl im Handel befindlicher Papiere gaben mir nur das Resultat, dass, wenn ich ein combinirtes Bad mit dem schwefelnden Stoff anwendete, ich zuverlässig, rasch und sicher Schwefeltonung erhielt und zwar bei jedem Papier. Wurde aber der schwefelnde Stoff unschädlich gemacht, so erbielt ich auch ebenso prompt rein goldgetonte Bilder.
Wenn man also die Schuld an dem Verderben der Bilder fühlt, so braucht man nicht weit zu gehen, um sie zu finden. Geeignetes Rohmaterial, ent- sprechende Bäder, das ist das ganze Geheimniss der Haltbarkeit. Letztere können nun einfach, oder auch, wenn richtig bebandelt, Tonfixirbäder sein, in denen man den sich bildenden schwefelnden Stoff leicht unsepadlich machen kann.
. v. Norath.
Personalien.
Unsere in der Nr. 11 gebrachte Notiz, dass das photographische Geschäft des Herrn Emil Bühler, Hofphotograph in Mannbeim, vom 1. März an Herrn H. Lill übergegangen ist, hat verschiedentlich zu Irrthümern Veranlassung gegeben, indem die Meinung verbreitet war, dass Herr Bühler auch sein Papier- geschäft ebenfalls an Herrn Lill abgegeben habe. Herr Bühler bittet uns des- halb mitzutheilen, dass die Fabrikation seiner lichtempfindlichen photographi- schen Papiere von ihm selbst, wie bisher, weiter geführt werde und dass er sein photographisches Geschäft nur deshalb abgegeben habe, um sich der Fabrikation seiner Papiere ganz und gar widmen zu können. Wir kommen diesem Wunsche hierdurch gern nach.
Literatur.
Zimmer-Einrichtungen im gotbischen Stil finden neuerdings wieder in immer weiteren Kreisen die gebübrende Beachtung. Deshbalb hat die„Zeit- sehrift für Innen-Decoration“, Darmstadt(herausgegeben von Pbrofessor Hermann Goetz, Karlsruhe und Alexander Koch, Darmstadt), dieser Stil- und Geschmacksrichtung soeben ein vortrefflich ausgestattetes Sonder-Heft gewid- met.— Man braucht kein Kunst-Aesthetiker zu sein, um zu finden, wie prächtig sich der dem Wesen des Holzes angepasste gothische Stil für einzelne Zimmer besonders eignet. So sehen wir z. B. in vier grossen Abbildungen und einer Kunstbeilage ein Wohn- und Speisezimmer(von A. Kimbel-Breslau), dessen gesammte Einrichtung gar traulich auf unser Gemüth wirkt. In ihm ist, ein recht sinniger Gedanke, die ausgesprochen ernste Richtung der Gothik durch einen freundlichen„Erker“ gemildert. Welch sonniges Bild häuslichen Friedens, wenn man sich den Hausherrn am Schreibtisch thätig und in jenem trauten Erkerwinkel sein heiteres Weibchen mit Handarbeit beschäftigt denkt. Man hört das regelmässige Ticktack der Wanduhr, das prickelnde Geräusch der emsigen Nadeln, während die gedämpften Lichtstrahlen spielend durch den
Raum huschen.


